Wiesau
12.06.2026 - 09:38 Uhr
OnetzPlus

Seit Jahrzehnten im Dienst: Das BRK Wiesau, bei dem auch die Jugendarbeit wichtig ist

Beim BRK Wiesau gibt es Grund zum Feiern: 70 Jahre Dienst am Nächsten. Und: 50 Jahre Jugendrotkreuz (das JRK). Den Abschluss des Festjahres bildet ein Ehrenabend im Hotel „Deutsches Haus“ im November.

1956, dies geht aus der Chronik der Marktgemeinde Wiesau hervor, erhielt Wiesau, nach vierjährigem Bemühen, einen eigenen Rot-Kreuz-Zug. Der war der Kolonne Mitterteich unterstellt, bevor er 1961 selbst zu einer Kolonne aufgewertet wurde. Bemerkenswert ist, dass die BRK-Bereitschaft seit ihrer Gründung lediglich vier Personen an der Spitze hatte: Heinrich Vogt, Karl Wolfrum, Gerd Stalla und aktuell Robert Wolfrum.

Gudrun Arnold hat die Geschichte des BRK Wiesau in Ordnern und Schautafeln (diese hängen im BRK-Heim) aufbewahrt. Daraus geht hervor, dass drei Jahre nach der Gründung erstmals ein Sanitätswettbewerb auf Kreisebene stattgefunden hatte. Wiesau sicherte sich den ersten Platz. Eine große Schauübung fand 1965 statt. Stets im Mittelpunkt stand das Helfen.

Olympische Spiele 1972 in München

Im Zuge der KTP-Wiesau (Krankentransportstelle) kam ein Sanitätswagen (ein VW-Bulli mit Blaulicht und Rot-Kreuz-Emblem) hinzu. Gudrun Arnold, die 1970 Teil des BRK geworden war, erinnert sich: „Standort des Anfang Februar 1969 in Dienst gestellten Einsatzfahrzeuges war das damalige Gärtnereigelände der Eheleute Marga und Otto Spitzl." Betreut und gefahren wurde der Kleinbus von Georg Mages, Alfons Speer, Siegfried Höcht, Alois Arnold und Otto Spitzl. Die Ehrenamtlichen schoben abwechselnd rund um die Uhr Dienst.

Zu den Höhepunkten des BRK Wiesau gehört der Sanitätsdienst bei den Olympischen Spielen 1972 in München, sowie das große Reit- und Springturner am ehemaligen Fußballplatz in der Hauptstraße. Begleitet wurden Schülersonderzüge, die Bergrennen nahe Friedenfels und vieles mehr.

Dienst in Dresden

In Eigenregie wurde 1975 bis 1976 die Hausmeisterwohnung in der Grund- und Mittelschule als Vereinsdomizil ausgebaut. Ein Wehmutstropfen war die Auflösung der Krankentransportstelle im Sommer 1977. Der Unmut der Bevölkerung war groß.

Die von Arnold geführte Chronik gibt viele Einblicke. Zu den besonderen Erinnerungen gehört die Gründung der ehrenamtlichen "Helfer vor Ort" im Jahr 1994. Besonders aber die Hochwasserkatastrophe im Jahr 2002 in Dresden. „Das war echt schlimm“, kommentiert Arnold die damalige Lage und die Unterstützung der Einsatzkräfte durch Ehrenamtliche aus Wiesau in der sächsischen Landeshauptstadt.

Pudding für Kinder

2015 und 2016 waren viele vom BRK am Tag und in der Nacht unterwegs. Die Dreifachturnhalle in Wiesau war zur Notunterkunft für Asylsuchende geworden. Versorgt werden mussten auch 32, bis zur Ankunft nur von Zucker und Wasser ernährte Neugeborene. „Windeln und Babynahrung waren rasch Mangelware und mussten in weiten Teilen der Region eingekauft und nach Wiesau geschafft werden." Die Lage habe sich "dramatisch" zugespitzt. Arnold: "Wir kochten Pudding; für die Kinder war der ein Genuss."

„Wir brauchen Menschen, die aus Überzeugung ihre Kraft und ihr Wissen zu Verfügung stellen", sagte BRK-Kreisvorsitzender Franz Stahl vor zehn Jahren beim Ehrenabend anlässlich der Gründung vor 60 Jahren.

Zu den derzeitigen Aufgaben des BRK Wiesau gehört der Sanitätsdienst, beispielsweise bei den Luisenburg-Festspielen. Ein großer Bereich beim BRK ist die Absicherung, Notfallbetreuung und der Sanitätsdienst bei Festen und Sportveranstaltungen. Nicht mehr wegzudenken sind die Unfallnachsorge und die "Helfer vor Ort" mit ihren engagierten Ehrenamtlichen. Zweifellos ein, wie Gudrun Arnold es formuliert, „Vollblut BRK-Mann“ ist deren Bruder, Wilfried Arnold. Seit 51 Jahren ist er auch engagierter Ausbilder. In den Reihen des BRK befinden sich laut Gudrun Arnold zwei Medizinstudenten. Bereitschaftsarzt ist der, trotz Ruhestand, noch immer unermüdliche Allgemeinmediziner Dr. Karban aus Wiesau. Man sei gut aufgestellt, fasst Arnold zusammen. Feiern werde man die Jubiläen mit einem Festakt am 7. November im Hotel „Deutsches Haus“ in Wiesau.

50 Jahre Jugendrotkreuz

50 Jahre alt wird das Jugendrotkreuz – anfangs geleitet von Gudrun Arnold, derzeit geführt von Kathrin Ruhland. Die Nachwuchsarbeit kommentiert Ruhland, die als 6-Jährige dem BRK beitrat, im Gespräch mit Oberpfalz-Medien deutlich positiv und meint damit die von ihr betreuten 18 Fünf- bis Elfjährigen. Den Finanzsockel in den Anfangsjahren erwirtschaftete eine eigene JRK-Band. Übrigens: JRK-Gründungsmitglied ist der derzeitige stellvertretende Bereitschaftsleiter Richard Meierl.

„Wir möchten mit anderen Hilfsorganisationen kooperieren“, sagt Ruhland im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Erarbeitet und benötigt werden neue Lehrmaterialen. „Bei Veranstaltungen wollen wir präsent sein." Zudem, das sei "sehr wichtig" betont sie, "möchten wir für das JRK werben und viele begeistern." Dafür genutzt werden auch die Sozialen Medien. Die Teilnahme an den Kreiswettbewerben sei „selbstverständlich“, unterstreicht die derzeit amtierende JRK-Leiterin aus Wiesau, Kathrin Ruhland.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.