08.11.2021 - 15:41 Uhr
WiesauOberpfalz

Karl Ernstberger feiert in Wiesau 104. Geburtstag und schmiedet Reiseplan fürs Ötztal

Beim Schafkopfen würde er noch gerne die Trümpfe in der Hand halten. Wegen der Augen (und das ist der einzige Grund) kann Karl Ernstberger sein Steckenpferd nicht mehr pflegen. Der älteste Wiesauer feierte am Montag seinen 104. Geburtstag.

Zusammen mit der vierjährigen Urenkelin Hanna hat es sich Karl Ernstberger gemütlich gemacht, um mit den Gästen und der Familie seinen 104. Geburtstag zu feiern.
von Werner RoblProfil

Das Licht der Welt erblickte Karl Ernstberger am 8. November 1917. Sein Elternhaus stand in Helmbrechts, einem Stadtteil von Waldershof. Dort wuchs er mit seinem vor einem Jahr verstorbenen Zwillingsbruder Anton und weiteren zwölf Geschwistern auf. Die Großfamilie Ernstberger lebte bescheiden. Obwohl die Zeit vor über 100 Jahren keinen Luxus erlaubte, denkt der Jubilar gerne an sie zurück.

Die Bescheidenheit ist Karl Ernstberger geblieben. Große Wünsche – "außer Gesundheit" - habe er nicht, erklärt er an seinem 104. Geburtstag, den er zu Hause in der Wohnstube feiert. Der rüstige Jubilar hat es sich zusammen mit der vierjährigen Urenkelin Hanna in einem Sessel bequem gemacht. Wenig später - das Mädchen möchte jetzt woanders sitzen - nutzt Karl Ernstberger die Gelegenheit und wechselt den Platz, um sich Auge in Auge mit den Gästen unterhalten zu können. Große Probleme bereiten ihm halt das Augenlicht und das Gehör, bedauert Ernstberger. Er lässt aber auch anklingen, dass er an einem Reiseplan schmiedet: „Ich möchte wieder einmal meine Nichte Anneliese besuchen, die im Ötztal wohnt.“

Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien kommt Schwiegertochter Anita Ernstberger auch auf den Wissensdurst und die Kontaktfreudigkeit des Jubilars zu sprechen. Auf einem Tisch in Karl Ernstbergers Zimmer liegt „Der neue Tag“, den er dank eines digitalen Lesegerätes studieren kann. Er will über alles informiert sein.

„Nicht rauchen, wenig Alkohol und viel arbeiten“, beschreibt der gelernte Schreiner Karl Ernstberger sein persönliches Patentrezept, mit dem er jetzt 104 Jahre alt wurde. Dazu gehören auch die Besuche der Messen, die ihn in der Regel mittwochs in die nahe gelegene Pfarrkirche St. Michael führen. Karl Ernstberger ist auch fit für Spaziergänge. Dank der Gehhilfe, an die er sich aber nur langsam gewöhnen wollte, führen seine Ausflüge zum Beispiel bis ans Rathaus.

Beim Treffen am Montag mit den Freunden rücken die früheren Schafkopfrunden immer wieder in den Mittelpunkt. Ernstberger bedauert, dass er die geselligen Runden wegen der Sehkraft nicht mehr pflegen kann. „Beim Summer und beim Bayer, aber auch in den anderen Gastwirtschaften war es schon schön“, seufzt er. Verzichten muss der 104-Jährige auch auf die Heimspiele seiner Spielvereinigung Wiesau. „Vater war ein treuer Fußballplatz-Besucher“, erklärt Sohn Theo, der seinen Papa als „sehr pflegeleicht“ beschreibt. „Den Reisewunsch ins Ötztal zur Nichte Anneliese werden wir ihm gerne erfüllen“, versichern Anita und Theo Ernstberger, die an diesem Tag zu den ersten Gratulanten aus dem Familienkreis gehörten.

Über viele Gratulanten freute sich Theresia Ernst in Königshütte

Königshütte bei Leonberg

Im Namen der Marktgemeinde Wiesau gratulierte am späten Vormittag Bürgermeister Toni Dutz und zur gleichen Zeit für die CSU Ortsvorsitzender Michael Dutz. Glückwünsche folgten tagsüber auch von den Vertretern vieler Vereine, von Nachbarn, Freunden, Verwandten und Bekannten.

Am Montag wurde der Wiesauer Karl Ernstberger 104 Jahre alt.
Im Bild von links Bürgermeister Toni Dutz, Hanna, Anita, Bastian, Karl und Theo Ernstberger, zudem Michael Dutz (CSU-Ortsverband) und Rudi Fichtner (SpVgg Wiesau).

„Nicht rauchen, wenig Alkohol und viel arbeiten.“

Karl Ernstbergers Rezept, um 104 Jahre alt zu werden

 

 

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