19.11.2019 - 15:25 Uhr
Wildenreuth bei ErbendorfOberpfalz

Mal mehr "Weihnachten im Schuhkarton", mal weniger

Bei der Hilfsaktion "Weihnachten im Schuhkarton" werden jedes Jahr viele Pakete befüllt. Doch nicht nur Plüschteddys, Bonbons oder gut erhaltene Kleidung landen in den Weihnachtspäckchen.

Erna Mehlhase beteiligt sich seit 20 Jahren an der Aktion "Weihnachten im Schuhkarton". Im Schloss Wildenreuth machen sie und ihr Team die Päckchen fertig für den Versand.
von Susanne Forster Kontakt Profil

(san/sfo) In Schnaittenbach (Landkreis Amberg-Sulzbach) fand Familie Straub - sie macht bei der Aktion "Weihnachten im Schuhkarton", einer Hilfsaktion, um bedürftigen Kindern eine Weihnachtsfreude zu bereiten, mit - Strudelteig aus der Kühltheke, gebrauchte Unterhosen oder den Roman "Die Asche meiner Mutter" in den Geschenkboxen. Dinge, die in den Päckchen nichts verloren haben, sagen sie. Und deshalb werden sie aussortiert oder landen im Müll.

Bei uns im Landkreis leitet seit 20 Jahren Erna Mehlhase aus Wildenreuth das Schuhkarton-Team, das im Schloss Wildenreuth an sechs Tagen in weihnachtlicher Mission Schuhkartons ehrenamtlich kontrolliert und packt - die Jüngste im Bunde ist elf Jahre alt. Absurdes habe Mehlhase noch nie in den Schuhkartons gefunden, sagt sie. An Damenbinden, benutzte Trinkbecher oder Unterwäsche mit Gebrauchsspuren erinnert sie sich. Ansonsten überwiegt bei ihr das Positive. "Die Päckchen werden qualitativ hochwertiger", lobt sie. Das hat sie in ihren 20 Jahren Erfahrung festgestellt.

In Schnaittenbach findet Familie Straub Kurioses in den Schuhkartons.

Schnaittenbach

Geprüfte Qualität

Die Bestimmungen, was in ein Paket darf und was nicht, sind streng, weiß die Wildenreutherin. Auf der Broschüre von "Weihnachten im Schuhkarton" ist genau angegeben, was im Päckchen landen soll. Spielzeug, Duschgel, Vollmilchschokolade, Buntstifte oder Kuscheltier ist darauf zu lesen. Ein Grund dafür, dass etwa Süßigkeiten mit Nüssen oder Müsliriegel nicht eingepackt werden dürfen, sind die Einfuhrbedingungen der Länder, die mit den Weihnachtsgrüßen beliefert werden - die Schuhkartons werden etwa nach Polen, in die Ukraine, nach Mazedonien, Litauen oder in die Slowakei verschickt. Deshalb kontrollieren sie und ihr Team jedes abgegebene Paket auf seinen Inhalt. Hauptsächlich Lebensmittel sortieren sie aus. Mit geöffneter Verpackung, abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum oder ungeeigneten Inhaltsstoffen - wie etwa Nussschokolade. Der Zoll kontrolliere stichprobenartig Pakete - sie werden per Lkw-Spedition transportiert. Gibt es eine Beanstandung, werde der gesamte Lkw für die Weiterfahrt gesperrt, weiß Mehlhase.

Die gründliche Qualitätskontrolle ist deshalb wichtig - und zahlt sich aus: Die Pakete, die im Schloss Wildenreuth geprüft wurden, kamen, so erinnert sich Erna Mehlhase, bisher immer durch den Zoll. Und die aussortierten und noch haltbaren Lebensmittel landen nicht etwa auf dem Müll. Sie gibt Mehlhase an die Mitterteicher Tafel weiter.

Kuschelbär mit Strick-Outfit

Auch das, was in den Schuhkartons drinnen bleibt, wird geprüft. "Die Pakete sollen einigermaßen gleichwertig sein", sagt Mehlhase. Deshalb ergänzen sie und ihr Team, wo es nötig ist, die Kartons mit weiteren Gegenständen, etwa mit Selbstgestricktem. So sorgen sie für eine gleichmäßige Bestückung der Päckchen.

Bei der Kontrolle der Pakete ist der Wildenreutherin in diesem Jahr ein Stofftier-Bär mit selbst gestrickten Klamotten besonders in Erinnerung geblieben, sagt sie. Und Anna Rahn aus Krummennaab, die seit mehr als 15 Jahren Pakete packt, legt immer eine selbst gebastelte Weihnachtskarte mit ihrer Adresse hinein. Zwei Mal hat sie schon einen Brief zurück bekommen. Erst im vergangenen Jahr schrieb ihr ein zehnjähriges Kind aus Rumänien ein Dankeschön für die Spielsachen und die Süßigkeiten - und zwar auf Deutsch.

Die Schuhkartons sind mit weihnachtlichem Geschenkpapier umhüllt. Das Team kontrolliert den Inhalt jedes Päckchens. Er muss den Einfuhrbedingungen der jeweiligen Länder, die Kartons erhalten, entsprechen.

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