10.08.2021 - 11:03 Uhr
WiesauOberpfalz

Gemeindebücherei Wiesau hat staatliche Förderung bereits verplant

Unter der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Schließung litt auch die Wiesauer Gemeindebücherei. Eine Förderung macht fast alles vergessen.

Das Treffen fand in und vor der Gemeindebücherei statt. Im Bild (von links) Bürgermeister Toni Dutz und Abgeordneter Albert Rupprecht zusammen mit dem Büchereiteam: Edeltraud Konz, Büchereileiterin Anette Philipp, Margot Konz, Doris Ulmer, Waltraud Weber und Anita Weber-Tretter.
von Werner RoblProfil

Die Gemeindebücherei Wiesau ist eine Einrichtung mit knapp 8000 Medien und – Stand 2020 – mehr als 6000 Ausleihen. Derzeit sind rund 200 aktive Nutzer registriert, darunter viele Familien mit kleinen Kindern. Ein bislang unerfüllter und jetzt möglich gewordener Wunsch des Büchereiteams ist die Anschaffung der Software Web-Opac, deren Bedeutung besonders in der Corona-Krise offenbar wurde.

Während der pandemiebedingten Schließung der Bibliothek konnten die Büchereiverantwortlichen die Informationen über vorhandene Medien nämlich nur als pdf-Dokument auf die Homepage der Gemeinde stellen. Mit Blick auf die bislang nicht verwirklichte Anschaffung der neuen Software schreibt der Deutsche Bibliotheksverband in einer für die Bücherei Wiesau vorbereiteten Pressemitteilung: „Mit dem Web-Opac bietet sich in Zukunft ein sicher betreutes System mit Transparenz der bestehenden Medienangebote.“ In der Stellungnahme wird betont: „Zudem können die Nutzer bequem von zu Hause aus mit digitalen Endgeräten agieren, die Medien aussuchen, reservieren und vorbestellen.“

2899,73 Euro

Eine gute Nachricht für die Gemeinde beziehungsweise die Bücherei Wiesau überbrachte nun Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht. Über das Soforthilfeprogramm Bibliotheken "Vor Ort für Alle" des Deutschen Bibliotheksverbandes wird die Leihbücherei in Wiesau mit insgesamt 2899,73 Euro vom Bund finanziell unterstützt. "Mit dem Beitrag möchten wir in ländlichen Räumen die zeitgemäßen Bibliotheken stärken und somit einen Beitrag zu gleichwertigen Lebensverhältnissen leisten", zitierte Albert Rupprecht aus der Mitteilung des Bibliotheksverbands.

Im Beisein von Bürgermeister Toni Dutz und Vertreterinnen des Büchereiteams betonte Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht: „Bücher können viel Freude machen. Kinder vertragen Anspruch.“ Wichtig sei auch das Vorlesen. „Man sollte daraus ein Ritual machen.“ Daher müsse man auch bereit sein, ein entsprechendes Angebot bereitzustellen, spannte Rupprecht den Bogen zur gemeindlichen Leihbücherei in Wiesau und deren Team. Albert Rupprecht ergänzte: „Ich finde es klasse, dass Sie bereit sind, sich der Aufgabe zu stellen.“ Die Förderung in Höhe von 2899,73 Euro sei ein Betrag, der das eine oder andere möglich mache, so Rupprecht mit Blick auf die bereitgestellte Fördersumme aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Vorfreude auf Kulturbahnhof

Das Geld habe man bereits verplant, verwies Büchereileiterin Anette Philipp auf die seit langem gewünschte Einbindung der Web-Opac-Software in das bestehende EDV-System der Gemeindebücherei im Wiesauer Rathaus. Bürgermeister Toni Dutz nutzte die Gelegenheit, um an die Anfänge im Pfarrhaus als Pfarrbücherei und an den Umzug in den 1980er Jahren ins Rathaus-Untergeschoss zu erinnern. „Gedanklich sitzen wir bereits auf gepackten Kisten“, sagte Margot Konz. Das Team-Mitglied verwies auf die bereits beschlossene Verlegung der Bücherei ins Bahnhofsgebäude nach dessen Sanierung. „Wir werden die Fördermittel optimal einsetzen“, versprach das Wiesauer Gemeindeoberhaupt. Dutz versicherte: „Der Gedanke: 'Lesen bildet' gilt nach wie vor.“

Kürzlich erfolgte der offizielle Spatenstich für den Kulturbahnhof, in dem auch die Bücherei Platz findet

Wiesau

 

 

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