Wiesau
31.08.2018 - 15:32 Uhr

Nach Rewe-Brand: Bürgermeister redet Netto ins Gewissen

Vor knapp einem Monat brannte der Rewe-Markt in Wiesau ab. Seither sind die Verantwortlichen auf der Suche nach einer Übergangslösung für den Supermarkt. Bei der favorisierten Option gibt es aber noch eine größere Hürde.

Die Brandspuren am Dach sind noch sichtbar. Der Rewe-Markt soll wieder an seinem alten Standort neu aufgebaut werden. Für die Übergangszeit wird noch nach einer Lösung gesucht. Bild: wro
Die Brandspuren am Dach sind noch sichtbar. Der Rewe-Markt soll wieder an seinem alten Standort neu aufgebaut werden. Für die Übergangszeit wird noch nach einer Lösung gesucht.

Der Discounter Netto schließt laut Informationen von Bürgermeister Toni Dutz am 22. September seine Filiale in Wiesau. In dem Gebäude auf dem Marktplatz könnte danach Rewe unterkommen. "Das würde passen", ist sich der Rathauschef sicher. Die Eigentümergemeinschaft, der das Haus gehört, sei für diese Lösung offen. Allerdings habe sich Rewe noch nicht mit Netto einigen können. Im Hauptpunkt gehe es um die Einrichtung.

"Wenn Netto diese im Laden lassen würde, könnte Rewe innerhalb von wenigen Tagen einziehen", erklärt Dutz. Vor allem die Kühlaggregate seien wichtig. Natürlich müsste Rewe dafür etwas bezahlen. "Das würde man auch machen. Aber ich habe das Gefühl, dass Netto momentan noch nicht bereit ist, die Einrichtung im Laden zu lassen", berichtet der Bürgermeister von einem Telefonat mit einem Netto-Verantwortlichen. Dabei habe Dutz dem Herren ins Gewissen geredet.

Netto hat nach Ansicht des Bürgermeisters trotz Konkurrenzdenkens auch eine "moralische Bringschuld". Wiesau habe dem Discounter alle Chancen gegeben, im Ort zu bleiben. "Wir haben damals alles versucht und angeboten. Aber die Verantwortlichen wollten nicht."

Falls sich die beiden Parteien nicht einigen könnten, würde Rewe länger brauchen, um in das Gebäude am Marktplatz einzuziehen. Trotzdem sieht der Rathauschef Wiesau noch immer gut versorgt. Dabei verweist er unter anderem auf die lokalen Bäcker und Metzgereien.

Hintergrund:

Bürgermeister Toni Dutz ist zuversichtlich, dass Rewe auf dem Brandgelände seinen neuen Markt errichten kann. Mitte September habe er mit Verantwortlichen der Immobiliengesellschaft, der das Grundstück gehört, vor Ort in Wiesau ein Gespräch. "Da wollen wir schon solche Dinge wie Baurecht und den Bebauungsplan erörtern." Möglicherweise würden auch schon erste Pläne von der Gesellschaft vorgelegt. Die Poststelle, Postschließfächer und die Lotto-Annahmestelle, die im Rewe-Markt beheimatet waren, sind mittlerweile im benachbarten Getränkemarkt untergebracht. Auch die Stadtbäckerei Schaller hat sich eine Übergangslösung einfallen lassen. Diese wird ab Donnerstag, 6. September, ihre Waren in einem Verkaufswagen auf dem Parkplatz des Rewe-Markts anbieten. (rti/wro)

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