31.03.2021 - 15:51 Uhr
WiesauOberpfalz

Lösungen für Eltern und Kinder in der Corona-Pandemie

90 Minuten dauerte die Demokundgebung am Marktplatz mit insgesamt 25 Teilnehmern. Mehr waren nicht zugelassen. Das Fazit der Veranstaltung lautet: wortreich, bunt und familiär.

von Werner RoblProfil

In den Blickwinkel der Aktion am Dienstagnachmittag am Marktplatz Wiesau rückten die vielfältigen Auswirkungen der Corona-Pandemie, unter der die Kinder und deren Eltern derzeit zu leiden haben. Die genehmigte Demonstrationsveranstaltung wurde initiiert von der in Mitterteich lebenden Elternsprecherin der Wiesauer Mittelschul-Klasse T5, Manuela Görschel.

Vor Beginn der Veranstaltung betonte Görschel: „Wir möchten den Kindern und Eltern eine Stimme geben! Wir wurden von der Politik vergessen.“ Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien vertrat Görschel die Ansicht: „Unsere Sorgen finden bei den Verantwortlichen derzeit kein Gehör.“ Unterstützt wurde die Mutter eines 12-jährigen Mädchens von ihrem Ehemann Steffen. Ins Boot holte sich die Mitterteicherin zudem weitere Helfer, darunter auch Cindy Paulus von der Kulturfabrik Mitterteich. Sie sorgte für Musik.

Soziale Distanz belastet Kinder

„Wir müssen Lösungen finden“, verlangte Görschel auch bei ihrer Rede am Markplatz, um die Diskussion einer möglichen Schul- und Kindergartenöffnungen anzustoßen. „Ich meine damit aber auch die Vereine“, unterstrich die Sprecherin. „Die Kinder brauchen wieder soziale Kontakte. Sie brauchen Geborgenheit und Sicherheit.“ Mädchen und Buben würden unter der psychischen Belastung und unter vielfältigen Problemen in den Familien, die die Distanz zu den Freunden und der Unterricht zu Hause mit sich bringen, spürbar leiden. „Kinder haben ein Recht auf Bildung. Ohne Vereine, um sich dort auszutoben, bzw. Sport zu machen, findet kein kulturelles Leben statt.“ Steffen Görschel ergänzte: Für Kinder sei die soziale Distanz belastend.

Betreut wurde die friedliche Demonstrationsveranstaltung von Polizeihauptkommissar Thomas Dietrich von der Polizeiinspektion Tirschenreuth. Dazu eingeladen war auch Bürgermeister Toni Dutz. Der Wiesauer Bürgermeister verzichtete jedoch auf sein Rederecht. „Lieber spendiere ich den Kindern je ein Eis“, betonte Dutz im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Spontane Wortmeldungen

Spontan zu Wort meldeten sich dafür einige Besucher. Darunter die Oma von vier Enkeln, Elke Lauble aus Wiesau: „Derzeit befinden sich alle unsere Kinder im Distanzunterricht. Die Eltern sind überfordert“, klagte Lauble. „Homeschooling, Beruf und Haushalt: Das ist nicht zu schaffen. Es muss sich etwas ändern.“

Christian Krapf, der mit seiner Tochter Lilly aus Mähring gekommen war, war erfreut über die Präsenz des Bürgermeisters. Dies sei nicht überall so. Begleitet von ihrem Enkel Tamino verfolgte Susanne Schicker aus Grafenwöhr die Veranstaltung am Marktplatz. Schicker hat sich zur Aufgabe gemacht, den 10-jährigen Buben beim Homeschooling zur Seite zu stehen: „Ich möchte eine Oma sein und keine Lehrerin“, unterstrich die Grafenwöhrerin und verwies auch auf die technischen Schwierigkeiten.

Jasmin Brogl aus Triebendorf sagte: „Ich bin mit dem Online-Unterricht, wie er aktuell in den weiterführenden Schulen stattfindet, nicht einverstanden. Die Kinder können das nicht ausbügeln. Ich hoffe auf Hilfe von der Politik.“ Solidarisch zeigte sich Sabine Böttner aus Wiesau: „Ich habe noch keine Kinder. Ich möchte in der derzeitigen Situation aber auch keine bekommen“, machte Böttner in aller Form deutlich.

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