02.03.2020 - 15:22 Uhr
WiesauOberpfalz

Wir-Gefühl ermöglicht Fahrzeugkauf für Helfer vor Ort in Wiesau

Seit Samstag sind die Helfer vor Ort wieder bestens ausgestattet. Praktisch vergessen ist der Motorschaden an ihrem Fahrzeug. Unvergessen aber bleibt das Zeichen der Solidarität der Bürger, Unternehmen und Vereine.

von Werner RoblProfil

Wenige Tage nach dem Bürgerfest im Sommer vergangenen Jahres ereilte das BRK Wiesau die Hiobsbotschaft, dass das vorhandene Einsatzfahrzeug der Helfer vor Ort (HvO) aufgrund eines Motorschadens außer Dienst gestellt werden musste. Wie BRK-Bereitschaftsleiter Robert Wolfrum seinerzeit informierte, überstiegen die Reparaturkosten den Zeitwert des Autos. Fieberhaft wurde nach einer Lösung gesucht, um den HvO-Dienst mit einem jedoch nur bedingt geeigneten Ersatzfahrzeug aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um mit dem Erlös ein neues Auto anzuschaffen. Danach - so Bereitschaftsleiter Robert Wolfrum - wurden mit ortsansässigen Händlern Gespräche geführt und Angebote eingeholt.

"Heute ist es so weit, wir sind stolz, dass wir Ihnen das neue Auto vorstellen können", freute sich Wolfrum am Samstag. Für den öffentlichen Festakt hatte die Marktgemeinde Wiesau den Sitzungssaal des Rathauses zur Verfügung gestellt. Um der Feier einen würdigen Rahmen zu geben, hatte man nicht nur Bürger, Unterstützer, Bürgermeister Toni Dutz sowie Mitglieder des Marktrates eingeladen. Umrahmt wurde die Feier vom Musikverein Wiesau unter der Leitung von Josef Polata.

Tolle Gemeinschaftsleistung

Bürgermeister Toni Dutz sprach von einem "freudigen Anlass" in der "guten Stube" des Rathauses und verwies auf die "tolle Gemeinschaftsleistung", die es möglich machte, die Investition zu realisieren. "Nach der ernüchternden Diagnose, dass die Reparaturkosten höher gewesen wären als der Zeitwert des Fahrzeuges, erschien es uns sinnvoll das Auto zu verschrotten", so Bereitschaftsleiter Robert Wolfrum.

Er übergab dann das Wort an Ewald Oppl, der hereinschneite, um die zurückliegenden Monate humorvoll zu beleuchten. Ewald Oppl fasste zusammen: "Alle haben am gleichen Strang gezogen. Ich wünsche euch viel Freud' mit dem neuen Auto."

"Innerhalb weniger Monate konnten wir eine beachtliche Summe sammeln", berichtete Robert Wolfrum. Als zeitaufwendig kommentierte er die Suche nach einem geeigneten Neufahrzeug. Nach eingehender Prüfung habe man sich für einen Ford Kuga entschieden, der von einem Wiesauer Autohaus geliefert und danach mit einer Sondersignalanlage, Funk und Navigation ausgestattet wurde. Mit Blick auf die Arbeit der Helfer vor Ort erklärte Wolfrum: "Wir unterscheiden nicht, ob jemand Hilfe verdient hat oder die nötige Hilfe selbst verschuldet war. Was zählt, ist die qualifizierte Erstversorgung."

Schnell und qualifiziert

Besonders hob Robert Wolfrum die eigene Sicherheit der BRK-Kräfte hervor. Er fasste zusammen: "Mit dem neuen Fahrzeug konnten wir nun alle Voraussetzungen schaffen, um im Ernstfall die therapiefreie Zeit schnellstmöglich und qualifiziert zu überbrücken." Das schönste Dankeschön sei das motivierende Gespräch mit einem Notfall-Patienten, dem es "dank unseres Einsatzes danach wieder gut geht". Wolfrum ergänzte: "Ich möchte daher nicht versäumen, Ihnen allen ein herzliches Dankeschön und ein 'Vergelt's Gott' entgegenzubringen." Der Sprecher fuhr fort: "Unsere HvO-Leute tun seit 1995 Gutes, ohne darüber zu reden. Wir sind überwältigt, welche Wertschätzung dem siebenköpfigen HvO-Team in den vergangenen Monaten entgegengebracht wurde."

Anerkennend äußerte sich auch der stellvertretende BRK-Kreisvorsitzende und Bürgermeister Toni Dutz. "Die Spendenbereitschaft war keine Selbstverständlichkeit. Das Wir-Gefühl wurde bestärkt." Nicht nur die Feuerwehr sei eine Pflichtaufgabe für die Gemeinde: "Dazu gehört in gewisser Weise auch das Rote Kreuz, das wir auch weiterhin - in welcher Form auch immer - unterstützen werden", versprach Dutz. Anklingen ließ er zudem, dass sich auch der Markt Wiesau und das Vereinskartell an der Spenden-Aktion beteiligt hatten.

BRK-Kreisvorsitzender Franz Stahl sprach von einem "großen Tag für Wiesau". Der Tirschenreuther Bürgermeister betonte, dass die Aufgaben aber nur geschultert werden können, wenn sich Ehrenamtliche bereiterklärten, sie auch zu übernehmen.

Stahl verurteilte Angriffe am Einsatzort und ermahnte die Helfer, "klare Kante zu zeigen", wenn so etwas passieren sollte. Gefordert sei auch der Gesetzgeber, die verbalen und körperlichen Angriffe in aller Strenge zu ahnden. "Einsätze sind nicht immer gefahrlos", wusste der Kreisvorsitzende. Stahl, der zudem eine Finanzspritze mitgebracht hatte, schloss: "Ich wünsche euch alles Gute und wenige Einsätze."

Das neue, mit Blumen geschmückte HvO-Fahrzeug wurde vorm Wiesauer Rathaus enthüllt. Von Gebeten begleitet wurde es anschließend von den Geistlichen Pfarrer Martin Schlenk und Pfarrvikar Pater Charles John gesegnet.

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