30.09.2019 - 11:41 Uhr
WiesauOberpfalz

Frauen, die etwas bewegen

Mit einem breiten Themenfeld tagte der Frauenbundbezirk Tirschenreuth in Wiesau. Heftige Diskussionen gab es zu aktuellen Strömungen in der Kirche. Brigitte Weig wurde zur stellvertretenden Bezirksvorsitzenden gewählt.

Zur zweiten Vorsitzenden wählte der Frauenbund-Bezirk Brigitte Weig. Im Bild (von links) Diözesanbeirat Dr. Jakob Seitz (Geistliches Zentrum Windberg in Niederbayern), Karin Schlecht (Kösching), Bezirksvorsitzende Monika Sommer (Waldsassen), Brigitte Weig (Wiesau), Geistlicher Beirat und Mitterteicher Stadtpfarrer Anton Witt und Bezirksschriftführerin Erna Weis aus Mähring.
von Werner RoblProfil

Für eine Überraschung sorgte die Wahl der Wiesauerin Brigitte Weig nicht. Die Vorsitzende des gastgebenden Frauenbundes stand eigentlich zuvor schon als Kandidatin fest. Bereits im September vorigen Jahres hatte sie sich - wie Weig damals in Waldsassen betonte - "breitschlagen lassen". Die Wiesauerin hatte das Stellvertreterinnen-Amt zunächst aber nur für ein Jahr übernommen. Nach ihrer zwölfmonatigen Arbeit erklärte die Wiesauerin nun, sie werde erneut kandidieren. Der Aufruf nach weiteren Bewerberinnen blieb erfolglos. Das einstimmige Votum war zugleich ein Vertrauensbeweis, über den sich die Wiesauer KDFB-Vorsitzende sichtlich freute. Begleitet von einem Lächeln erklärte sie im Anschluss an ihre Wahl die Bereitschaft, das Bezirks-Vorstandsgremium weiterhin zu unterstützen. "Ich nehme die Nominierung an", kommentierte Weig das Ergebnis der Wahl und fügte hinzu: "Schließlich habe ich ja meine Frauen hinter mir."

Viele Impulse

Vorangegangen war eine Ideensammlung mit unterschiedlichen Themen, mit denen man sich in den kommenden Wochen und Monaten befassen möchte. Geleitet wurde der Impuls-Abend von der Diözesanvorsitzenden Karin Schlecht aus Kösching, die auch das Bildungsangebot des Diözesanverbandes in den Mittelpunkt rückte. Auf über 80 Seiten wurde es zusammengestellt. Themen sind unter anderem eine Studienreise "Auf den Spuren Jesu im Heiligen Land", die im Februar kommenden Jahres auf dem Programm steht. Eine "Liedertankstelle" wird im kommenden Frühjahr in verschiedenen Orten der Diözese angeboten. Eine Pause vom Alltag kann man sich im April im Haus Johannisthal gönnen. Im Programmbuch enthalten sind aber noch viele weitere Themen, die aufgrund der Fülle an diesem Abend aber nicht näher angeschnitten werden konnten.

"Frauen bewegen was", verdeutlichte Diözesanbeirat Dr. Jakob Seitz. In der Folge erklärte er, wie den Themenfeldern "Frauensolidarität", "Lohngerechtigkeit", "Glaube", "Verantwortung" und "Weihe" seitens der Zweigvereine Leben eingehaucht werden könne.

Wichtig sei es, das bereits vielfältige Angebot und das bestehende Engagement in Szene zu setzen. "Tue Gutes und rede darüber" sei eine Mahnung an alle Mitglieder, die Stärke und den Zusammenhalt des Frauenbunds in Politik, Gesellschaft und Kirche noch deutlicher zu machen.

2020 darf der Diözesanverband auf 110 Jahre Frauenbund im Bistum Regensburg zurückblicken. "Dazu sind viele Schmankerl geplant", erinnerte Bezirkssprecherin Karin Schlecht an die Programmfolge im Jubiläumsjahr, in dessen Mittelpunkt auch ein Tag der Diakonin stehen wird.

Angeboten werde zudem ein Musik- und Tanzabend, der ganz auf die Freunde Italiens zugeschnitten sei. Die Aktion "Solibrot" in Kooperation mit Misereor wird in der Fastenzeit 2020 fortgeführt. Zuletzt hatten sich 123 KDFB-Ortsgruppen und zahlreiche Bäckereien daran beteiligt. "Gesammelt wurden 2019 gut 31 000 Euro. Die Summe kam dem Projekt ,Indien - Kinderarbeit wirksam bekämpfen' zugute. Besonders vorgestellt wurde auch das 115 Seiten umfassende "Schatzbüchlein der Spiele", das zum Preis von 9,90 Euro zugunsten der Aktion "Frauen helfen Frauen in der Not" beim Diözesanverband erhältlich ist und auch am Abend in Wiesau angeboten wurde.

Beim KDFB-Treffen in Wiesau kamen auch die Strömungen „Maria 2.0“ und „Maria, schweige nicht“ auf den Tisch.
Im Blickpunkt:

Debatte über "Maria, schweige nicht"

Die Bewegung "Maria 2.0" ist umstritten. Deutlich wurde dies auch beim Bezirkstreffen des Frauenbunds, bei dem über das Thema teils heftig diskutiert wurde. Auch "Maria, schweige nicht" - eine Aktion des Frauenbunds in Deutschland - setze sich für eine glaubwürdige und zukunftsfähige Kirche ein. Mit ihren Informationen und Forderungen stieß die Köschinger Vorsitzende Karin Schlecht aber nicht überall auf "offene Türen". Das Thema erhitzte auch beim Treffen in Wiesau die Gemüter. Karin Schlecht stellte sich dem Thema und erläuterte die Inhalte von "Maria, schweige nicht", zu denen der Zugang aller Getauften und Gefirmten zu den Sakramenten, aber auch zu den Ämtern gehört. Die Forderungen, die man stellt, beinhalten zudem den Abbau "klerikaler Machtstrukturen". "Damit weiterer Machtmissbrauch unterbunden wird", so die Köschingerin. Zudem fordere man eine Sexualmoral, die die Lebenswirklichkeit von Menschen nicht missachte. Damit gab Schlecht eine Steilvorlage für eine zwar sachlich, aber auch mit teils deutlichen Worten geführte Diskussion, in die sich die Frauen immer mehr einbrachten. "Auf die Forderungen haben einige Mitglieder bereits reagiert", informierte Schlecht über die an den KDFB massiv herangetragene Kritik, die man einstecken musste. "Schmerzlich waren auch einige Austritte von Mitgliedern, die die Strömungen für nicht gut halten", sagte die Vorsitzende. Schlecht bedauerte: "Die Themen spalten auch den Frauenbund." Vieles müsse aber erst wachsen. Aus den Reihen der Frauen war aber auch die Bitte um ein Zusammenarbeiten in "vielen kleinen Schritten" herauszuhören. Die Diözesanvorsitzende rang um eine sachliche und versöhnende Diskussion. Frauen seien in der Kirche präsent, erinnerte eine Diskussionspartnerin an die vielfältigen Aufgaben, die bereits in den Händen der Frauen lägen. Schlecht fasste zusammen: "In unserem Verband müssen viele Meinungen Platz haben." (wro)

Die Veranstaltung in Wiesau leitete Diözesanvorsitzende Karin Schlecht aus Kösching.
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