02.08.2020 - 10:51 Uhr
WiesauOberpfalz

Statt roter Teppich heuer nur kalte Fliesen

Ihre Zeugnisse feiern die Hotel- und Tourismus-Fachschüler („Hoties“) normalerweise auf einem roten Teppich, mit gutem Essen und einer gedanklichen Fernreise. Heuer aber musste fast alles storniert werden.

von Werner RoblProfil

Der 13. Jahrgang hatte, was den Abschlussabend betrifft, Pech. Dabei hatte man sich doch so sehr gefreut und den Abend bereits im Winter, wenigstens gedanklich, schon vorausgeplant. Schließlich ist die Zeugnis- und Preisverleihung an der Fachschule für Hotel- und Tourismusmanagement in Wiesau alle Jahre ein großes Ereignis. Eingebunden sind stets eine gedankliche Fernreise, Tanz, Show und viel Musik.

„Statt auf einem roten Teppich stehen wir heute auf kalten Fließen“, bedauerte der Abteilungsleiter der Fachschule, André Putzlocher, die deutlich kargere Umgebung. „Es liegt daran, dass auch wir unter den Folgen der Corona-Pandemie zu leiden haben.“ Statt Anzug und Krawatte wählte der Pädagoge die legere Alternative: luftiges Hemd, Lederhose, weiße Socken und Haferlschuhe.

Die Ausbildung in Wiesau ist anerkannt und wird geschätzt

Wiesau

Schmerzlich vermisste man gedeckte Tische, Namenskärtchen und vieles mehr. Mit Wehmut erinnerte Studiendirektor André Putzlocher auch an die 2019 verliehenen goldenen Oscars für besondere Leistungen. Heuer gab es „nur“ die mehrsprachigen Zeugnisse und für die Besten Preise. Zurück lagen drei Jahre fachliche Ausbildung, 3800 Unterrichtsstunden und auf alle Fachschüler umgerechnet 500 Stunden Betriebspraktika in zehn Ländern der Erde. Lohn der Mühen seien, so Putzlocher, die Fachhochschulreife, ein Gesamtnotendurchschnitt von 2,11.

Statt glamourös mit rund 300 Gästen zu feiern, müsse man darauf achten, dass die Sicherheitsabstände, Hygieneregeln und die vereinbarten 60 Minuten eingehalten werden. „Gute Leistungen erfordern einen besonderen Einsatz“, zollte Putzlocher allen „großen Respekt“. Damit meinte er nicht nur die 24 Absolventen, sondern auch Schulleiter, Pädagogen, Eltern und viele andere. „Wer drei Jahre Ausbildung schaffen will, muss durchhalten können. Die Schule ist ein sehr ernster und theoretischer Raum. Jetzt kommt es darauf an, was Sie daraus machen.“

Die Schule ist ein sehr ernster und theoretischer Raum. Jetzt kommt es darauf an, was Sie daraus machen.

Studiendirektor André Putzlocher

Seitens der Schulleitung sprach Oberstudiendirektor Thomas Metzler. „Der 13. Jahrgang! Da musste auch was schief laufen.“ Trotz Corona seien bemerkenswerte Ergebnisse erzielt worden, zog Metzler Bilanz. „Feiern Sie mit Verstand, Corona ist immer noch aktuell“, mahnte der Schulleiter an anderer Stelle. Die Grüße des Landrats überbrachte Wiesaus Bürgermeister, Kreis- und Bezirksrat sowie Berufsschulbeirat Toni Dutz, der auch als Vorsitzender des Fördervereins auf die Bühne trat. „Beruf und Fachhochschulreife zugleich: Das ist schon bemerkenswert", lobte er die Ausbildung. Angeboten werde dies am Hochschulstandort Wiesau, der zudem auch ein „gutes Lernklima“ biete. Mit einem Dank für die „schöne und viel zu kurze Schulzeit“ erinnerten Yannik Boldt und Melanie Weismeier an die Ausbildungsjahre an der Fachschule für Hotel- und Tourismusmanagement.

Eingebunden in die Feier war auch die Verabschiedung der acht Absolventen der „Berufsschule plus“. Den Festakt leitete Oberstudienrat Jochen Römisch. „Sie dürfen heute die Früchte Ihrer Arbeit ernten“, freute sich der Pädagoge auf die Zeugnis- und Preisübergabe. Die Absolventen hätten viel Freizeit opfern müssen, um das Ziel Fachabitur zu erreichen. Gespart habe man sich ein Vollzeitjahr an der BOS.

Im Blickpunkt:

Staatspreis der Regierung der Oberpfalz: Lena Hiltel, staatlich geprüfte Assistentin für Hotel- und Tourismusmanagement

Landkreispreis: Lea Rebl (staatlich geprüfte Assistentin für Hotel- und Tourismusmanagement) und Michael Hippel (Absolvent der „Berufsschule plus“)

Preise des Berufsschulbeirates und des Fördervereins: Christina Kotz, Nicole Langner, Melanie Weismeier (Fachschule für Hotel- und Tourismusmanagement) sowie Stefan Zeinz („Berufsschule plus“)

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