Marktrat Wiesau stimmt für Sanierung alter Wohnungen und gegen Containerlösung

Wiesau
04.05.2023 - 10:43 Uhr
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Sanierung vorhandener Wohnungen oder Bereitstellung von Wohncontainern für die vorübergehende Unterbringung von Obdachlosen? Mit dieser Frage befasste sich der Marktgemeinderat Wiesau jetzt zum zweiten Mal.

Einstimmig votierte der Marktgemeinderat Wiesau für die Sanierung von Wohnungen im Anwesen Leugaser Straße 3 in Schönhaid.

Kommunen sind verpflichtet, eine vorübergehende Bleibe für Obdachlose vorzuhalten. In der Februarsitzung des Gemeinderats war deutlich geworden, dass die örtlichen Unterkünfte nicht mehr zeitgemäß seien. Im Raum standen zwei Möglichkeiten - das Sanieren vorhandenen Wohnraums oder die Errichtung von Wohncontainern. Nach einem Ortstermin in Schönhaid stand das Thema nun erneut im Marktrat im Blickpunkt.

Bürgermeister Toni Dutz erinnerte noch einmal an die gesetzliche Grundlage für die Vorhaltung von Wohnstätten für Obdachlose. Die Alternative zur Sanierung vorhandenen Wohnraums in Schönhaid sei die Aufstellung von Wohncontainern an der Schönhaider Straße nahe der Ampelkreuzung in Fichtenschacht.

Dutz ging dann näher auf die Besichtigung des Anwesens Leugaser Straße 3 in Schönhaid ein. Im Dachgeschoss des Mehrparteienhauses gibt es seit längerem eine Wohneinheit, in der Obdachlose vorübergehend unterkommen können. „Bei der Begehung wurde festgestellt, dass die Dachgeschosswohnung nicht so marode ist wie zuletzt angenommen“, berichtete Dutz. Mit dabei waren bei der Begehung auch die vier Marktratsmitglieder Thomas Streber, Andreas Schuller (beide Freie Wähler), Oliver Sturm und Michael Klarner (beide CSU) sowie vonseiten der Verwaltung Thorsten Meiler und Christina Heinl.

Zusätzliche Unterkunft

Übereinstimmend sei man zur Ansicht gelangt, so Dutz, dass diese Wohnung nach kleineren Arbeiten durch das Team des Bauhofs auch weiterhin als Obdachlosenunterkunft genutzt werden könne. Der Gemeindechef ergänzte, dass eine weitere im Dachgeschoss vorhandene Wohnung nach einigen kleineren Maßnahmen als zusätzliche Obdachlosenunterkunft infrage käme. Somit könnten zwei Einheiten für diesen Zweck vorgehalten werden. Damit, so folgerte Dutz, käme man auch der gemeindlichen Verpflichtung nach, rasch auf "drohende bzw. eingetretene Obdachlosigkeit" zu reagieren.

Zeitnah handeln

Wie der Bürgermeister weiter berichtete, habe man beim Ortstermin festgestellt, dass es sinnvoll wäre, auch weitere Gebäudeteile zu sanieren. Dutz verwies auf die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt, vorhandener Bestand sollte genutzt werden. Allerdings empfahl er ein zeitnahes Handeln. Im gemeindlichen Bauamt gebe es nämlich die Befürchtung, dass sich der Gebäudezustand aufgrund des teilweisen Leerstands in den kommenden Jahren weiter verschlechtern könnte. "Irgendwann bliebe dann als einzige Alternative der Abriss", verdeutlichte der Bürgermeister. Dutz machte auch klar, dass sich ein möglicher Rückbau des Anwesens an der Leugaser Straße aufgrund der Umgebungsbebauung als schwierig erweisen könnte.

Einstimmig folgte der Gemeinderat der Empfehlung der Verwaltung, dass für die Unterbringung von Obdachlosen auch weiterhin die bestehende Wohnung im Dachgeschoss und zusätzlich eine zweite Wohnung im Dachgeschoss vorgehalten wird. Zudem sprach sich das Gremium für die Sanierung der Mietwohnungen im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss (insgesamt vier Wohneinheiten) aus. Der Bürgermeister sprach von einer "sympathischen Entscheidung" und informierte, dass die Maßnahme ab 2024 durchgeführt werden soll.

Marktrat Helmut Oppl (CSU) kam noch auf die Kosten zu sprechen und fragte nach einer Einschätzung. "Beschlossen wurde zunächst ja nur das Notwendigste", erwiderte Toni Dutz, Zahlen nannte er zu diesem Zeitpunkt nicht. "Über den zweiten Schritt werden wir noch beraten", kündigte der Bürgermeister an.

Bauanträge genehmigt

Geschlossen befürwortete der Marktrat auch zwei Bauanträge. Im Gemeindeteil Tirschnitz soll nach den Plänen der Biofachberatung Max Zintl GmbH eine private Hof-Biogasanlage errichtet werden. Im Gemeindeteil Muckenthal will Landwirt und Gemeinderat Harald Gleißner einen neuen Milchviehstall mit Güllegrube errichten. In beiden Fällen - in Tirschnitz und in Muckenthal - handele es sich um privilegierte Bauvorhaben im Außenbereich, wie es hieß. Bauplanungsrechtlich seien diese laut Dutz zulässig, die notwendige Erschließung sei gesichert. Als persönlich Betroffener nahm Freie-Wähler-Marktrat Harald Gleißner an der Abstimmung über das Vorhaben in Muckenthal nicht teil.

 
 

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