09.11.2018 - 11:39 Uhr
WiesauOberpfalz

Das Leben fröhlich genießen

Den Spruch „fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“ kennt wohl jeder. Pfarrer Edmund Prechtl zitiert beim Frühstück des Katholischen Frauenbundes Don Bosco und empfiehlt das Gleiche zu tun.

Pfarrer Edmund Prechtl spricht beim gut besuchten Frauenfrühstück des Katholischen Frauenbundes Wiesau.
von Werner RoblProfil

Der motivierende und ermutigende Spruch war auch der Leitgedanke beim kulinarischen Treffen im Pfarrzentrum „Sankt Michael“, zu dem der Frauenbund Pfarrer Edmund Prechtl eingeladen hatte. „Freude steht uns Christen gut zu Gesicht“, wusste der Pressather Seelsorger mit besonderem Blick auf die Frohe Botschaft Jesu Christi. Zugleich bedauerte der Pfarrer aber auch: „Manchmal habe ich das Gefühl, wir sind eine freudlose Gesellschaft geworden.“ Über vieles rege man sich auf. „Auch ein Pfarrer braucht manchmal eine Engelsgeduld.“ Der Seelsorger widmete sich beim gut besuchten Frauenfrühstück nicht nur den unzufriedenen Zeitgenossen: „Das Brot ist von gestern, die Auswahl in den Supermarktregalen nicht groß genug.“ Er hatte auch Empfehlungen mitgebracht, wie man aus allem was (vermeintlich) stört, das Beste machen könne.

„Auch früher war nicht alles besser“, so der Referent an anderer Stelle. „Wir sind zu einer 100-Prozent-Gesellschaft geworden“, zog der Seelsorger, bekannt für seine treffenden Beispiele, eine ernüchternde Bilanz. „Alles muss offenbar perfekt sein.“ Das halbleere Glas sei doch auch halb voll. „Habe ich nicht recht?“ Der erste Schluck daraus sei der beste, fügte er hinzu. „Betrachten Sie alles aus dem richtigen Blickwinkel und vieles davon immer positiv.“

Unter den überwiegend weiblichen Frühstücksgästen, die sich vom Katholischen Frauenbund um Vorsitzende Brigitte Weig mit allerlei kulinarischen Schmankerln verwöhnen ließen, saß auch Pfarrer Maximilian Roeb. Amüsiert verfolgte er die Ausführungen seines Kollegen. Auch der Wiesauer Pfarrer musste bestätigen, dass nichts auf der Welt selbstverständlich sei, wie Edmund Prechtl anklingen ließ. „Wer hat Ihnen heute das Frühstück gerichtet?“, fragte der Geistliche. Der Gast erinnerte auch an den sprichwörtlichen „Kunden als König“. Vieles werde aufgeblasen und zum verbrieften Recht erklärt, mahnte er wenig später.

Spaß und Freude seien zweierlei Dinge, wusste der Geistliche, der sich als viel belesener Bücherfreund vorstellte. Mutter Teresa soll einmal gesagt haben: „Das was ich tue, würde ich für kein Geld der Welt machen.“ Damit hatte sie wohl recht, bemerkte der Pressather mit Blick auf die wohltätige Arbeit der bekannten und stets zufriedenen Ordensfrau. „Unzufriedenheit aber entsteht durch das „ich möchte - ich will - ich muss.“ Die Fahrgeschäfte auf den Rummelplätzen müssten immer schneller, die kulinarischen Genüsse immer besser werden. „Beachten Sie doch auch einmal die kleinen Dinge im Leben. Zeigen Sie, dass Sie sich darüber freuen. Sind Sie dankbar.“ Lachen, so Prechtl, sei der kürzeste Weg zum Mitmenschen. „Dankbarkeit ist das Kleingeld des Lebens.“

Frauenbund-Vorsitzende Brigitte Weig, die sich beim Referenten mit einem Geschenk bedankte, freute sich über den Rekordbesuch beim Frauenfrühstück. „So viele Gäste hatten wir noch nie.“

„Übersehen Sie nicht die kleinen Dinge am Wegrand“, mahnt Pfarrer Edmund Prechtl im Pfarrzentrum.

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