Ihren 90. Geburtstag feierte Jutta Wege aus Wiesau. Anfang der Woche feierte die Jubilarin mit über 80 Gästen – neben der Familie auch Bürgermeister Michael Dutz sowie sein Vater und Vorgänger im Amt, Toni Dutz, Vertreter der Kirchengemeinde sowie viele Freundinnen aus den Vereinen – im Evangelischen Gemeindehaus in Wiesau.
Gymnastik und Schwimmen
Jutta Wege stammt aus Niedersachsen. Seit Jahrzehnten lebt die verwitwete Frau in der Reihenhaussiedlung nahe der Berufsschule in Wiesau. Mit ihren 90 Jahren ist die Jubilarin noch fit. "Seit meiner Kindheit treibe ich Sport und noch heute, trotz meines Lebensalters, gehöre ich zur Gymnastikgruppe des TB Jahn in Wiesau", erklärt Wege. Regelmäßig geht sie Schwimmen, betont die Jubilarin im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Doch ein gewichtiger Grund für das Erreichen des hohen Alters seien ihrer Ansicht nach die Gene. "Meine Eltern und meine Schwester wurden über 90 Jahre alt.“
1936 kam Jutta Wege in Walsrode in der Lüneburger Heide als jüngstes von drei Geschwistern auf die Welt. Als Kind war sie oft rund um ihren Heimatort mit dem Pferdefuhrwerk unterwegs, auf dem Kutschbock saß ihr Opa, erinnert sie sich. "In der Heide haben wir Torf gestochen, wo es auch giftige Kreuzottern gab“, erzählt sie. „Und so wurde ich – wie alle in Walsrode – eine Heidschnucke in der Lüneburger Heide", sagt die Jubilarin.
Von Berlin in die Oberpfalz
Als Jugendliche verdiente sie ihren Lohn als Verkäuferin im Kaufhaus "KaDeWe" in Westberlin. Als Lohn erhielt Wege monatlich nur 250 DMark. "Für eine gelernte Verkäuferin sehr gering“, meint sie rückblickend. „Aber ich konnte Geld verdienen, die Arbeit war interessant. Man lernte Leute kennen und das war mir wichtig.“ Im großen Angebot des Kaufhauses wurden auch Mokkatassen verkauft, die in einer Porzellanmanufaktur in Wiesau, einem ihr damals unbekannten Ort, bemalt worden waren. Dass sie genau in dieser Gemeinde einmal sesshaft werden würde, ahnte die junge Frau nicht.
Grund für den späteren Umzug ins Stiftland war ihr neuer Beruf in der Textilbranche: „Aus der Textilzeitung erfuhren mein Ehemann Hans und ich, dass in der Strumpffabrik Fritzsche in Wiesau Stricker für die Maschinen gesucht werden." 1961 bewarb sich das Ehepaar, es folgte der Umzug in die Oberpfalz. Beide fertigten Strümpfe. "Hans wurde Strickmeister", erzählt die Jubilarin. „Rasch lernten wir Freunde und die Umgebung kennen."
Demnächst will Wege ihrer Geburtsstadt einen Besuch abstatten. "In Walsrode werden wir Jubelkonfirmation feiern. Leider wird der Kreis immer kleiner“, bedauert die 90-Jährige.























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