14.07.2019 - 10:56 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Alarm beim Festabend der Feuerwehr

Beim Festabend der Feuerwehr Windischeschenbach trifft Nostalgie trifft auf Realität. Während die Gäste die Chronik zum 150-Jährigen hören, schrillt plötzlich Alarm aus den Funkweckern.

Emmeram Merther ist die Hälfte der 150 Jahre Mitglied in der Feuerwehr, Adolf Giehl seit 65 Jahren (sitzend von links). Ehrenschirmherr und Landrat Andreas Meier (links) sowie Schirmherr und Bürgermeister Karlheinz Budnik (zweiter von rechts) sind beeindruckt und gratulieren zusammen mit Vorsitzendem Christian Münchmeier auch den weiteren Geehrten.
von Ernst FrischholzProfil

Ganz andere Töne standen am Anfang des Kommersabends am Freitag: Die Bläser der Stadtkapelle eröffneten im gefüllten Pfarrheimsaal die Jubiläumsveranstaltung der Feuerwehr. Vorsitzender Christian Münchmeier stellte heraus, dass 150 Jahre Dienst für den Nächsten Grund für ein Fest seien, das sich vom Frühjahr bis zum Herbst zieht und mit diesem Abend einen seiner Höhepunkte habe.

Horst Maschke und Christian Sperber trugen die Chronik vor, die Bilder auf einer Leinwand noch ausschmückten. Vieles liegt im Dunkeln. Da gab es schon 1848 eine Druckspritze, die aber beim Großbrand defekt war. 1869 wurde die „echte Feuerwehr“ mit 20 Aktiven gegründet, und 1886 kam eine moderne Spritze mit Saugdruckpumpe. 1892 wurde die erste Fahne geweiht. Erstes Einsatzfahrzeug war 1933 ein Magirus als Cabrio, das bis 1960 seinen Dienst tat. 1961 wurde ein Feuerwehrhaus neu gebaut, 1969 die zweite Fahne geweiht, und 1989 nahm man die erste Drehleiter in Dienst.

Während dieser Ausführungen kam plötzlich Hektik im Saal auf, als die Funkwecker Alarm schlugen. Mit Kommandant Andre Stessmann stürzten die Aktiven aus dem Saal ins Freie und rannten zum Einsatz. Wie die Integrierte Leitstelle (ILS) später berichtete, war die Wehr zur Absicherung einer Unfallstelle auf der Autobahn zwischen Windischeschenbach und Falkenberg gerufen worden.

Die Aufregung legte sich schnell und Sperber blickte in die jüngere Vergangenheit. Größtes Ereignis war 1997 der Bau des neuen Feuerwehrhauses.

Landrat und Ehrenschirmherr Andreas Meier, der zwölf Jahre als Bürgermeister an der Entwicklung der Feuerwehr maßgeblich beteiligt war und sich als Mitglied aktiv einbringt, sprach von einem großartigen Jubiläumsjahr. Der Abend habe die unglaublichen Veränderungen im Feuerlöschwesen aufgezeigt. Eines sei immer gleich geblieben: der Mensch, der in der Feuerwehr Dienst leistet. Die Feuerwehr sei wie ein Mosaik. Jeder an seinem Platz ergebe ein stimmiges Ganzes, sagte der Landrat. Die Schirmherrschaft trägt Bürgermeister Karlheinz Budnik. Das Stadtoberhaupt umschrieb die 150 Jahre Feuerwehr mit dem Spruch: "Ist es etwas Schlechtes, wird es im Sand verlaufen – ist es etwas Gutes, wird es Bestand haben."

Info:

Treue Mitglieder geehrt

Vorsitzender Christian Münchmeier ehrte Emmeram Merther für 75 Jahre Mitgliedschaft. Dem stand Adolf Giehl nur 10 Jahre nach, der für 65 Jahre geehrt wurde. Weiter erhielten Franz Schneider für 50 Jahre und Paul Hartmann für 40 Jahre Ehrenurkunden. Etwas Besonderes hatte man für Albert Gilch vorgesehen, der 18 Jahre bis 2009 Vorsitzender war. Die Feuerwehr ernannt Gilch zum Ehrenvorsitzenden. Zugleich überreichte Kreisbrandinspektor Martin List an Gilch, der nun 44 Jahre aktiven Dienst leistet und stets bei Übungen und Einsätzen dabei ist, die Bayerische Feuerwehr-Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbandes.

Neuer Ehrenvorsitzender und Träger der Träger der Bayerischen Feuerwehrehrenmedaille ist Albert Gilch (Mitte).
Viele Gäste und Mitglieder im Pfarrheimsaal beim Ehrenabend.
Feuerwehrvorsitzender Christian Münchmeier.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.