03.12.2019 - 17:34 Uhr
WiesauOberpfalz

Schott AG plant Logistikzentrum in Wiesau

Die Nachricht war lange unter Verschluss gehalten worden. In der Bürgerversammlung am Montag ließ Bürgermeister Toni Dutz die Katze aus dem Sack. Im Interkommunalen Gewerbegebiet soll ein zweites Logistikzentrum entstehen.

So könnte es einmal aussehen: Das neue Logistikzentrum der Schott AG bei Wiesau. Der Entwurf sieht eine 300 Meter lange und 130 Meter breite Bebauung vor. Mit einem zweistelligen Millionenbetrag möchte das Unternehmen die rund 1250 Arbeitsplätze bei Schott in Mitterteich langfristig sichern.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Investor ist die Schott AG, die schon längere Zeit auf der Suche nach einem großen Areal war. In Wiesau wurde das Unternehmen nun fündig. Bürgermeister Toni Dutz zeigte sich in der Bürgerversammlung hocherfreut über diese Entwicklung. Ziel des Unternehmens sei es, den Produktionsstandort in Mitterteich zu entlasten, wusste Dutz. „Wir sind natürlich sehr glücklich darüber.“ Das Projekt solle zeitnah realisiert werden, erklärte der Gemeindechef, ohne detailliert auf das zweite Logistikzentrum im Interkommunalen Gewerbegebiet – das andere betreibt die Plößberger Ziegler Group – einzugehen.

Der Mitterteicher Standortleiter der Schott AG, Stefan Rosner, hatte seine Mitarbeiter vor der Bürgerversammlung in einer Betriebsversammlung über die Pläne des Unternehmens informiert. Weil Schott dringend ein neues großes Lager brauche und das auf dem Werksgelände Mitterteich keinen Platz mehr habe, sei das Unternehmen schon seit längerer Zeit auf der Suche nach einem weiteren Standort, so der Konzern.

Im interkommunalen Gewerbegebiet Wiesau ist Schott nun fündig geworden. Das Unternehmen plant, auf einer Fläche von 40 000 Quadratmetern einen zweistelligen Millionenbetrag zu investieren. Das ins Auge gefasste Areal hat für Schott viele Pluspunkte. „Es ist nicht weit entfernt vom Mitterteicher Werk und liegt nahe an der A 93, zudem gibt es einen Schienenanschluss in der Nähe“, begründet der Rohrglas-Hersteller die Entscheidung.

Standortleiter Rosner gibt sich aber betont vorsichtig: „Noch sind nicht alle Unwägbarkeiten ausgeräumt, deshalb ist das auch kein Bauprojekt, sondern ein Planungsprojekt.“ Trotzdem ist er zuversichtlich, dass alles klappt. Rosner: „Vielleicht können wir übernächstes Jahr schon einziehen.“ Die Schott AG nimmt dabei die Sorgen der Nachbarn des Gewerbegebiets nach eigener Auskunft sehr ernst.

Fragen, etwa zu ablaufendem Regenwasser, seien bereits mit der Kommune diskutiert und planerisch ausgeräumt worden. Man werde ganz sicher eine passende Lösung für alle Anlieger finden, so Schott, zumal in Wiesau weder etwas produziert noch mit gefährlichen Stoffen hantiert werden solle. „Eine leisere Industrieansiedelung als ein Logistikzentrum ist eigentlich kaum möglich“, so Schott in der Pressemitteilung.

Der auf die Herstellung von Glas- und Glaskeramik spezialisierte Technologiekonzern Schott AG, der seinen Hauptsitz in Mainz hat, schlägt mit diesem Projekt in der Region ein neues Kapitel auf. Seit bald 140 Jahren wird in Mitterteich Glas produziert. Und noch nie war das nach Angaben des Unternehmens so erfolgreich wie derzeit: Schott Tubing sei unangefochtener Weltmarktführer für Glasrohre. Global jede dritte Impfung stamme aus einem Fläschchen, das aus Schott-Rohrglas gefertigt sei.

„Jede Sekunde bekommen 400 Menschen eine Injektion aus einem Glasbehältnis unseres Unternehmens. Hinzu kommen noch viele technische Anwendungen aus Rohrglas – etwa Halogenlampen in Autoscheinwerfern. Hier hat unser Unternehmen sogar eine Monopolstellung.“

Standortleiter Rosner: „Um diesen Erfolg langfristig zu sichern, gibt es bei Schott einen Investitionsdreiklang aus China, Indien und Mitterteich. Wir bauen Kapazitäten im Ausland auf, sorgen aber gleichzeitig dafür, dass Mitterteich das Herzstück unserer Produktion bleibt.“ Die Großinvestition in Wiesau solle die rund 1250 Arbeitsplätze des Mitterteicher Unternehmens dauerhaft sichern.

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