Windischeschenbach
15.02.2019 - 16:40 Uhr

Frauen mit kreativen Ideen

Angela Erfurt, Franziska Michl und Evi Ziegler haben eines gemeinsam. Alle engagieren sie sich für Senioren. Im Interview plaudern sie über ihre Arbeit und sagen, was sie in Windischeschenbach verbessern würden.

Angela Erfurt kümmert sich für den VdK um die Hutzanachmittage im AWO-Seniorenheim. Bild: Lowak
Angela Erfurt kümmert sich für den VdK um die Hutzanachmittage im AWO-Seniorenheim.
Franziska Michl leitet den Seniorenclub St. Emmeram. Bild: Lowak
Franziska Michl leitet den Seniorenclub St. Emmeram.
Evi Ziegler organisiert die Treffen der KAB-Senioren. Bild: Lowak
Evi Ziegler organisiert die Treffen der KAB-Senioren.

ONETZ: Seit wann engagieren Sie sich für Senioren?

Angela Erfurt: Den VdK-Hutzanachmittag im Seniorenheim machen wir jetzt seit 5 oder 6 Jahren. Genau weiß ich das gar nicht.

Franziska Michl: Ich habe die Leitung der Seniorengruppe von St. Emmeram am 1. Februar 2003 übernommen.

Evi Ziegler: Ich leite die KAB-Senioren seit 2014.

ONETZ: Wie sind Sie dazu gekommen?

Erfurt: Angelika Nürnbauer vom AWO-Heim hat mich gefragt, ob ich das machen könnte. Dann habe ich mit meinen Leuten geredet. Und Christa Wolf, Helene Kraus und Ruth Fütterer haben zugestimmt.

Michl: Eigentlich wollte ich es gar nicht machen. Zunächst habe ich ja nur in der Küche geholfen, aber dann hat die damalige Leiterin Anni Schiener mich angesprochen und als Nachfolgerin vorgeschlagen.

Ziegler: Ich habe zunächst nur mitgeholfen und nach dem Tod von Monika Landgraf dann die Leitung übernommen.

ONETZ: Wie oft organisieren Sie Treffen?

Erfurt: Wir treffen uns jeden letzten Freitag im Monat im Speisesaal des Seniorenheims.

Michl: Immer am 2. Dienstag im Monat im Pfarrsaal.

Ziegler: Jeden letzten Donnerstag im Monat, außer im Februar. Da haben wir den Termin wegen dem Weiberfasching im Pfarrsaal vorverlegt.

ONETZ: Wie gestalten Sie ihre Nachmittage?

Erfurt: Wir lesen Geschichten und Gedichte vor oder singen miteinander. Am liebsten ist den Senioren im AWO-Heim das Eschawecka-Lied, das Christa Wolf und Theo Köck einmal gedichtet haben. Auch die neuesten Informationen über das Stadtgeschehen kommen gut an.

Michl: Früher hat der verstorbene Helmut Nürnberger mitgeholfen. Zusammen haben wir einen Plan für das ganze Jahr aufgestellt. Er fehlt schon sehr. Ich versuche immer einen Referenten zu aktuellen Themen zu gewinnen. Ein Rechtsanwalt, ein Notar und ein Herzspezialist waren schon bei uns. Auch über Demenz, Altenpflege, Gesundheit ist schon informiert worden. Passend zur Jahreszeit feiern wir Fasching oder laden zur Krankensalbung ein. Der Besuch von Norbert Neugirg ist sehr gut angekommen.

Ziegler: Alles Christliche hat Vorrang, aber wir haben auch schon über Patientenverfügung informiert, ein italienisches Sommerfest, Fasching und Advent gefeiert oder Zoigl getrunken. Auch das Essen variert. Mal gibt es Kaffee und Kuchen, dann Würstchen oder Häppchen und Salate.

ONETZ: Ist es schwierig, sich immer etwas Neues einfallen zu lassen?

Erfurt: Das ergibt sich irgendwie. Jeder steuert etwas bei. So schwer ist das nicht. Ich bekommen über den VdK immer wieder Informationen zugeschickt. Manchmal spielen wir auch einen Sketch.

Michl: Es findet sich immer was. Viele Anregungen hole ich mir beim Zeitunglesen und denke, dass könnte was für uns sein.

Ziegler: Ich habe so viele Ideen, ich kann gar nicht alle unterbringen. Ich lese viel, da wird man inspiriert. Auch aus der Zeitung hole ich mir Anregungen.

ONETZ: Wie viele Senioren besuchen die Nachmittage?

Erfurt: So um die 30. Wenn Angehörige da sind, manchmal auch mehr.

Michl: Die Nachmittage sind immer sehr gut besucht. Ich kann nicht klagen. 45 sind es immer.

Ziegler: Anfangs waren es zwischen 50 und 60. Doch viele sind verstorben, jetzt kommen zwischen 40 und 50.

ONETZ: Was machen Leute, die weniger mobil sind? Bieten Sie einen Fahrdienst an?

Erfurt: (lacht) Das ist bei uns ja kein Problem. Unsere Senioren werden von den Schwestern im Rollstuhl von den Zimmern in den Speisesaal gefahren.

Michl: Ja, ich habe einen Fahrdienst. Die Firma Neugirg fährt eine Haltestelle in Neuhaus und zwei in Windischeschenbach an.

Ziegler: Wir haben einiges Jüngere, die die anderen auch mitnehmen und heimfahren können.

ONETZ: Was fehlt in der Stadt? Und was gefällt Ihnen?

Erfurt: Es wäre schön, wenn die kleinen Geschäfte bleiben würden. Es sollte sich alles mehr auf das Zentrum konzentrieren. Mehr Sitzgelegenheiten in der Stadt wären schön. Und die Gehsteige in der Bahnhofsstraße sollten ebener sein. Mich ärgert auch, wenn Autos auf dem Gehsteig parken. Ältere mit Rollator oder Mütter mit Kinderwagen kommen dann nicht vorbei. Gut finde ich, dass es im Rathaus seit einige Jahren einen Aufzug gibt.

Michl: Ich denke, eine direkte Busverbindung nach Tirschenreuth fehlt. Man muss erst nach Reuth fahren und umsteigen, um zum Beispiel jemanden im Krankenhaus in Tirschenreuth besuchen zu können. Aber es gibt nicht nur Negatives, sondern auch viel Positives. Zum Beispiel haben wir ein tolles Pfarrheim.

Ziegler: Ich würde mich über ein schönes Tagescafé freuen. Die Kirchenmauer zur Hauptstraße hin sollte man anmalen oder begrünen. Vielleicht könnte man leerstehende Schaufenster dekorieren. So wie es der Freibadförderverein oder das Waldnaabtalmuseum machen. Auch Sitzgelegenheiten am Stachus wären schön. Aber generell gibt es nicht schlechtes, ich liebe meine Heimatstadt.

ONETZ: Wie bewerten Sie den neuen Einkaufsbus?

Erfurt: Der Bus ist eine gute Sache, aber er sollte noch mehr in Anspruch genommen werden.
Michl: Ich glaube, das Angebot kommt gut an. Ich kenne viele, die den Bus nutzen. Ich persönlich gehe aber viel zu Fuß.
Ziegler: Das ist eine tolle Einrichtung. Doch ich befürchte, dass der Bus zu wenig angenommen wird. Ich werde weiterhin Werbung dafür machen.

 
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