19.08.2018 - 11:57 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Der Kater und der Teufel

“Es war einmal" – so beginnen alle Märchen. Sie enden mit „und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“. Die Laienspielschar lässt das Geschehen zwischen diesen Sätzen lebendig werden.

Johannes Rupprecht spielt den gestiefelten Kater und hat für die Erzählungen auch die Texte geschrieben.
von Walter BeyerleinProfil

Kulisse für „Der gestiefelte Kater“ und „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ waren der Stadtbrunnen, der Pfarrgarten und der Eingang zu einem Bierkeller - oder doch der furchterregende Zugang zur Hölle. Der große Zuspruch der Kinder mit ihren Eltern war das sichtbare Zeichen des Erfolgs dieser Premiere im Ferienprogramm. Johannes Rupprecht hatte die Stücke aufbereitet. Der Stoff stammt von den Brüdern Grimm.

Der Theaternachmittag begann am Windischeschenbacher Stadtbrunnen. Hoch oben auf dem Beckenrand und somit für Groß und Klein bestens zu sehen, erzählte Rupprecht vom „gestiefelten Kater“. Eine schwarze Nasenspitze, der graue Schnauzbart und hohe braune Stiefel machten aus ihm die Märchenfigur. Theatralisch berichtete er vom sprechenden Kater, den der Sohn eines Müllers als Erbe erhalten hatte. Das Tier gab seinem Besitzer den Rat, für ihn Stiefel zu besorgen, statt sich Handschuhe aus dem Fell machen zu lassen. Und so nimmt die Geschichte ihren Verlauf: Der Kater fängt Rebhühner für den König, besorgt seinem Besitzer mit Hinterlist den Zugang zum Königshof und sein Herrchen wird am Ende König, der „gestiefelte Kater“ der erste Minister. Spielerisch zeigt das Stück differenziert Ungerechtigkeiten beim Erbe auf, vermittelt Zeichen der Dankbarkeit und des Glücks.

Im Pfarrgarten nimmt das Märchen vom „Teufel mit den drei goldenen Haaren“, einem Glückskind und seiner Prinzessin den Anfang. Rupprecht leitet auf der Gartenmauer mit der Prinzessin stehend in die Geschichte ein. Erzählt wird sie im Garten, am Tor des Pfarrheims und am Eingang zu einem Bierkeller. Die Kinder und Eltern erleben, wie der Teufel mit seinem furchterregenden Aussehen ausgetrickst wird, um das Glückskind für immer mit der Prinzessin zusammen sein zu lassen. Das Glückskind bekommt mit Hilfe der Großmutter aber nicht nur die drei goldenen Haare. Es entlockt dem Teufel durch List und Tücke auch, wie aus einem Brunnen wieder Wein statt Wasser fließt und wie ein König für immer zum Fährmann wird.

Viel Beifall gab es im Pfarrgarten am Ende der Märchenstunde. Die Kinder bekamen noch Golddukaten zur Erinnerung - natürlich aus Schokolade in goldener Folie.

Hoch auf dem Beckenrand des Stadtbrunnens erzählt Johannes Rupprecht das Märchen vom „gestiefelten Kater“. Er hat dafür und auch für das Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ den Text geschrieben.

Hoch auf dem Beckenrand des Stadtbrunnens erzählt Johannes Rupprecht das Märchen vom „gestiefelten Kater“. Er hat dafür und auch für das Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ den Text geschrieben.

„Ist das wirklich die Hölle?“ – das überlegen die Kinder an deren Eingang, in der Wirklichkeit ein Bierkeller am Gottesackerweg.

Das Glückskind (links Michael Sittl) spricht am Eingang zur Hölle mit der Großmutter (Renate Schönberger)

Die Großmutter hat dem Teufel ein goldenes Haar entrissen, um es später dem Glückskind zu geben, der sich zu seinem Schutz in eine Ameise verwandelt und deshalb unsichtbar ist.

Die Prinzessin (Sofia Brucker) verteilt am Ende des Märchen Golddukaten an die Kinder

130 Furchterregend kommt der Teufel (Gerhard Wildgans) zu den Kindern.

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