Wiesau
23.07.2020 - 13:48 Uhr

Über 2000 Masken und mehr als 2000 Euro an Spenden

Die Nähgruppe "Wiesau näht wie Sau" verschenkte in der Hochphase der Coronakrise über 2000 Masken und sammelte dabei auch über 2000 Euro an Spenden ein. Oliver Zrenner zieht Bilanz und spricht von einer Erfolgsgeschichte.

Eine, bei der die Fäden zusammenliefen, war Conny Franz. Sie hat sich mit ihrer Nähmaschine und ihrem Geschick aktiv in die Gruppe „Wiesau näht wie Sau“ eingebracht. Archivbild: Conny Franz/exb
Eine, bei der die Fäden zusammenliefen, war Conny Franz. Sie hat sich mit ihrer Nähmaschine und ihrem Geschick aktiv in die Gruppe „Wiesau näht wie Sau“ eingebracht.

Vor knapp vier Monaten baten Conny Franz, Melanie Brunner und Oliver Zrenner mehr als 20 Leute an die Nähmaschinen und Zuschneide-Tische. Ziel ihrer Aktion war es, ein Schneider-Netzwerk zu bilden. Die Aufrufe zeigten Erfolg. Zudem sorgte eine weitere Aufforderung dafür, dass Stoff- und Materialspenden zur Produktion an die Helfer verteilt werden konnten. Auf Facebook wurde auch eine Seite geschaffen, um auf die Aktivitäten der Nähgruppe aufmerksam zu machen.

Alt und Jung bringen sich ein

"Sogar die Mädchen und Buben halfen gerne mit", berichtet Zrenner im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Deren Aufgabe war es, die Zuschnitte herzustellen. "Die älteste Näherin war über 80 Jahre alt", so Zrenner weiter. "Die fertigen Mundschutze wurden bei mir abgegeben. Wir verteilten sie, als noch gar keine Masken öffentlich zur Verfügung standen", beleuchtet Zrenner die Anfänge der immer größer gewordenen Aktion.

Empfängerkreis ausgeweitet

Zunächst wurden die Masken ausschließlich an Behörden, Institutionen und Einrichtungen abgegeben. "Wir besuchten danach auch die Feuerwehr, die Pflege- und Wohneinrichtung ,Steinwaldblick' in Wiesau, auch das Senioren-Servicehaus in Fuchsmühl." Übergabetermine seien unter anderem auch mit der AWO Selb, verschiedenen Behinderteneinrichtungen sowie der Dialyseabteilung in Tirschenreuth vereinbart worden.

Im weiteren Verlauf der Aktion klinkte sich auch die örtliche Apotheke ein. "Dort wurden die Masken gegen eine freiwillige Spende abgegeben", so Zrenner. Für zusätzliche Werbung habe das Geschäft Dobmeier gesorgt. Dort habe man die für den Schulbetrieb hergestellten Kindermasken ausstellen können.

Tirschenreuth27.03.2020

Melanie Brunner kümmerte sich um die Finanzen. Wie Oliver Zrenner informiert, sammelte die "Schatzmeisterin" bis zum Projektende in der Gemeinschaftskasse einen Reinerlös von über 2000 Euro. "Wir waren uns einig, das Geld an diejenigen in Wiesau zu verteilen, die dafür Bedarf anmelden." Wie Zrenner erklärt, habe man soziale Gesichtspunkte in die Spendenverteilung einfließen lassen. So konnte mit einem Zuschuss der Grundstock für einen geplanten Barfuß-Pfad im Fichtenschachter Kindergarten Sankt Josef gelegt werden. Vonseiten des Kinderhauses Sankt Elisabeth kam der Wunsch, eine Lichtersäule im "Snoezelenraum" aufzustellen. "Der Unterstützungs-Bitte kamen wir gerne nach", betont Zrenner. Weitere Spendentermine folgten. Laut Zrenner erhielten die Elternbeiräte der Grund- und der Mittelschule jeweils einen Geldbetrag, damit der diesjährige Kinotag durchgeführt werden konnte. Denn wegen der Corona-Pandemie fiel das Schulfest ins Wasser. "Uns fehlen diese Einnahmen", zitiert Zrenner den Elternbeiratsvorsitzenden der Grundschule, Bernhard Rosner.

Weiter erhielten die örtlichen Kinder-, Jugend- und Teenie-Chöre einen Heizkostenzuschuss für ihren Probenraum. Der Mitterteicher Wohngruppe St. Benedikt für erwachsene Behinderte verschaffte man einen Servierwagen und andere nützliche Ausstattungsgegenstände, wie Zrenner weiter berichtet. Mit einer Finanzspritze unterstützten die Helfer auch den "längst fälligen Urlaub" einer alleinerziehenden Mutter mit ihrem schwerbehinderten Kind. Und bei einer alleinerziehenden Hinterbliebenen, deren Ehemann erst vor Kurzem verstarb, wurden die Kosten für ein Jahr Grabpflege übernommen.

Dank an alle Helfer

"Wir halfen mit, die Pandemie einzudämmen", resümiert Zrenner. Und zusätzlich habe man mit Spenden auch anderweitig Unterstützung leisten können. "Ohne die vielen helfenden Hände an den Nähmaschinen und Scheren wäre das alles nicht möglich gewesen", betont Zrenner abschließend. "Ihnen gebührt an dieser Stelle ein besonderer Dank."

 
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