12.04.2019 - 12:01 Uhr
WiesauOberpfalz

Das Ohr ganz nah am Volk

Was wäre ein Starkbierabend ohne Fastenprediger, der sich zudem im Ort bestens auskennt? Ewald Oppl ist so einer, der meist unverhofft aufkreuzt, um mit spitzer Zunge die Wiesauer zu derblecken.

Erneut war der Starkbierabend im Vereinsheim der Wiesauer Trachtler gut besucht.
von Werner RoblProfil

Dass Ewald Oppl, der sich als Ordensmann der „Familianer“ ausgab, über alles im Ort Bescheid weiß, ist auch kein Wunder. Der gebürtige Leugaser ist viel unterwegs. Außerdem wohnt er jetzt unmittelbar neben dem Rathaus. Der Komiker hat das Ohr ganz nah am Bürger. Von dem, was er so alles gehört und freilich nur zufällig oder halt ganz nebenbei erfahren hatte, berichtete er beim Starkbierabend im Vereinsheim der Wiesauer Trachtler. Die musikalische Begleitung übernahm Alleinunterhalter Horst Brandl.

In seiner Spottrede durfte das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ nicht fehlen. „Doch aufgepasst“, mahnte „Familianer-Bruder“ Oppl: „Hat die Blume einen Knick, war die Biene wohl zu dick.“ Auch beleuchtete er den ausufernden Vandalismus im Gemeindebereich, etwa bei der „Kipp“ bei Schönhaid. Mit Blick auf die dort lebende Vogelwelt meinte der Prediger die Schuldigen bereits ausfindig gemacht zu haben. „Das können nur die dort brütenden und stets durstigen Schmierfinken gewesen sein.“

Selbst die hohe Geistlichkeit blieb von seinen Sticheleien nicht verschont. Noch immer ein Gesprächsthema sei die Versetzung von Pfarrer Max Früchtl, der in Anlehnung an ein bekanntes Kinderlied, nur deshalb abhanden gekommen sei, weil er von einem weiter südlich lebenden Fuchs gestohlen worden sei. „Vom Artensterben blieb die örtliche Wirtshauswelt nicht unbehelligt“, beklagte der Fastenredner die immer kleiner werdende Gaststätten-Welt. Oppls Bilanz lautete: Nutznießer seien die Vereinsheime und die mobilen Bauwagen.

Aber man gewöhne sich an so manches, wusste er an anderer Stelle. „Das örtliche Lebensmittelmonopol muss man halt hinnehmen, das genießt jetzt ein übrig gebliebener Verbrauchermarkt“, fasste Ewald Oppl das inzwischen wieder gelöste Einkaufsproblem in derbe Reime. Die Marktgemeinde bräuchte eine Finanzspritze, um landwirtschaftliche Grundstücke bezahlen zu können. Wozu man die Flächen braucht? „Naja, für das neue Gewerbegebiet halt“, fuhr er fort. Eines aber wolle man nicht hinnehmen, mahnte der Wiesauer. „Das sind die Schlaglöcher in den sanierungspflichtigen Triebendorfer Straßen.“

Komiker Ewald Oppl in der Rolle des Fastenpredigers.
Der Starkbierabend kam an.
Fastenredner Ewald Oppl erzählte von dem, was ihm so zugetragen wurde.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.