14.08.2019 - 19:38 Uhr
WiesauOberpfalz

Ziegler Group mit viel Platz für Logistik

Die Ziegler Group hat die erste Logistikhalle im interkommunalen Gewerbegebiet in Wiesau errichtet. Bei der Einweihung zeigt Prokurist Michael Wachsmann die Entwicklung des Unternehmens auf. Zum Ende seiner Rede hat er ein Schmankerl parat.

von Martin Maier Kontakt Profil

Die Ziegler Group hat mehrere Standbeine. Ihre Wurzeln liegen in den 1970er Jahren. Damals gestartet als kleines Sägewerk im Nebenerwerb zur Landwirtschaft. Mittlerweile ist das Unternehmen der größte Sägewerk-Einzelstandort in Europa und zudem in den Bereichen Logistik, Hausbau, Dekoration sowie Maschinenbau und IT unterwegs. Rund 1 300 Mitarbeiter stehen bei der Ziegler Group in Lohn und Brot.

Daher war es nicht verwunderlich, dass Prokurist Michael Wachsmann mit einem Zitat von Woody Allen einstieg: "Das Geheimnis des Erfolgs? Anders sein als die anderen!" Denn diese Aussage passe ganz gut zu seinem Arbeitgeber. Ein Treiber der sehr positiven Entwicklung sei das Geschäftsfeld der Logistik, in dem rund 250 Mitarbeiter beschäftigt sind. Dieses trage einen Umsatz von rund 50 Millionen Euro zur Unternehmensgruppe bei.

Ein Herzstück dabei ist das Bahnhofsareal in Wiesau. Zudem betreibt die Ziegler Group drei Containerterminals und es gibt Kooperationen mit allen großen Spediteuren und Reedereien. Im Monat verlassen mittlerweile 1 000 Seecontainer, die mit Schnittholz beladen sind, das Sägewerk auf der Betzenmühle. In den vergangenen fünf Jahren stieg zudem die Anzahl der eigenen Lastwagen von 14 auf 150.

Erweiterung angedacht

Mit diesen Zahlen zeigte Wachsmann auf, dass die Ziegler Group gewillt ist, auch weiterhin zu wachsen. Ein Baustein sei die Logistik. Viele externe Unternehmen und Kunden seien auf die Ziegler Group zugekommen und hätten sich nach Lagerflächen erkundigt. "Der Bedarf ist hier in den letzten Jahren stark angestiegen", stellte der Prokurist fest. Und dieser Teil der Wertschöpfungskette "hat uns noch gefehlt".

Mit der neuen Logistikhalle habe man den Startschuss für die Entwicklung des interkommunalen Gewerbegebiets in Wiesau gegeben. Der Standort entspreche allen Anforderungen einer optimalen Lagerlogistik: Nähe zur Autobahn, direkte Anbindung an ein Containerterminal und erschwingliche Preise im Vergleich zu großen Städten.

Die Halle hat eine Gesamtfläche von 10 000 Quadratmetern. Sie ist zwölf Meter hoch und damit auch für Hochregallagerung geeignet. An zehn Toren werden die Lastwagen be- und entladen. Die maximale Anzahl an eingelagerten Paletten wird bei rund 15 000 liegen. Die Kosten für die neue Halle, in der vorerst rund 20 neue Mitarbeiter beschäftigt werden, liegen bei etwa acht Millionen Euro.

Neues Restaurant

Eine Erweiterung des Bauwerks um drei Abschnitte werde jetzt schon ins Auge gefasst. "Im Endstadium planen wir, an diesem Standort eine Lagerkapazität von 40 000 Quadratmetern anbieten zu können", blickte Wachsmann voraus. Der Prokurist hatte auch schon den Namen des ersten Kunden parat: Die Mühlmeier GmbH & Co. KG aus Bärnau wird schon bald in der Logistikhalle hauptsächlich Produkte aus der Schweiß- und Mahltechnik lagern.

Dass die Ziegler Group weiterhin wächst, zeigte der Verweis von Wachsmann auf den Erwerb des Faltenbacher Hofs in Wiesau. Diesen baue das Unternehmen seit geraumer Zeit um. "Dass Holz dabei eine zentrale Rolle spielen wird, versteht sich von selbst." Man werde in einem neuen Restaurant in einem modernen Ambiente eine "sehr gute Küche für alle anbieten". Zudem gebe es acht Hotelzimmer. Damit steige die Ziegler Group auch in die Gastronomie ein. Mit Bürgermeister Toni Dutz enthüllte Michael Wachsmann dann den neuen Namen des Restaurants: "Holzfellas". Die Eröffnung werde aber erst in ein paar Wochen sein.

"Man hat den Eindruck, bei der Ziegler Group gehen die Ideen nie aus", kommentierte Landrat Wolfgang Lippert die neue Gastronomie-Sparte. Das Unternehmen sei immer wieder für positive Schlagzeilen gut. Die Ziegler Group habe zudem einen großen Anteil daran, dass der Landkreis zu den zehn Aufsteigerregionen Deutschlands zähle. Auch sprach der Landrat das Thema Flächenfraß an. Natürlich müsse man sich damit auseinandersetzten, aber es dürfe keine Deckelung geben. "Da mache ich nicht mit."

Über Gemeindegrenzen

Dies sah auch Bürgermeister Dutz so. Es werde an Ausgleichsflächen gearbeitet. Er verwies dabei auf Verhandlungen mit der Stadt Augsburg. Außerdem hob der Rathauschef noch einmal die Bedeutung des interkommunalen Gewerbegebiets hervor. "Diese Zusammenarbeit ist nicht selbstverständlich", stellt er fest. Die Segnung der neuen Halle übernahmen der katholische Priester Jaime-Pasqual Hannig und der evangelische Pfarrer Martin Schlenk. Als weitere Überraschung überreichte Prokurist Michael Wachsmann an die beiden katholischen Kindergärten in Wiesau jeweils 500 Euro und an den evangelischen Verein "Miteinander" ebenfalls 500 Euro.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.