14.07.2020 - 14:59 Uhr
WiesauOberpfalz

Pilotprojekt hält Schüler in Wiesau fit

Noch ist es nur ein Pilotprojekt, das die AOK an der Wiesauer Mittelschule in Sachen Ernährung und Bewegung angeschoben hat. Der Erfolg macht aber Mut für eine Fortführung.

Sechs Monate lang betreuten Astrid Eller von der AOK und Fachoberlehrerin Elisabeth Kinle (von links) 20 Jugendliche der Wiesauer Mittelschule. Das Foto zeigt einen Teil der Teilnehmer zusammen mit der Rektorin der Mittelschule, Andrea Schiml (Dritte von links).
von Werner RoblProfil

Tipps für gesünderes Essen und mehr Sport bekamen 20 Schüler über viele Wochen hinweg ganz geballt. Ob und wann der in Wiesau gestartete Probelauf zur Serienreife gelangt, um an anderen Schulen fortzuführen, ließ AOK-Ernährungsfachkraft Astrid Eller beim Abschlusstermin noch offen. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien erklärte sie die Hintergründe der Aktion, bei der sie zusammen mit Sportlehrerin Elisabeth Kinle Jugendliche betreute, um ihnen genauer auf die Finger zu schauen und konkrete Anregungen zu geben, was Ernährung und Bewegung betrifft.

Sechs Monate lang, allerdings unterbrochen wegen der schulfreien Corona-Zwangspause, begleiteten Eller und Kinle 20 Freiwillige aus den 8. bis 10. Klassen. Ein Kernthema im sechsteiligen Kursangebot war ein ausgewogener Speiseplan. Zudem wurde den Teilnehmern nahegelegt, in den Tagesablauf mehr Bewegung einzubauen.

Ins Programm eingebunden waren auch die Mütter und Väter, die von den Betreuerinnen an einem Elternabend und per Brief über alles informiert wurden. Wie Ernährungsberaterin Eller hervorhob, verfolgte man damit das Ziel, dass auch die Erwachsenen mitmachen und ihre Kinder daheim unterstützen. In der Schule wurde das Essverhalten trainiert. In einer Zuckerausstellung wurde der Energiegehalt verschiedener Fertigprodukte und Getränke deutlich. „Den Schülern wurde klar, dass die Überzuckerung einen negativen Einfluss auf die menschliche Leistungskurve hat“, kommentierte Eller. Erklärt wurde auch die sogenannte „Tellerregel“, die erörtert, wie warme und kalte Mahlzeiten optimal zusammengestellt werden können.

Ein zentrales Thema war auch der regelmäßig Gemüse- und Obstkonsum, um die Energiedichte im Speiseplan zu senken und die Nährstoffversorgung zu verbessern. Die Einheiten ergänzten Übungen zum Austausch fettreicher Produkte gegen fettärmere. Zu allen Themen gab es „sehr gutes Informationsmaterial, wie die Fachberaterin betonte.

Um das Fitness-Programm zu ergänzen, wurde eine eigenständige Durchführung zu Hause angeregt. Das konnten Bewegungspausen mit dem Fitband oder Springseil sein, aber auch der Einsatz des eigenen Körpers wie durch Kniebeugen, um die Aktivität und Konzentration zu steigern. Ein Aspekt waren die bei einer sportlichen Betätigung geeigneten Getränke. Um die Alltags-Gewohnheiten zu festigen, wurden Rezepte zum Nachkochen verteilt. Die Gehschritte zählte man mit Smartphone-Apps. Das tägliche Essen wurde protokolliert. "Mit dem Fitness- und Kraftzirkel für zu Hause soll die Bewegungsaktivität gesteigert werden", sagte Astrid Eller und empfahl Laufen, Walken oder Schwimmen.

Auch Fachoberlehrerin Elisabeth Kinle war es ein Anliegen, nachhaltig Einfluss zu nehmen auf das tägliche Verhalten der Schüler. Die Sportlehrerin habe das notwendige Rüstzeug vermittelt, damit sich die Jugendlichen "eigenverantwortlich fit und gesund verhalten“, fasste Eller zusammen. Die Gesamtmaßnahme sei von der AOK Bayern, im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags der „Gesundheitsförderung in der Lebenswelt Schule“, finanziell unterstützt worden.

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