06.07.2020 - 12:12 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Appell: Kein Lebensmitteltourismus

Der ökologische Landbau wird zunehmend von Verbrauchern gewünscht. Aber wie sind die Bedingungen für Erzeuger und Vermarkter? Zwei Betroffene berichten.

Biobauer Thomas Überlacker (rechts) hat seine Felder unmittelbar um Naabdemenreuth. Er plädiert für eine regionale Lebensmittelkette mit möglichst kurzen Wegen.
von Ernst FrischholzProfil

Von einem Biohof in Naabdemenreuth geht das Getreide 16 Kilometer zur Gailertsreuther Mühle und von dort als Mehl zurück in die Biobäckerei in Windischeschenbach. Das ist nur ein Beispiel für Bio im Verbund mit Regional, das bei einem Treffen in Naabdemenreuth zur Sprache kam. Die Grünen im Stadtrat in Windischeschenbach sehen darin ein Beispiel für regionale Lebensmittelketten vom Feld zum Verbraucher. Grünen-Stadtrat Thomas Übelacker, Biobauer seit 2002, hatte zusammen mit Stadtratskollegin Anne Droste zu einer Feldbegehung auf seinem Hof in Naabdemenreuth eingeladen.

Der Kreis- und Stadtrat Josef Schmid, ebenfalls Biobauer aus Erbendorf, Elisabeth Waldeck, Projektleiterin der Steinwaldallianz, Freie-Wähler-Stadträtin Annette Dietl, der CSU-Vorsitzende Alexander Herner sowie auch Gerald Meierhöfer von der Gailertsreuther Mühle und Biobäcker Georg Forster aus Windischeschenbach waren unter den Teilnehmern, die Übelacker auf seinem Hof willkommen hieß.

Übelacker informierte über seinen Biohof mit 45 Hektar. Zudem hat er 20 Milchkühe sowie 3000 Legehennen, die nebenan auf einem Riesenareal ihr Leben im Freien genießen. Übelacker zeigte beim Gang durch die Getreidefelder zum Beispiel den Unterschied zu konventionellem Weizen auf, informierte über Fruchtfolgen und Bestände, die sich selbst gesund halten. Übelacker betonte, „wenn jemand meint, er muss industriell produzieren, dann darf er nicht die Hand aufhalten". Biobäcker Forster meinte, er backe doch kein Brot aus Getreide, das irgendwo in Deutschland wachse, am anderen Ende der Republik gemahlen und nach Hunderten von Kilometern als Mehl zu ihm komme.

Biobauer und Kreisrat Schmid sah die Aufgabe der Politik darin, noch bessere Rahmenbedingungen für die regionale Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung zu schaffen. Dies sei ein Beitrag zur Entlastung der Umwelt. Genau darauf ging Elisabeth Waldeck im Gespräch ein. Die Projektleiterin der Steinwaldallianz, zu deren 17 Gemeinden mit 60 Ökobetrieben auch Windischeschenbach gehört, stellte das Förderziel „Ökologischer Landbau“ des Freistaates heraus, mit dem primären Ziel „Wertschöpfung vor Ort“. Grüne-Vorsitzende Droste sah in den zwei Kilometern Feldbegehung gute Ansätze und kündigte auch an, weiter verstärkt auf die städtische Politik einzuwirken, dass man sich noch stärker für die Ziele und Ideale der Öko-Modellregion engagiert.

Weitere Artikel zum Thema Biologischer Anbau finden sich hier

Alles Bio. Biobauer Thomas Übelacker (Fünfter von links) schildert seinen Besuchern, wie er sein Getreide biologisch gesund erhält.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.