Wiesau
21.11.2018 - 10:48 Uhr

Rückzugsgebiete schaffen

Die Themenauswahl bei der Herbstversammlung des Imker-Kreisverbandes ist umfassend. Auf besonderes Interesse stößt der insektenfreundliche Garten. Dringend gesucht werden Hornissenberater.

Hubert Greil (links), Vorsitzender des Imkervereins Wiesau-Schönhaid, dankt den Referenten Josef Ernst, Harald Schlöger und Johann Schön (von rechts) für die umfassenden Informationen. Bild: wro
Hubert Greil (links), Vorsitzender des Imkervereins Wiesau-Schönhaid, dankt den Referenten Josef Ernst, Harald Schlöger und Johann Schön (von rechts) für die umfassenden Informationen.

Zum Kreistreffen eingeladen hatte auch der gastgebende Imkereiverein Wiesau-Schönhaid. Referenten waren Kreisgartenfachberater Harald Schlöger vom Landratsamt sowie der in Münchenreuth wohnende Bienensachverständige Josef Ernst und Kreisvorsitzender Johann Schön. Im Bayer-Saal blieb kein Platz frei. Die Zeit sei auch reif für Vorträge wie „Insektenfreundlicher Garten“, ließ Kreisvorsitzender Johann Schön in der Runde der Bienenfreunde anklingen, bevor er das Wort an Harald Schlöger übergab.

Noch sei die negative Entwicklung in unserem Raum noch nicht so deutlich spürbar wie in den Ballungsräumen, zog Schlöger – mit Blick auf den Landkreis – eine eher positive Bilanz der Insektenbestände in der ländlich geprägten Region. „Die abwechslungsreiche Kulturlandschaft muss daher dringend erhalten bleiben“, forderte der Referent. „Kleinere Maßnahmen zeigen oft mehr Nutzen als eindrucksvolle und aufsehenerregende Aktionen“, stellte er zudem fest. Hecken, Feucht- oder Trockenbereiche in Form von Mauern oder Steinhaufen seien Zierde und Rückzugsgebiete für viele Kleintiere zugleich, informierte Harald Schlöger. Der Redner machte zusammenfassend deutlich, dass es wichtig sei, die vielfältigen Lebensräume für kommende Generationen „lebenswert“ zu erhalten.

Dringend gesucht werden ehrenamtliche Hornissenberater. Die Kosten für den Arbeitseinsatz, auch für die Auslagen bei der Fort- und Weiterbildung werden vom Landratsamt getragen. Erstattet werden auch die Fahrtkosten, merkte der Münchenreuther Josef Ernst – selber ein erfahrener Hornissenberater – an. Ernst versuchte beim Treffen im Bayer-Saal auch eine Lanze für die oft gefürchteten Insekten zu brechen. Anhand eines konkreten „Umzug-Beispiels“ bewies er die Friedfertigkeit der Tiere. „Die Umsetzung ging reibungslos vonstatten“, schilderte Ernst den verletzungsfreien Ortswechsel eines braven Hornissenvolkes. Kein Unheil drohe durch den kleinen Beutekäfer, der derzeit im Südwesten Italiens festsitze. Anders dagegen sei die Situation im Fall der asiatischen Hornisse. „Sie wurde bereits im Westen der Bundesrepublik gesichtet“, warnte der Bienensachverständige. Ernst wusste: „Entsprechende Maßnahmen zur Bekämpfung wurden aber bereits eingeleitet.“

Bereits während des Abends erreichten Kreisvorsitzenden Johann Schön zahlreiche Rückmeldungen aus den Reihen der Imker. Schöns zusammenfassendes Fazit: „Die Referate fanden großen Anklang.“ Er nannte auch das Stichwort „Bienenweide“. Der Landesverband finanziere derzeit Forschungsaufträge, unter anderem zum Thema „Mähverluste“. Gefördert werde auch eine mit „Bienenweiden in Photovoltaik-Anlagen“ überschriebene Untersuchung. Unterstützt werden die Studien mit 70.000 Euro. Der Förderbetrag werde durch die Mitgliedsbeiträge finanziert, informierte der Kreisvorsitzende. Zu Gast war auch Bezirksrat und Bürgermeister Toni Dutz, der auf die Imkerschule Aschach verwies und deren weitere Unterstützung zusicherte.

„Der Landkreis ist praktisch frei von Krankheitserregern, die die Faulbrut verursachen“, ließ Kreisvorsitzender Johann Schön ergänzend wissen. „Angesichts dessen wäre es fahrlässig, Bienenvölker von irgendwoher zu kaufen.“ Josef Ernst mahnte: „Ein Kauf ohne Gesundheitszeugnis geht überhaupt nicht!“

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.