20.08.2018 - 11:42 Uhr
WiesauOberpfalz

Heimatverbundener Querdenker

Aufgaben gibt es genug. Doch Toni Dutz scheut Herausforderungen nicht. Er packt an, sagt seine Meinung, mit der er auch manchmal aneckt. Am Dienstag feiert er 60. Geburtstag.

Bürgermeister Toni Dutz liebt seine Heimat. Gerne besucht der 60 Jahre jung gebliebene Wiesauer „seinen“ Kornthaner Weiher.
von Werner RoblProfil

(wro) Während des Jahres ist Wiesaus Bürgermeister Toni Dutz viel unterwegs. Sein Engagement als Gemeindeoberhaupt, Kreis- und Bezirksrat gilt den Menschen in der Region. Doch derzeit nimmt sich der Kommunalpolitiker, der am 21. August 2018 das 60. Lebensjahr vollendet, eine kurze Auszeit. Er unternimmt eine Kreuzfahrt in den hohen Norden. Während eines Telefonates, bei dem Oberpfalz-Medien Toni Dutz auf dem Schiff erreichen, befindet sich der noch 59-Jährige – zusammen mit Ehefrau Evi und Sohn Florian – in der finnischen Hauptstadt Helsinki. Weiter geht es nach Sankt Petersburg. „Was gibt es Neues aus Wiesau?“, sorgt er sich um die Gemeinde, bevor er Fragen beantwortet und Urlaubsgrüße ausrichten lässt. Zugleich deutet er auch an, dass er zum 60. Geburtstag, den er im engsten Familienkreis verbringen wird, noch nicht daheim sei.

„Feste soll man feiern, wie sie fallen.“ Er werde „volljährig“, hat er auf die Einladung zur bevorstehenden Geburtstagsfeier drucken lassen. Gemeinsam gefeiert werde erst drei Tage nach dem Geburtstag. Auch weist er darauf hin, dass das Geburtstagstreffen – diesmal am gemeindlichen Bauhof – ein zwangloses, großes Familienfest werden soll. Der Rathauschef liebt die Geselligkeit. Menschen die er mag, vor allem aber seine Familie, schart er um sich. Humorvoll teilt Toni Dutz auch aus. Der Wiesauer ist für einen Spaß gerne zu haben und hat stets ein offenes Ohr.

Toni Dutz kam am 21. August 1958 als drittes von vier Kindern zur Welt. Der Wiesauer absolvierte nach der Volks- und Realschule die Fachoberschule in Weiden. Der spätere Beamte im gehobenen nicht-technischen Verwaltungsdienst durchlief von 1977 bis 1980 alle Abteilungen im Tirschenreuther Landratsamt. Zeitgleich nahm er an der Hofer Beamtenfachhochschule ein Studium auf. Als Diplom-Verwaltungswirt vollzog er 1980 den Wechsel an das Landratsamt in Wunsiedel. Auch privat findet Toni Dutz sein Glück. Am 31. Dezember 1986 heiratet er seine Ehefrau Evi. Sein ganzer Stolz sind die Söhne Michael und Florian. In seiner knapp bemessenen Freizeit steht die Familie an oberster Stelle.

Seine politische Karriere beginnt mit dem Eintritt in die Junge Union. "Ich wollte etwas für meine Heimat bewegen und dafür habe ich mich schon immer engagiert." Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Toni Dutz im Gemeindeparlament, aber auch als Kreistagsmitglied aktiv, 15 Jahre davon als CSU-Fraktionsvorsitzender. 2002 wählen ihn die Wiesauer Bürger mit überwältigender Mehrheit erstmals zum Gemeindeoberhaupt. Vor zehn Jahren wurde Dutz Bezirksrat und dort Fraktionssprecher. Neben seiner politischen Arbeit und seinem vielseitigen, ehrenamtlichen Engagement zeigt Toni Dutz stets auch ein Herz für die örtlichen Vereine. Freilich wünsche er sich auch viel mehr Zeit, die er am Mühlhofweg der Familie, insbesondere den drei Enkelkindern Jeremias, Kilian und Emilia schenken möchte.

Nach seinen Hobbys gefragt, sprudelt es aus ihm heraus: „Beim Zoigl sitzen und gut essen.“ Auch ein Fußballspiel möchte er hin und wieder mal besuchen, wünscht sich der bekennende Bayern-München-Fan. Dutz möchte künftig aber noch mehr die Seele baumeln lassen. „So weit es meine knapp bemessene Zeit halt zulässt“, fährt er einschränkend fort und nennt „reisen mit Freunden, Oldies hören oder im Café Freunde treffen.“ Zusammenfassend beschreibt er damit seine Liebe zur Heimat, die er gerne auch besingt. Toni Dutz‘ Stimmlage ist Tenor. Dass er singen kann, hat er beim Musikantenstammtisch im Regionalfernsehen erst vor Kurzem bewiesen.

Den Schritt vor über 40 Jahren in die Politik zu gehen, habe er nie bereut. „Schuld daran war der Neubau des Wiesauer Sportzentrums. Zu dieser Zeit war ich noch Jugendfußballer.“ Die JU hatte zu einer Baustellenbesichtigung eingeladen. „Mich als junges Mitglied der Spielvereinigung interessierte die Baumaßnahme sehr. „Freilich auch Franz Josef Strauß‘ Reden. So kam eines zum anderen. Seitdem bin ich vorne dabei.“

Hintergund:

Zweifellos hat Toni Dutz auch Rückschläge hinnehmen müssen: „Oft versuchte ich zu helfen und musste einsehen, dass man bei einigen Fällen, die man beginnt anzupacken, einfach machtlos ist.“ Umgekehrt freut ihn aber das Gelingen einer Sache, oder die Tatsache, jemandem erfolgreich helfen zu können beziehungsweise wenn ein wichtiges Projekt für Wiesau oder für die Region auf den Weg gebracht wurde.

Eines aber wünscht sich der Wiesauer besonders und das wäre ein zeitlich befristeter Rollentausch mit einem Minister, einem Abgeordneten, auch mit manch einem Journalisten. „Die von mir Genannten müssten während dieser Zeit das Bürgermeisteramt übernehmen“, scherzt er.

Sicherlich sei längst nicht alles in trockenen Tüchern, was er sich für Wiesau und die Region vorgenommen hat, bedauert Dutz an anderer Stelle des Telefonats. Dutz wünscht sich eine rasche Umsetzung des interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiets und legt den Grundbesitzern ans Herz, sich kooperativ zu zeigen. „Der Bahnhof und das umliegende Gelände warten auf die baldige Sanierung. Das Berufliche Bildungszentrum braucht neue Werkstätten“, fährt der Kommunalpolitiker in seiner Wunschliste fort und kommt zu dem Schluss: „Aber wer hätte einmal geglaubt, dass Wiesau Hochschulgemeinde (im Bereich Hotel- und Tourismusmanagement) oder Mittelzentrum zusammen mit Mitterteich werden würde?“

Besonders freut den Jubilar, dass die positive Ortsentwicklung weiter voranschreitet. „Ich hoffe, dass ich von der großartigen Unterstützung getragen so meine Ämter und ehrenamtlichen Funktionen mit Erfolg ausüben kann. Es macht nach wie vor großen Spaß der Heimat und den Menschen zu dienen.“ (wro)

Mit dem „Nordgautag 2018“ ging für Toni Dutz (Mitte) ein großer Wunsch in Erfüllung. Aus den Händen des Neumarkter Stadtoberhauptes Albert Löhner (links) empfängt er die Nordgauplastik. Rechts im Bild der Vorsitzendes des Oberpfälzer Kulturbundes, Volker Liedke.

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