Update 18.11.2018 - 18:03 Uhr
Winbuch bei SchmidmühlenOberpfalz

Fliegenfischer fachsimpeln in Winbuch

Fliegenfischen gilt unter Anglern als Königsdisziplin. Das liegt nicht nur an den ausgefeilten Fangtechniken, sondern auch an besonderen Ködern. Über diese Kunstfliegen fachsimpeln Experten in Winbuch.

Ein echtes Kunstwerk: Fliegen-Binden ist etwas für Experten.
von Autor POPProfil

Dieses Treffen ist längst ein Muss für jeden Fliegenfischer - nicht nur im Landkreis, sondern aus der ganzen Oberpfalz und auch darüber hinaus. Diesmal kamen Teilnehmer aus ganz Bayern und aus Österreich. Nicht nur um Erfahrungsaustausch und das Kennenlernen ging es ihnen in Winbuch, sondern auch um das Anfertigen von Fliegen, den kunstvollen Ködern.

Organisiert hatte das Treffen Hans Eiber, ein echter Fachmann auf diesem Gebiet, unterstützt von Hagen Leuthmetzer. An vielen Gewässern, zum Beispiel an der Lauterach, darf man nur mit der Fliege (und ausschließlich mit Kunstfliege oder Nymphe) sein Glück versuchen, um eine Forelle, Äsche oder einen Saibling zu überlisten: Wer hier erfolgreich sein will, muss das Fliegenfischen bestens beherrschen.

Tarnen und täuschen

Im klaren Wasser tummeln sich Bachforellen, Saiblinge und Äschen. Diese Fische ernähren sich von verschiedenen Insekten und ihren Larven, wie Eintags- und Köcherfliegen, aber auch von ins Wasser gefallenen Land-Insekten wie Ameisen, Käfer oder Raupen. Größere Bachforellen fressen auch die hier vorkommenden Mühlkoppen, Stichlinge und Elritzen. Insbesondere die Eintagsfliegen, aber auch die Käfer werden zum Fischen künstlich nachgemacht. Die große Kunst besteht darin, die Köder so zu fertigen, dass man damit die durchaus vorsichtigen Fische täuschen kann. Kunstfliegen kann man entweder kaufen oder selbst herstellen. Letzteres konnte man im Dorfgemeinschaftshaus Winbuch ausprobieren oder verfeinern.

Beim Fliegenfischen verwendet man entweder Trocken- oder Nassfliegen. Ersteres gilt als das klassische Fliegenfischen. Dabei werden künstliche Fliegen verwendet, die auf der Wasseroberfläche treiben. Dies wird durch Fetten der Fliege und/oder die Verwendung schwimmenden Materials wie Rehhaar oder Federn erreicht.

Trockenfliegen imitieren meist lebende Insekten mit Flügeln, die gerade aus der Larve geschlüpft sind. Nassfliegenfischen ist die geschichtlich älteste Form des Fliegenfischens. Nassfliegen sind künstliche Fliegen, die nicht schwimmen: Sie imitieren unter der Wasseroberfläche zum Schlupf aufsteigende Nymphen oder dahintreibende tote Insekten. Viel Geschick ist beim Binden und beim Angeln erforderlich, um Forelle oder Saibling zu überlisten. Fliegenfischen kann man grundsätzlich in jedem Gewässer.

Hintergrund:

Fliegenfischen ist seit Generationen in Schmidmühlen „zu Hause“. Treffen dieser Spezies von Anglern im Ort gibt es ebenso lang. Die Stammtische im ehemaligen Gasthaus Rubenbauer zum Beispiel.

Die Lauterach gilt als Urbild eines Oberpfälzer Jurabaches. Der entspringt in diesem Fall in Lauterhofen und fließt auf seinem Weg zur Mündung in die Vils in Schmidmühlen durch Kastl und Hohenburg. Wegen dieser besonderen geologischen Ausgangslage gehört die Lauterach, wie auch die Wiesent oder die Pegnitz in der Fränkischen Schweiz, zu den ertragreichen, sommerkühlen Salmoniden-Gewässern. Grundquellen entlang ihres gesamten Verlaufs halten die Wassertemperatur auch im Sommer in der Regel immer deutlich unter 20 Grad. Im Winter schwankt sie um 8 Grad. Die Lauterach ist ein noch weitgehend naturbelassener Bach – und bei Anglern weithin bekannt.

Selbst gebundene Kunstfliegen.

Viel zu sehen, zu lernen und auszuprobieren gibt es auch für die Jugendlichen beim Treffen der Fliegenfischer.

So kostbar, dass sie wie Schmuck aufbewahrt werden.

Auch der Nachwuchs übt sich beim Treffen der Fliegenfischer.

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