21.09.2018 - 16:05 Uhr
Oberpfalz

Windenrettung ist Teamarbeit

Die Bergwacht muss jederzeit mit einem Notfall rechnen: Ein Bergsteiger hängt verletzt am Felsen. Jetzt muss alles schnell gehen. Das Einsatzteam fliegt mit einem Helikopter zum Unfallort, um den Verletzen zu bergen.

von PSBAProfil

Sanitäter und Bergretter seilen sich ab und bergen den Verletzten. Damit so eine Windenrettung einwandfrei über die Bühne gehen kann, muss der Rettungstrupp optimal aufeinander eingespielt sein. Jeder Handgriff muss sitzen. Die Bergrettungswache Amberg übte mit dem Hubschrauber Christoph 27 den Ernstfall am Lauterachfelsen. "Wir haben am Felsen drei Stationen: eine Kapprettung, eine direkte Abholung vom Felsen und eine Rettung mit Bergesack. Unser Team besteht im Helikopter Christoph 27 aus einem Piloten, dem Windenführer, der die Seilwinde bedient, einem Sanitäter und einem Bergretter", erläuterte der stellvertretende Bereitschaftsleiter der Bergwacht Amberg, Markus Arnold.

Alle vier Beteiligten müssen sich aufeinander verlassen können, die Windenrettung funktioniert nur im Team. "Der Pilot sieht nicht, was unten passiert. Der Windenführer ist für ihn sein Auge. Alle zusammen haben eindeutige Kommandos und Zeichen, um zu kommunizieren." Es sei keine leichte Aufgabe, die Maschine so ruhig in der Luft stehen zu lassen, so dass unten nichts schiefgehen kann. Bergretter des gesamten Frankenjura sind gekommen, um die Übungen in Einsatzgruppen am Felsen zu absolvieren. Nach einer kurzen Einweisung von Rettungsassistent Dirk Gockeler in Signalzeichen und Seilwinde startet die Maschine. Alle bereiten die Ausrüstung vor, legen Helme sowie Kletter- und Luftrettungsgurte an. Dann geht es schon auf den Lauterachfelsen. Angeseilt an der Winde bergen die verschiedenen Teams den Verletzten und fliegen wieder zurück auf die Wiese. "Alles muss ohne Fehler funktionieren. Der Helikopter fliegt zum Unfallort, Sanitäter und Bergretter seilen sich per Winde zum Verletzten ab. Dieser wird zusammen mit den Rettern wieder nach oben gezogen und dann normalerweise an einem Zwischenlandeplatz notversorgt", sagt Arnold.

600 Einsätze gibt es alljährlich für den Abschnitt Frankenjura, zehn Prozent davon sind Rettungen mit dem Hubschrauber - und das alles auf ehrenamtlicher Basis. Meistens werden die Retter zu einem Notfall auf unwegsamen Gelände hinzugezogen. Auch bei schwer verletzten Personen und Verunglückten kommen sie zum Zug. "Notrufe von Wanderern, Waldarbeitern oder Reitern sind keine Seltenheit. Besonders im Klettersport spielen sich in unserem Gebiet die meisten Unfälle ab, da der Frankenjura weltweit zu den beliebtesten Sportklettergebieten zählt. Da ist eine Luftrettung dann unumgänglich", sagt Einsatzleiter Markus Demleitner.

Doch auch bei Hochwasser oder Vermisstensuchen unterstützt die Bergwacht Einsätze von Polizei oder Feuerwehr. "Wir haben einen ganztägigen Einsatzleiterdienst, der 365 Tage im Jahr auf Abruf bereitsteht. Wir helfen bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit an jedem Ort."

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