Wiesau
06.06.2019 - 15:03 Uhr

Suche nach geeigneter Zufahrt

Die Änderung des Bebauungsplans "Nördlich Marktplatz" ist lediglich eine Formsache. Beim Thema "Gartenweg" aber meldet ein Anwohner Bedenken an, beim Thema Klärschlammentsorgung gibt es kritische Worte vom Bürgermeister.

Ein Anwohner äußerte Bedenken an der Eignung dieses schmalen Weges als Zufahrt zum neuen Wohngebiet "Gartenweg" . Planer Bernhard Bartsch gab ihm Recht, nun wird nach einer Alternative gesucht. Bild: wro
Ein Anwohner äußerte Bedenken an der Eignung dieses schmalen Weges als Zufahrt zum neuen Wohngebiet "Gartenweg" . Planer Bernhard Bartsch gab ihm Recht, nun wird nach einer Alternative gesucht.

Der Bebauungsplan für den nördlichen Marktplatz wurde schon mehrfach geändert. Diesmal betroffen waren insbesondere drei Parzellen in der Pfarrer-Plecher-Straße. Vorgeschrieben ist dort eine Bauweise mit Erd- und Dachgeschoss. "Dies aber hat zur Folge, dass man dort kein Haus mit einer Dachneigung von 22 Grad errichten kann", informierte Diplom-Ingenieur Bernhard Barsch. Aktuell liegt der Gemeinde ein solcher Bauantrag vor, dem bereits das Einvernehmen erteilt wurde. "Das Landratsamt kann dem aber nicht zustimmen", erklärte Bürgermeister Toni Dutz.

Die Behörde habe mitgeteilt, dass eine Genehmigung für das Vorhaben in der geplanten Form nur durch eine Bebauungsplanänderung erteilt werden könne. Diese aber werde sich über das gesamte Baugebiet erstrecken müssen, ergänzte Bartsch. Dagegen hatten die Markträte aber keine Einwände. Einstimmig wurde die Änderung des Bebauungsplanes "Nördlich Marktplatz" in allen Punkten auf den Weg gebracht.

Im neuen, derzeit noch unbebauten Wohngebiet "Gartenweg" sollen Einzelhäuser mit Sattel- oder Walmdächern sowie ein Wendehammer entstehen. In der Dezember-Sitzung hatte der Marktrat der Aufstellung des Bebauungsplans bereits zugestimmt, zwischenzeitlich wurden die ersten Entwurfszeichnungen und Erläuterungen durch das Ingenieurbüro Bartsch fertiggestellt. "Die künftigen Wohnhäuser sollten ins Landschaftsbild passen", mahnte Bürgermeister Dutz, der sich plötzlich mit einer Wortmeldung aus den Reihen der Zuschauer konfrontiert sah. "Ich bin Anlieger und habe Bedenken wegen des verstärkten Verkehrsaufkommens", fügte dieser hinzu und argumentiere, dass der Gartenweg für den Anliegerverkehr nur wenig geeignet sei. "Der schmale Weg hält der Belastung nicht stand", warnte der Wiesauer. Das bestätigte auch Bernhard Bartsch: "Ich muss von meiner Aufklärungspflicht Gebrauch machen. Ich sehe das auch so."

Dann müsse man nach Alternativen suchen, warf Freie-Wähler-Marktrat und Tiefbauunternehmer Thomas Streber ein. "Richtig, das werden wir prüfen müssen", bestätigte Bürgermeister Toni Dutz. Fritz Holm (CSU) als betroffener Anlieger verwies erneut auf die Entwässerung der Grundstücke und verweigerte trotz der Zusicherung, dass das Problem gelöst werde, seine Zustimmung. Das übrige Gremium befürwortete - unter Vorbehalt einer Zufahrts-Alternative - den Bebauungsplan "Gartenweg".

Angesichts von erhöhten Gebühren für die Fäkalschlammentsorgung durch die Verschärfung der Düngemittelverordnung wählte Bürgermeister Toni Dutz deutliche Worte: "Ich spreche von Umwelthysterie. Der Bürger bezahlt die Zeche, da bin ich bin dagegen." Die Verordnung sieht vor, dass der Klärschlamm - statt wie bisher von Landwirten - nun von einer Fachfirma zu entsorgen ist. Hierfür entstanden der Gemeinde bereits Kosten in Höhe von rund 144 000 Euro für rund 4280 Tonnen Fäkalschlamm.

Um die Kosten aufzufangen, wurden die Gebühren neu kalkuliert und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt. Nach dieser Berechnung liegen die Entsorgungskosten bei 35 Euro/cbm. Es folgte der Vorschlag, die Annahmegebühren von bisher 16 Euro pro Kubikmeter auf 33 Euro zu erhöhen. Unverändert bei 16 Euro bleibe aber die Anlieferung aus abflusslosen Gruben. "Hier handelt es sich um normal verschmutztes Hausabwasser, dessen Wasseranteil wesentlich höher ist als bei Hauskläranlagen", sagte Toni Dutz. "Durch die Preisanpassung erhöhen sich die Einnahmen für die Monate Juni bis Dezember auf rund 3800 Euro", so Dutz. Helmut Oppl (CSU) betonte: "Ich kann das nicht hinnehmen." Die Entsorgungsgebühren der Fachfirma seien deutlich zu hoch angesetzt, er bat in aller Deutlichkeit noch einmal nachzuhaken. Der Gebührenerhöhung seitens der VG stimmten die Markträte aber geschlossen zu.

Als mögliche Alternative kommt die Zufahrt im östlichen Bereich des Gartenweges in Frage, die deutlich kürzer wäre als die West-Variante. Bild: wro
Als mögliche Alternative kommt die Zufahrt im östlichen Bereich des Gartenweges in Frage, die deutlich kürzer wäre als die West-Variante.
Wo sich jetzt noch Felder und ein unbefestigter Weg befinden, soll in Kürze das neues Baugebiet "Gartenweg" entstehen. Bild: wro
Wo sich jetzt noch Felder und ein unbefestigter Weg befinden, soll in Kürze das neues Baugebiet "Gartenweg" entstehen.
 
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