22.01.2019 - 16:17 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Feuerteufel bis heute nicht gefasst

Ein Feuerteufel hält die Spritzenmänner Anfang 2018 auf Trab. Er setzt Mülltonnen, Kleidercontainer und eine Scheune in Brand. Gefasst wird er nicht. Und dann wird noch ein Einsatzfahrzeug zu Schrott gefahren.

Die geehrten und beförderten Feuerwehrkameraden der Feuerwehr Windischeschenbach.
von SMLProfil

In der Dienstversammlung der Feuerwehr Windischeschenbach berichtete Kommandant André Stessmann, dass die Wehr zu elf zusätzlichen Einsätzen, meist in den Morgenstunden, ausrücken musste. Mit dem Scheunenbrand in der Nussbergstraße setzte der Übeltäter dem Treiben die Krone auf. "Nicht auszudenken, welches Ausmaß es hätte nehmen können, wenn das im heißem Sommer 2018 passiert wäre."

Ein weiterer Schock war der Verkehrsunfall mit dem Versorgungsfahrzeug auf der Rückfahrt eines Einsatzes. Jedem blieb fast das Herz stehen, als die Meldung über Funk zu hören war. Zum Glück ist den beiden Feuerwehrmännern im Auto nichts passiert. Es kamen alle Beteiligten mit dem Schrecken davon. Das Fahrzeug sei zwar ein Totalschaden, aber mit dem Geld der Versicherung und einer Finanzspritze durch die Stadt werde sich gegenwärtig um eine Ersatzbeschaffung gekümmert.

119 Einsätze

Aber auch Positives gab es anzuzeigen. So dankte Stessmann seinen Kameraden für die vielen Arbeitsstunden. Besonders gefiel ihm die Resonanz der interaktiven Schauübung am Stadtplatz. Der Kommandant stellte weiter fest, das die aktive Wehr sehr gut ausgebildet sei, ihr Handwerk verstehe und in jeder Situation zusammenhalte. Die vielen Aufgaben seien gemeistert worden. Der Sprecher wusste von 119 Einsätzen, davon 24 mit Atemschutz. 82 Mal wurde die Feuerwehr zur technischen Hilfeleistung alarmiert, 12 Mal zu sonstigen Einsätzen. Insgesamt leistete die Feuerwehr Windischeschenbach mit ihren 56 Aktiven 1946 Stunden. Auch in Sachen Ausrüstung ist die Wehr laut Stessmann sehr gut gestellt. Es wurden wieder zukunftsweisende Anschaffungen gemacht. Stessmann dankte der Stadt, die immer ein offenes Ohr habe.

Bei den Berichten der einzelnen Warte beklagte Übungsleiter Christian Sperber den mangelnden Besuch einiger Kameraden bei Übungen. Nichtsdestotrotz kamen 748 Stunden zusammen. Er kündigte für 2019 an, die Übungen auf das notwendige Minimum zu reduzieren, da das Jahr ganz im Zeichen des Gründungsjubiläums stehe.

Gerätewart Andreas Fichtner kritisierte die zeitweise schlechten oder unsachgemäßen Handhabungen sowie Zweckentfremdung von Einsatzgeräten und Maschinen. Der Fahrzeugwart Matthias Friedrich konnte im Gegensatz zu 2017 das vergangene Jahr anfangs als ruhig verbuchen. Nur kleinere Änderungen oder Reparaturen standen an. Für die Ersatzbeschaffung und den Umbau des neuen Versorgungslastwagens werden künftig wieder einige Arbeitsstunden anstehen.

Lange Wartezeiten

Atemschutzwart Sebastian Plödt hat eine Truppe von 20 Atemschutzgeräteträgern. Diese wurden 17 Mal mit schwerem Gerät in den Einsatz geschickt. Jugendwart Marcel Weidner berichtete vom erfolgreichen Berufsfeuerwehrtag, der Autowaschaktion und verschiedenen erworbenen Leistungsabzeichen.

Zeugwart Christian Münchmeier verwies auf die längeren Wartezeiten bei Anschaffungen. Künftig wird Schutzkleidung schon früher bestellt, um die langen Lieferzeiten der Hersteller mit einzuplanen. Neu nahm die Feuerwehr Christopher Gradewald, Leonie Stahl und Laura Glaser in die Jugendfeuerwehr auf. Julia Budnik aus Schirmitz und Lukas Mois aus Neustadt traten in die aktive Wehr ein. Mois wurde aufgrund seines Berufs als Rettungssanitäter zum Mitbeauftragten für den First Responder, Ediz Kozanli zum Beauftragten für Gefahrgut bestellt. Befördert wurde Sandra Ehman zur Feuerwehrfrau, Lukas Mois zum Hauptfeuerwehrmann. Den Titel Löschmeister tragen jetzt Matthias Friedrich und Robert Mark. Sebastian Plödt wurde zum Oberlöschmeister und Matthias Höning zum Brandmeister befördert. Ein Dienstaltersabzeichen bekamen Marcel Weidner für 10 Jahre und Robert Schmid, Georg Sperlich sowie Thomas Weidner für 30 Jahre Einsatz.

Feuerwehrverein:

Nahtlos ging es nach einer kurzen Pause zur Mitgliederversammlung des Feuerwehrvereins über. Erstmals legte die Windischeschenbacher Wehr beide Versammlungen zu einer zusammen. Die Versammlung legte das Augenmerk auf das 150-jährige Gründungsjubiläum.

Vorsitzender Christian Münchmeier stellte das Festprogramm vor. Nicht nur die vier Hauptattraktionen – das Open Air „Bohrturm goes Rock“ am 22. Juni, der Kommersabend am 12. Juli, die Fahnenweihe am 14. Juli mit Festbetrieb und Familiennachmittag sowie der Kabarettabend am 19. Oktober – sind Bestandteil des Festjahres. Schon am 26. Januar wird die neue Fahne im Feuerwehrgerätehaus vorgestellt. Bis zur Fahnenweihe bleibt der Hauptsponsor geheim.

Auf Anfrage bestätigte der Vorstand die Geheimhaltung von Fahne und Hauptsponsor. Es dürfen bei der Fahnenbegrüßung keine Bilder gemacht werden. Auch der Hauptsponsor, der knapp 80 Prozent beisteuert, wird erst bei der Fahnenweihe bekanntgegeben. Am 16. März treten die Mitglieder bei ihrem Patenverein, der Feuerwehr Neustadt, zum Patenbitten an. Am 23. März hält die Feuerwehr einen Josefizoigl in der „Wolframstubn“. Die Kinderschaumparty ist am 28. Juli und die Beachparty am 4. August.

Budnik ist heilfroh, dass die Kameraden nach ihrem Unfall mit dem Schrecken davon gekommen seien. Der materielle Schaden könne ersetzt werden. Die Ersatzbeschaffung sei schon unbürokratisch vom Stadtrat genehmigt worden.

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