20.07.2021 - 13:54 Uhr
WiesauOberpfalz

Marktrat Wiesau: Grünes Licht für Bebauungsplan „Fachmärkte am Festplatz“

Damit Norma bauen kann, braucht Wiesau einen Bebauungsplan „Fachmärkte am Festplatz“. Der Gemeinderat beschäftigte sich nun mit nötigen Änderungen. Thema war auch die Kostenbeteiligung an der Museumsfachstelle.

Der ehemalige Festplatz (Bild) an der Egerstraße in Wiesau ist verkauft. Der Bebauungsplan und die Änderung des Flächennutzungsplanes waren Themen einer Sitzung des Wiesauer Gemeinderates.
von Werner RoblProfil

Die Einzelhandelskette Norma will am ehemaligen Festplatz an der Egerstraße in Wiesau bauen. Bereits im September vorigen Jahres billigte der Marktrat den Bauantrag für eine rund 3100 Quadratmeter große Norma-Filiale. Eingebunden sind auch ein Drogerie- und Textilmarkt mit einer Gesamtfläche von rund 1300 Quadratmetern. Im Mittelpunkt einer Sitzung des Gemeinderats Wiesau standen nun die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung des Bebauungsplans „Fachmärkte am Festplatz“. Online zugeschaltet war Fachberater Bernhard Bartsch, Diplom-Ingenieur und Stadtplaner aus Sinzing. Er stellte die von ihm überarbeiteten Entwürfe vor.

Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung fand vom 23. April bis zum 25. Mai statt. „In dieser Zeit gingen von den Bürgern keine Stellungnahmen ein“, informierte Bürgermeister Toni Dutz in der Sitzung des Gemeinderats. Angeschrieben hatte man auch die benachbarten Gemeinden und Träger öffentlicher Belange. Diplom-Ingenieur Bernhard Bartsch stellte die Rückmeldungen vor: Seitens der Regierung der Oberpfalz wurde die Verlagerung der Bushaltestelle nach Süden im direkten Umfeld des künftigen Norma-Marktes angeregt. „Der öffentliche Personennahverkehr ist wichtig. Man sollte darauf reagieren“, betonte dazu Bartsch in der Video-Konferenz.

Eine Pflanzliste, um das Gelände einzugrünen, wurde vom Landratsamt eingereicht. Die Wasserversorgung müsse über einen Anschluss an die bestehenden Leitungen sichergestellt werden, forderte das Wasserwirtschaftsamt. Zudem bestätigte das zuständige Amt, dass keine Altlasten bekannt seien. Der Geltungsbereich liege nicht in einem Wasser- beziehungsweise Heilquellenschutzgebiet, bestätigte die Behörde an anderer Stelle.

Eingegangen waren auch Rückmeldungen von Tennet TSO GmbH, Vodafone, IHK, Deutsche Bahn AG und aus dem Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten. „Darauf wurde reagiert und die Anregungen wurden in den geänderten Bebauungsplan eingearbeitet“, versicherte Bernhard Bartsch. Seitens der Städtebauförderung werde das Vorhaben aber als nicht optimal angesehen, weil dadurch der Ortskern nicht gestärkt werde, so Bartsch im Verlauf seiner Ausführungen. „Eine bessere Alternative, das brachliegende Gelände zu nutzen, liegt derzeit aber nicht vor“, bekräftigte der Fachberater.

Mit „erfreulich“ bewertete Bartsch die Tatsache, dass kein Schallgutachten gefordert werde. Ein weiterer positiver Punkt in der Planung sei der Entschluss des künftigen Bauherrn, einen großen Teil der Dachflächen zu begrünen beziehungsweise mit einer Photovoltaikanlage auszustatten. „Die Dächer erhalten somit einen Mehrwert“, freute sich Bartsch. Die danach ausgebliebenen Anfragen seitens der Markträte kommentierte Bürgermeister Toni Dutz mit den Worten: „Alle wunschlos glücklich. Dann schreiten wir zur Abstimmung.“ Einstimmig billigten die Markträte die Änderungen des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung des Bebauungsplanes „Fachmärkte am Festplatz“.

Geld für Museumsfachstelle

Der Markt Wiesau erklärt sich einverstanden, dass die Museumsfachstelle beim Zweckverband Ikom Stiftland fortgeführt und zu einer Dauereinrichtung wird. Um dies zu ermöglichen, beteiligt sich die Gemeinde (für den künftigen Kulturbahnhof) anteilig an den hierfür entstehenden Kosten. Voraussetzung jedoch ist eine 50-prozentige Kostenbeteiligung durch den Landkreis Tirschenreuth. Bislang wurde die Museumsfachstelle seitens des Freistaats Bayern gefördert. Die Unterstützung endet jedoch am 31. Dezember 2021. Den künftigen Unterstützungsbetrag, den der Markt Wiesau zu leisten habe, bezifferte Bürgermeister Toni Dutz auf jährlich rund 5200 bis 5400 Euro. Der Beschluss der Markträte erging einstimmig.

Werbung für den Karpfen

Geschlossen gebilligt wurde auch die einmalige Bezuschussung von PR-Aktionen zur Aufnahme der „Traditionellen Karpfenteichwirtschaft in Bayern“ in das bayern- und bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe. Um dies in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, plant die Arge Fisch im Landkreis Tirschenreuth entsprechende Werbemaßnahmen. Unter anderem soll mittels Infotafeln – auch in Wiesau – alles Wissenswerte über die traditionelle Karpfenteichwirtschaft in der Region vermittelt werden. Angeregt wurde die Finanzierung vor wenigen Wochen durch den CSU-Marktrat und Kornthaner Teichwirt Wolfgang Stock. „Stock bat um einen Zuschuss in Höhe von 2000 Euro“, informierte Bürgermeister Toni Dutz in der aktuellen Sitzung. Die Abdeckung dieser – so Dutz – „überplanmäßigen Ausgabe“ könne man mit Mehreinnahmen bei den Konzessionsabgaben Strom und Gas (der Bürgermeister sprach von einem Plus in Höhe von rund 19.600 Euro) abdecken.

CSU-Fraktionssprecher und Zweiter Bürgermeister Michael Dutz empfahl, den Betrag von 2000 Euro auf 3000 Euro aufzustocken. „Ich denke, wir machen was Gutes“, untermauerte Toni Dutz den Vorschlag aus den Reihen der Christsozialen. „Mit der PR-Kampagne wird die Genussregion Kornthan/Muckenthal noch bekannter.“ Humorvoll fügte er hinzu: „Wir müssen dann aber auch genügend Fische auf die Tische bringen.“ Die danach einstimmig beschlossene Unterstützung in Höhe von 3000 Euro rechtfertigte auch Markträtin Elsa Bächer von der CSU. Die Muckenthalerin betonte: „Nach Corona muss die Teichwirtschaft rasch wieder angekurbelt werden.“

Gefahr durch Äste

Die in den Gehweg hineinragenden Äste vieler Büsche an der Fichtenschachter Ampelkreuzung veranlassten SPD-Marktrat Alfred Klarner zur Bitte, sich von der „Verkehrsgefährdung“ ein Bild zu machen.

Lob vom Jugendbeauftragten

Ein „großes Lob“ an Gemeinde, Vereine und Gruppierungen kam von Jugendbeauftragtem und CSU-Marktrat Florian Distner für die Organisation des Ferienprogramms. „Egal, wer was macht: Danke für das abwechslungsreiche Programm.“ Toni Dutz versprach: „Ich gebe das Lob auch an die Verwaltungsangestellte Anita-Weber Tretter weiter, die sich viel Mühe mit der Ausarbeitung machte.“

Tempo-30-Zone in Leugas

Nicht zum ersten Mal sprach sich CSU-Marktrat Helmut Oppl für eine Tempo-30-Zone in Leugas aus. Anlass für Oppls Anregung war die vorübergehende Teil-Sperrung der A93 wegen eines Unfalls, die trotz der Umgehungsstraße für ein erhöhtes Verkehrsaufkommen im Dorf sorgte. „Leider wird die Straße von Schönhaid nach Leugas als Abkürzung genutzt“, bedauerte Oppl im anschließenden Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

„Wir regen das an.“ Für ein Tempo-Limit sei jedoch der Landkreis zuständig. „Dem Markt Wiesau sind leider die Hände gebunden“, äußerte sich Bürgermeister Toni Dutz zur Anfrage von Helmut Oppl.

Die Dorferneuerung Schönhaid ist am Ziel

Schönhaid bei Wiesau

„Eine bessere Alternative, das brachliegende Gelände zu nutzen, liegt derzeit nicht vor.“

Fachberater Bernhard Bartsch

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.