12.02.2020 - 11:25 Uhr
WiesauOberpfalz

Eine "galaktisch gute" Gaudi

Die beliebte Faschingsveranstaltung der Selbsthilfegruppe Behinderte und Nichtbehinderte (SHG) ist außergewöhnlich. Mit ein Grund dafür ist das jährlich wechselnde Motto, das heuer in die unendlichen Weiten des Weltalls entführte.

von Werner RoblProfil

Der Ball der Selbsthilfegruppe Behinderte und Nichtbehinderte findet alle Jahre im Wiesauer Pfarrzentrum statt. Das Rahmenprogramm - diesmal unter dem Motto "SHG - galaktisch gut" - gestalteten die Mitglieder der Selbsthilfegruppe zusammen mit DJ Klaus Reber und dem musikalischen Lokalmatadoren, Alleinunterhalter Horst Brandl. Und noch einige andere wirkten mit, damit aus der Bühnenshow ein voller Erfolg wurde.

Angereist kommen die Faschingsfreunde stets mit Autos oder Kleinbussen, um (sogar aus Plana in Tschechien und Hof) mit dabei sein zu können. Den Startschuss - begleitet von einem Countdown - erteilte der Motor der SHG, Martina Sötje in ihrem weißen "Raumanzug". Den Faschingszug-Anfang machten die "Men in Black", die für die Sicherheit der einziehenden Sterne, Außerirdischen und Astronauten zuständig waren. Ihnen folgte eine Rollstuhl-Rakete, gesteuert von Martina Sötje, die aus dem Cockpit heraus den Gästen zujubelte und (anfangs noch ein wenig aufgeregt) den Bühnenauftritten entgegenfieberte. Platz benötigte das knallgelbe Space-Taxi, das mit viel Liebe gebaut, aber mit null Technik ausgestattet war. Nicht fehlen durfte ein fußbetriebener Papp-Kleinbus auf "Sonderfahrt", der am Freitag vom stellvertretenden Landrat Alfred Scheidler in den Saal bugsiert wurde. Mit ins "Boot" holte sich der Tirschenreuther Kommunalpolitiker Landtagsabgeordnete Annette Karl, die ihm den Weg zeigte. Dahinter - nur Stehplätze - machte es sich das Bürgermeister-Gespann Toni Dutz (Wiesau) und Roland Grillmeier (Mitterteich) den Umständen entsprechend so einigermaßen bequem. Das Zug-Ende bildete ein Verkaufswagen, ausgestattet mit galaktischen Leckereien, an denen man sich kostenlos bedienen konnte.

JU spendet 300 Euro

Der Saal-Service lag, wie schon die Jahre zuvor, in den Händen der Jungen Union. Vom Erlös der zurückliegenden Christbaumabhol-Aktion hatte der örtliche CSU-Nachwuchs zudem 300 Euro locker gemacht, um die Kosten überschaubar zu halten. "Die Junge Union arbeitet nicht nur für uns, sie bezahlt auch noch", bedankte sich Martina Sötje beim Vorsitzenden-Gespann der JU (Florian Distner, Michael Dutz und Alexander Hegen). Wertvolle Beiträge in Form von Scheinen steuerten auch die Ehrengäste bei. Einen gemeindlichen Beitrag leistete Bürgermeister Dutz, der versprach: "Die Saalmiete ist schon bezahlt." Bereit für die Junge Union, Ehrengäste und Darsteller lagen die SHG-Faschingsorden.

Nach einem Tusch folgte ein "Raketenabsturz". Man war gelandet. Das Männerballett war für den Auftritt bereit. Die von Martina Sötje "legendäre Tanzgruppe" genannte Formation wird nach alter Gewohnheit von einem prominenten Mittänzer - zuletzt Zweiter Bürgermeister Fritz Holm - unterstützt. Der aber hatte schon im Vorjahr erklärt nicht mehr mitzuwirken. Neuling Pfarrer Markus Nees bewies, dass er bei den Proben aufgepasst und fleißig mittrainiert hatte.

"Ihr seid spitze"

Viel Applaus ernteten auch die Sportgruppe, danach das SHG-Damenballett, das sich neuformiert als "Galaktische Gazellen" ausgab. Schokolade, Gummibärchen und viele Küsschen: Martina Sötje wurde nicht müde, sich zu bedanken und "ihr seid spitze" zu rufen.

Verantwortlich für das Bühnenbild war die Malgruppe um Bettina Reger. Zu einem Farbtupfer wurde auch der Auftritt von "Temptation" vom TB Jahn. Ein Hingucker waren die Line-Dancer aus der Kreisstadt und der Besuch der Wiesauer Faschingsgesellschaft Weiß-Blau.

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