07.05.2020 - 12:10 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

AWO-Seniorenheim: Lage hat sich entspannt

Ralf Selch fällt ein Stein vom Herzen. "Die Lage hat sich wieder normalisiert", sagt der Leiter des AWO-Seniorenheims Windischeschenbach. "Wir haben keine bestätigten Coronafälle mehr im Haus."

Das Besuchsfenster im AWO-Seniorenheim kommt bei Bewohnern und Angehörigen gut an.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Für die Bewohner des AWO-Seniorenheims ist die schlimmste Zeit vorbei. So nach und nach können auch sie zu ihrem gewohnten Heimalltag zurückkehren. Ende März sah die Situation noch ganz anders aus. Das Gesundheitsamt meldete erschreckende Zahlen. 35 Bewohner und 19 Mitarbeiter hatten sich mit dem Coronavirus infiziert. Drei Senioren waren an Covid-19 gestorben. Für alle Beteiligten begann eine schwere Zeit. Die Bewohner durften ihre Zimmer nicht verlassen, viele Pflegekräfte fielen krankheitsbedingt aus und die Angehörigen, die sich große Sorgen machen, können nur telefonieren.

Mittlerweile sind viele Wochen vergangen und im AWO-Heim hat sich die Lage wieder normalisiert. "Wir haben keine bestätigten Coronafälle mehr im Haus", zeigt sich Heimleiter Ralf Selch erleichert. Die strenge Quarantäne ist aufgehoben. Bewohner dürfen zu bestimmten Zeiten wieder die Zimmer verlassen oder in den Garten gehen. "Wir haben auch unser Beschäftigungsprogramm in Kleingruppen wieder aufgenommen", berichtet Selch. Doch auch hier gelten die Abstandsregeln und die Maskenpflicht.

Besonders gut kommen die beiden Besuchsfenster links und rechts des Haupteingangs an. So können Angehörige nach vorheriger Anmeldung wenigstens auf Sichtkontakt und mit Maske mit den Senioren sprechen. Als dies noch nicht möglich war, halfen ein Tablet und drei Smartphones, die das Heim als Spende bekommen hatte, über die schwere Zeit hinweg.

In den vergangenen Wochen bekamen Selch und seine Mitarbeiter immer wieder Zuspruch. Sei es von Angehörigen oder von den vielen Kindern, die Bilder gemalt und Briefe geschrieben hatten. Aber auch andere Menschen wollten helfen. Sie spendeten Masken, Honig, Pizza oder Süßigkeiten.

Die Lockerungen, die Ministerpräsident Markus Söder für den Muttertag angekündigt hat, kommen für Ralf Selch ein wenig plötzlich. "Wir brauchen ein Hygienekonzept", erklärt der. Doch dazu habe es keine Vorgaben geben. "Das müssen wir selbst erstellen und mit dem Gesundheitsamt und der Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen absprechen." Man könne nicht vorsichtig genug sein.

Windischeschenbach

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