10.02.2020 - 13:33 Uhr
WiesauOberpfalz

Ziegler plant auch künftig mit Wiesau

Die Bürgermeister und Interessierte aus den beteiligten Gemeinden besichtigten die Ziegler-Logistikhalle. Fazit: Das interkommunale Gewerbegebiet bei Wiesau ist eine Erfolgsgeschichte. Da waren sich die Besucher beim Treffen einig.

Die Delegation aus den Kommunen wurde von den Ziegler-Prokuristen Andreas Sandner und Michael Wachsmann (von rechts) durch die Logistikhalle geführt.
von Werner RoblProfil

"Auch eine kleine Verwaltungseinheit, wie es Wiesau ist, kann ein interkommunales Gewerbegebiet auf die Beine stellen", hob Wiesaus Bürgermeister Toni Dutz beim Informationsbesuch in der Ziegler-Logistikhalle hervor. Der Einladung folgten neben Toni Dutz auch seine Amtskollegen Bernd Sommer aus Waldsassen, Roland Grillmeier (Mitterteich), Lothar Müller (Plößberg) und Herbert Bauer aus Falkenberg. Begleitet wurden die Rathausoberhäupter von Interessierten aus den beteiligten Kommunen. Durch die Halle führten die Ziegler-Prokuristen Michael Wachsmann und Andreas Sandner. Die Firma stehe im Fokus der Öffentlichkeit, sagte Bürgermeister Toni Dutz. "Es ist zweifellos auch für ein Unternehmen, wie es Ziegler ist, nicht einfach, solch eine Investition zu tätigen", stellte der Gemeindechef klar. "Wir sind froh, solch einen starken Partner hier zu haben."

"Nicht abhängig"

Sein Anliegen war es auch, mit einem - wie er wörtlich betonte - derzeit sich ausbreitenden "Märchen" aufzuräumen. "Die Marktgemeinde Wiesau macht sich vom Plößberger Unternehmen nicht abhängig." Dutz appellierte an die Verbreiter entsprechender Gerüchte, "man sollte doch sachlich bleiben".

Wie anderswo sei man ein Dienstleister für die Bürger und Unternehmen. Dazu gehöre auch die Firma Ziegler, sagte Dutz in aller Deutlichkeit. Zudem brachte er die Standortplanungen der Schott AG ins Spiel. "Ein weiterer Faktor, den wir sehr begrüßen." Man habe Grundstücke veräußert, man sei Partner, führte Dutz weiter aus. "Mehr aber auch nicht. Eine Abhängigkeit kann ich nirgendwo erkennen." Toni Dutz ergänzte: Man schätze das Plößberger Unternehmen, das in Wiesau gleich vier Standorte fand. Dutz erinnerte an den Unternehmenszweig in Schönhaid, den Container-Umschlagplatz, zudem an das Restaurant "Holzfellas" und nicht zuletzt an die Logistikhalle, die aller Voraussicht nach um weitere 30 000 Quadratmeter ergänzt werden soll, um das Portfolio des Unternehmens zu erweitern. Auf einen genauen Zeitpunkt der Umsetzung wollten sich die Prokuristen Andreas Sandner und Michael Wachsmann aber noch nicht festlegen.

Dutz erklärte: "Die Ausweitung des Industriegebietes ist eine Aufgabe, die uns weiter beschäftigen wird." Die Suche nach Ausgleichsflächen laufe. "Wir stehen derzeit auch in Verhandlungen mit der Stadt Augsburg, die einen Teil des Steinwaldes bewirtschaftet und uns die Bereitschaft signalisierte, uns zu unterstützen."

Zu 80 Prozent ausgelastet

Aktuell sei die Logistik-Halle zu etwa 80 Prozent ausgelastet, wie Michael Sandner auf Anfrage informierte. Geschaffen wurden auch Blocklagerflächen für kurzfristige Einlagerungen, um die in Wiesau wartenden Produkte zeitnah weitertransportieren zu können. Vor den Gästen erklärte Wachsmann: "Die Nachfrage nach weiteren Stell- und Umschlagflächen ist groß. Daher haben wir einen Neubau, der in den Osten des Areals rücken soll, auch ins Auge gefasst."

Weiter wachsen

"Ich finde es gut, dass das Kirchturmdenken ad acta gelegt wurde", machte Andreas Sandner mit Blick auf die Zusammenarbeit der am Industriegebiet beteiligten Kommunen deutlich. "Wir wollen am Standort Wiesau weiter wachsen." Logistik sei ein wichtiges Thema, fügte der Firmensprecher hinzu. Von großer Bedeutung sei die Ausbildung, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Sandner fuhr fort: "Wir müssen die Leute aus der Region holen, um sie für unser Unternehmen zu gewinnen."

Zudem müsse man den gewerblichen Bereich als Arbeitsplatz wieder attraktiver machen. Michael Sandner warf auch einen Blick auf das Gesamtunternehmen: "Es werden weitere Arbeitsplätze entstehen." Zu lösen aber seien die Fragen: Wie kommen die Leute zu uns her? Wo werden sie wohnen? Logistik sei ein Stück Wirtschaftsfaktor. Wachsmann nannte die Branche einen "Wachstumsmarkt".

"Der Bahnhof Wiesau ist zum Tor der Welt geworden und daher wichtig für den Export und Import", fügte Andreas Sandner an anderer Stelle hinzu. "Was wir jetzt aber dringend brauchen, ist die rasche Elektrifizierung der Bahnstrecke. Dazu fehlt aber der Faktor Druck, dann würde es sicher schneller gehen", meinte dazu Bürgermeister Bernd Sommer aus Waldsassen.

Laut Wachsmann werde die Digitalisierung eine wichtige Rolle spielen. "Aber ohne das Fachwissen unserer Mitarbeiter wird vieles auch in Zukunft nicht umsetzbar sein", so Wachsmann.

Zum Thema Breitband im Industriegebiet sagte der Firmensprecher: "Wir sind gut versorgt." Zudem sei man sehr froh, die Politik an der Seite zu haben. "Ich finde es gut, dass die Kommunen zusammenarbeiten", betonte Michael Wachsmann vor dem gemeinsamen Rundgang.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.