24.06.2021 - 14:39 Uhr
WiesauOberpfalz

Marktgemeinderat Wiesau: Leidenschaftliche Debatte um Gebühren für Grüngut

Grünabfälle sind eigentlich nur ein Randthema in der Sitzung des Gemeinderats Wiesau. Bürgermeister Toni Dutz greift es auf: „Das Angebot wird gut angenommen.“ Einen Vorschlag von FW-Marktrat Markus Schäffler lehnt er entschieden ab.

Die Grüngut-Sammelstelle am Turnersloheweg in Wiesau (Bild) wird auch von auswärtigen Gartenbesitzern genutzt. Die Gebühren wurden zuletzt vor neun Jahren angepasst.
von Werner RoblProfil

Erstmals seit Wochen traf sich der Marktrat Wiesau wieder im Rathaus. Auch dort folgte Bürgermeister Toni Dutz seiner Gewohnheit, die öffentlichen Sitzungen mit einem Blick ins Gemeindeleben ausklingen zu lassen. Diesmal sprach er über die Grünabfall-Sammelstelle am Turnersloheweg. „Immer mehr Bürger – auch von auswärts - nutzen das Angebot der Gemeinde. Für die Gemeinde ist dies ein Beleg, dass das System gut funktioniert", betonte das Gemeindeoberhaupt. "Den Gebührenvergleich mit anderen Kommunen müssen wir nicht scheuen", erklärte Toni Dutz an anderer Stelle.

„Es läuft reibungslos“

Zudem bekannte Dutz: "Das Konzept ist bürgernah." Abgerechnet werde vor Ort. "Wir müssen daran nichts ändern." Als erfreulich kommentierte Bürgermeister Dutz die Tatsache, dass die Gebühren pro angefahrenem Kubikmeter (sechs Euro für Grüngut und neun Euro für Zweige und Äste) seit neun Jahren stabil blieben. CSU-Marktrat und Bauhofleiter Michael Klarner ergänzte, dass man für das Grün- und Schnittgut Abnehmer fand. „Alles wird fachgerecht weiterverarbeitet beziehungsweise entsorgt.“ Bürgermeister Toni Dutz zeigte sich zufrieden: „Es läuft alles reibungslos, wir können uns sehen lassen.“

Die positiven Informationen und Einblicke in die Grüngut-Sammelstelle bewegten Markus Schäffler sich einzuschalten. Der Fraktionssprecher der Freien Wähler empfahl, die Gebühren komplett abzuschaffen. „Es wäre doch eine noble Geste an die Gartenbesitzer“, bekräftigte er den Antrag für eine künftige kostenfreie Entsorgung am Bauhof.

Freiwillige Leistung

Geschäftsleiter Thomas Weiß meldete Bedenken an. „Das wäre eine freiwillige Leistung der Gemeinde und steht der beantragten Stabilisierungshilfe im Wege“, warnte der Beamte im Wiesauer Rathaus. „Die Gebühren sind vertretbar“, erklärte Weiß. In die Aussprache klinkte sich dann auch Bürgermeister Toni Dutz ein: „Der Obolus ist gerechtfertigt. Aus verschiedenen Gründen können wir ihn nicht so einfach erlassen.“ Gegenüber Markus Schäffler ergänzte Dutz: „Man kann immer etwas besser machen. Aber man muss nicht über alles im Marktrat diskutieren.“ Erneut an Schäffler gerichtet vertrat Toni Dutz die Ansicht, dass man sich vom Wahlkampfmodus langsam verabschieden sollte.

Nach einer kurzen Pause bat Markus Schäffler erneut ums Wort. Verärgert konterte er: „Zum wiederholten Male wird ein Anliegen der Freien Wähler abwertend dargestellt." Schäffler verwahrte sich dagegen. "Langsam frage ich mich, warum wir überhaupt hier sind. Ich verbitte mir, dass viele unserer Anfragen schlecht geredet werden.“

Erneut bat Markus Schäffler dann – jedoch in einer anderen Sache – ums Wort. Der Fraktionssprecher der Freien Wähler erkundigte sich nach dem Stand beim geplanten Kreisverkehr an der Ampelkreuzung in Fichtenschacht. Bürgermeister Toni Dutz jedoch blockte ab: „Dazu werde ich heute nichts sagen. Ich möchte nicht über Sachverhalte sprechen, die noch in der Schwebe sind. Vielleicht äußere ich mich darüber das nächste oder übernächste Mal.“

Nachfragen und klare Worte prägten die Gemeinderatssitzung in Friedenfels

Friedenfels
Markus Schäffler (Bild) empfahl, die Gebühren an der Grüngut-Sammelstelle komplett abzuschaffen. Bei Bürgermeister Toni Dutz bekam der FW-Marktrat jedoch keine Unterstützung.
Die Grüngut-Sammelstelle befindet sich gegenüber des Gemeindebauhofs. Das Angebot wird gut angenommen.

"Langsam frage ich mich, warum wir überhaupt hier sind. Ich verbitte mir, dass viele unserer Anfragen schlecht geredet werden.“

Markus Schäffler (Freie Wähler)

"Das Konzept ist bürgernah. Wir müssen daran nichts ändern."

Bürgermeister Toni Dutz

 

 

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