21.02.2020 - 13:37 Uhr
WiesauOberpfalz

„Wir haben die stärkste Frauenquote"

Einkaufsmöglichkeiten, Photovoltaik-Anlagen oder auch Bahnhof: Die SPD Wiesau greift bei ihrem Infoabend zur Kommunalwahl viele Themen auf. Als oberstes Ziel formuliert Vorsitzender Georg Wurzer: „Wir wollen an der CSU-Mehrheit rütteln.“

Mit Georg Wurzer (Neunter von links) an der Spitze tritt der SPD-Ortsverein bei der Kommunalwahl am 15. März an. „Leider fand sich kein Bürgermeisterkandidat“, bedauerte Vorsitzender Wurzer beim Wahlinformationsabend im Sportzentrum.
von Werner RoblProfil

"Auch wir wollen nur das Beste für Wiesau", stellte SPD-Spitzenkandidat und Ortsvorsitzender Georg Wurzer beim Wahlinformationsabend im Sportzentrum klar. "Die SPD kann die Ideen aber nur verwirklichen, wenn wir Sitze hinzugewinnen." Wurzer zeigte sich zuversichtlich und verwies auf die Kandidatenliste - darauf auch fünf Frauen. "Wir haben die stärkste Frauenquote im Vergleich mit den anderen Wiesauer Parteien. Wir sind gut aufgestellt."

Erneut bedauerte Wurzer, dass sich niemand bereiterklärte, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. "Das hätte uns einen deutlichen Schub bringen können", mutmaßte Georg Wurzer. Es gelte, die CSU-Mehrheit zu brechen. Seiner Ansicht nach sei man dem angestrebten Ziel noch nie so nah gewesen wie jetzt. Wurzer freute sich: "Endlich treten wir wieder mit einer vollständigen Liste an."

Im Beisein zahlreicher SPD-Mitglieder und Zuhörer, darunter Landratskandidat Thomas Döhler, die Bürgermeisterkandidaten Nicole Fürst (Fuchsmühl), Johann Brandl (Mitterteich), Toni Dutz (Wiesau), erklärte Wurzer: "Wir bieten den Wählern einen Querschnitt aus allen Altersgruppen und Berufen an." Der Vorsitzende fuhr fort: "Was wir aber noch brauchen, ist die Unterstützung der Wähler, um die SPD vor Ort, aber auch im Kreistag zu stärken."

Eine deutliche Abfuhr erteilte Georg Wurzer dem "Plakatierungswahnsinn" anderer Parteien. Die SPD könne und werde sich daran nicht beteiligen. "Aus Umweltschutzgründen ist das auch gar nicht sinnvoll", bekannte Wurzer. Außerdem wolle man die SPD-Kasse schonen. "Danach muss eh alles wieder entsorgt werden. Aber es bleibt jedem selber überlassen, was er macht", fuhr er fort.

Wunsch nach Drogeriemarkt

Natürlich formulierte Wurzer auch Forderungen der SPD. "Dringend empfehlen wir, dass sich der Marktrat zur Verbesserung der Lebensumstände im Ort so rasch wie möglich mit unseren Punkten auseinandersetzt." So erklärte der SPD-Vorsitzende: "Es müssen weitere Einkaufsmöglichkeiten geschaffen werden. Die Bürger wünschen sich wieder einen Drogeriemarkt." Gefordert werde auch ein Textil-Discounter; der habe sich nach dem Rewe-Brand aus Wiesau verabschiedet. Dazu schaltete sich auch Zuhörer Bürgermeister Toni Dutz mit den Worten ein: "Kommen Sie zur Bürgerversammlung am 2. März. Es gibt Neuigkeiten."

Zum Thema geplante Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen im Ort sagte Georg Wurzer: "Optimal ist sowas nicht. Davon profitieren nur die Investoren." Darüber müsse man schon nachdenken, empfahl Wurzer, bei einem sachlichen Dialog im Marktrat nach Alternativen zu suchen. Bereits seit langem wünscht sich der SPD-Vorsitzende eine Einrichtung für Betreutes Wohnen. Das Thema müsse parteiübergreifend angepackt werden. Mit Blick auf die Wohnungspolitik schickte er hinterher: "Attraktiver Wohnraum muss bezahlbar bleiben." Zudem machte er sich für ein Jugendzentrum stark.

Kosten offenlegen

Wurzer unterstrich zum "Dauerbrenner" Bahnhof: "Endlich haben wir ein Konzept. Noch sehe ich ihn aber nicht saniert". Der Redner schickte hinterher: "Jetzt müssen die Kosten auf den Tisch, auch was wir nach der Sanierung an Folgekosten zu erwarten haben." Mit Nachdruck drängte er auf eine Lösung beim öffentlichen Personennahverkehr mit "vernünftigen Fahrpreisen". Die aktuelle Lage sei unbefriedigend. "Der Zug kommt, der Bus ist weg und umgekehrt", klagte Wurzer. "Der Nahverkehr richtet sich nach den Schulstunden." Das Thema müsse ernsthaft aufgegriffen werden.

Zudem forderte Georg Wurzer den Anschluss an den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg. Auch der längst geforderte barrierefreie Zugang zu den Bahnsteigen in Wiesau sei ein großes Anliegen. "Es tut sich aber nichts", appellierte er, endlich nach Lösungen gemeinsam mit der Bahn zu suchen.

Kritik und Forderungen:

16 Kandidaten der SPD bewerben sich um einen Sitz im Wiesauer Marktgemeinderat: Georg Wurzer, Gabi Grümmer, Alfred Klarner, Christa Franz, Karl Georg Haubelt, Anita Clayton, Benjamin Lauton, Manuela Leibold, Rüdiger Franz, Silvia Klarner, Bernhard Rosner, Wolfgang Nikodem, Jürgen Klarner, Georg Lauton, Wilhelm Dockter und Werner Lauton.

Im "Steckbrief" äußerten sie sich zu ihren Zielen. Oft genannt wurde die Senioren- und Jugendarbeit. "Die Mehrheit im Gemeinderat behindert die Diskussion", meinte Georg Lauton. "Jugendtreff ja." Mit einer Lösung im Bahnhof sei er aber nicht einverstanden, ließ Jürgen Klarner durchblicken. "Frischen Wind ins Rathaus", möchte Manuela Leibold bringen. Vielen ein Anliegen sei eine "vernünftige Politik", so Karl Georg Haubelt. "Wir sind der Mittelpunkt des Landkreises, aber es müssen sich auch Fachärzte im Ort ansiedeln", wünscht sich Alfred Klarner. "Sich für Wiesau einsetzen", das versprach nicht nur Wolfgang Nikodem, sondern jeder der SPD-Bewerber um das Marktratsamt.

Den Wahlinfoabend des SPD-Ortsvereins Wiesau verfolgten auch Bürgermeister Toni Dutz (hinten, Fünfter von links) sowie die SPD-Bürgermeisterkandidaten aus Fuchsmühl und Mitterteich.
Die SPD-Wahlforderungen und danach die Kandidaten stellte Ortsvereins-Vorsitzender Georg Wurzer vor.
Gastredner war der Landratskandidat der Sozialdemokraten, Thomas Döhler aus Pechbrunn (rechts).
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