29.09.2020 - 11:18 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Christian Springer: Zwei Stunden unterhaltsames Mutmacher-Programm

Eigentlich wollte Christan Springer bei der Futura87 in Windischeschenbach ein neue Programm präsentieren, doch dank Corona kam alles anders. Der Kabarettist unterhielt sein Publikum aber dennoch bestens.

Selbstverständlich hat Christian Springer auch sein „Rotzrucksackl", wie er die Maske nennt , in Windischeschenbach auf der Futura-Bühne mit dabei.
von Franz VölklProfil

Kabarettist Christian Springer stand bei der Futura87 auf der Bühne, die wie schon so oft einen echten Volltreffer landete. Das Publikum bekam ein kurzweiliges, tiefsinniges, ehrliches und gleichzeitig lustiges Kabarett serviert, das auf die derzeitige Lebenssituation der Menschen zugeschnitten war. Der Abend fand in der geräumigen Mehrzweckhalle statt. 60 Zuhörer konnten sich an den zwei Stunden „Best-of Springer-Kabarett“ absolut erwärmen.

„Ich weiß eigentlich nicht genau, wo wir nach diesen zwei Stunden landen werden“, meinte der aus dem Münchner Ortsteil Berg am Laim stammende Künstler. Eigentlich wollte er sein neues Programm präsentieren, was wegen der derzeitigen Coronakrise ausfallen müsse.

Die vergangenen Monate habe er auch als eine schöne Zeit empfunden. Die Menschen waren viel daheim, das deutsche Volk sei gescheiter geworden, man habe wieder Bücher gelesen. Der Keller sei nun wieder entrümpelt und aufgeräumt. Auch die Umwelt habe davon profitiert. In Venedig könne man durch das glasklare Wasser bis auf den Grund des Meeres und dabei Mikroplastik mit bloßem Auge sehen.

Ganz klar gebe es auch Verlierer der Pandemie: die Einbrecher. Sie reisen oft mehr als 1000 Kilometer aus dem Südosten Europas an, sehen gekippte Fenster, aber leider seien dort die Menschen daheim. Immer wieder hätten in dieser Zeit Rassisten Probleme, weil sie wegen Corona auch ständig in den Medien präsent sind und somit oft in den Rassisten- Burnout fallen.

Während der vergangenen Monate habe sich herausgestellt, dass die Rolle der Frau durch die Privat-Lehrertätigkeiten am Küchentisch sich zum Positiven verändert habe. Leider habe aber die häusliche Gewalt zugenommen, als Gegenmittel empfahl er nicht Yoga, sondern eine Kampfsportausbildung.

Springer philosophierte über die Würde des Menschen und auch über geltende Werte in der Gesellschaft. Dazu zählte er Blutdruck, Cholesterin, Promillewert, aber auch Abgaswerte und Dieselwerte. Fantasie und Kreativität seien dagegen absolut sinnvolle Werte.

Springer verglich Corona mit der Tschernobylkatastrophe. Die Leute hatten damals auch unheimliche Angst und man habe diese Gefahr nicht gerochen und gespürt. Becquerel damals, Virologe, Covid-19 oder Wuhan seien neue Schlagwörter. Aber den Deutschen reiche einfach eine Katastrophe nicht, so habe man sich noch rechtsradikale Tendenzen bei der Polizei, den Finanzskandal wirecard oder auch den Tönnies-Fleischskandal zugelegt.

Der ehemalige Arabisch-Student erläuterte sein Engagement für die Menschen in Syrien und Libanon. „Wenn jemand hinfällt, hebst ihn auf“, lehrte ihn seine Mutter und dies mache er. Gerne hätte Springer sein Studium abgeschlossen, er habe aber in dieser Zeit zwei rohe Eier auf Franz-Josef Strauß geworfen, die diesen zwar nachweislich verfehlten.

Mathias Tretter bei der Futura

Windischeschenbach

„Ja, das war dumm von mir: Die Konsequenz war eine Nacht im Gefängnis, 5000 Mark Strafe, kein Uni-Abschluss. „Dass ich heute vor Ihnen stehe und für Sie Kabarett mache, haben Sie Strauß zu verdanken.“

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