17.10.2021 - 09:59 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Klaus Augenthaler kickt im Kinderhaus St. Elisabeth in Windischeschenbach

Großer Tag für das Kinderhaus St. Elisabeth: Ex-Fußballprofi und Weltmeister Klaus Augenthaler kommt nach Windischeschenbach, um eine neue Fußball-Squash-Anlage in Betrieb zu nehmen.

Wie funktioniert Centerball? Klaus Augenthaler und Hans Mayer, ein ehemaliger Jahn-Profi, erklären den Kindern vom Haus St. Elisabeth, wie sie den Ball am besten schießen müssen, um ein Tor zu erzielen.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

"Wer kennt ihn denn noch?", fragte Hannelore Haberzett, Leiterin des Hauses St. Elisabeth, in die Runde. Nur zögerlich meldeten sich zwei der älteren Buben, die Kleineren im Grundschulalter schüttelten den Kopf. Viele Erwachsene wie Bürgermeister Karlheinz Budnik, die Vertreter der SpVgg Windischeschenbach, Mario Schieder und Alexander Benner, oder auch Robert Gruber von der Katholischen Jugendfürsorge grinsten, stand doch Klaus Augenthaler, der Fußballheld ihrer Kindheit und Jugend, am Mittwochnachmittag leibhaftig auf dem Gelände des Kinderheims in Windischeschenbach.

Für den Besuch des Ex-Weltmeisters und langjährigen Spielers des FC Bayern München gab es einen guten Grund. Augenthaler nahm zusammen mit den Mädchen und Buben die neue Squash-Fußball-Anlage im Wert von 10.000 Euro der Firma Centerball in Betrieb. Hannelore Haberzett hieß den Ehrengast Klaus Augenthaler willkommen und listete die Erfolge des 64-jährigen einstigen Profifußballers auf: 7 Mal wurde er Deutscher Meister mit dem FC Bayern, 1990 holte er sich den Weltmeistertitel mit der deutschen Mannschaft und war Trainer von verschiedenen Bundesligamannschaften. "Wir sind heute etwas nervös und aufgeregt", gab sie zu.

Sport verbindet

Obwohl Augenthaler den Rummel um seine Person sein Leben lang gewohnt ist, winkte er ab. "Ich bin heute wegen der Kinder hier", sagte er. "Ich mache das gerne." Bevor er selbst den Ball in Hand nahm, plauderte er ein wenig über seine Erfahrungen als Trainer für das internationale Nachwuchsprogramm beim FCB. "Wir waren erst vor kurzem in Mexiko mit 17 Spielern aus verschiedenen Länder." Natürlich könne man sich per App übers Handy verständigen. "Doch wir haben jeden Tag trainiert und auf dem Platz haben sich die Jugendlichen trotz Sprachschwierigkeiten gut verstanden. Fußball bringt die Leute zusammen." Das gilt nicht nur im Großen, sondern auch im Kleinen wie etwa hier im Kinderhaus in Windischeschenbach. "Für die Kinder ist es wichtig, in Bewegung zu bleiben und zu trainieren."

Zusammen mit der Leiterin des Kinderhauses durchschnitt Augenthaler das rote Band, um die neue Centerball-Anlage offiziell ihrer Bestimmung zu übergeben. Mitarbeiter des Kinderheims zündeten Konfettikanonen. Die Kids haben die Anlage, die bereits seit ein paar Wochen auf dem Gelände steht, zwar schon ausprobiert, doch dass es dafür auch Regeln und einen Spielmodus gibt, wussten sie nicht. Die Wand, auf die geschossen wird, gleicht einer klassischen Torwand, nur dass sich in dieser nicht nur 2 Löcher befinden, auf die gezielt werden kann, sondern gleich 5. Jeweils 2 Spieler versuchen im Wechsel auf die Öffnungen zu zielen. Wer trifft, bekommt einen Punkt.

Weltmeister übt mit dem Kids

Augenthaler und der ehemalige Jahn-Profi Hans Mayer machten es vor, dann durften die Kinder ran. Erst zögerlich, aber so nach und nach mit immer mehr Eifer probierten sie unter der Anleitung der beiden Männer ihre ersten Schüsse. Moderiert wurden die Spiele von Uwe Schneider von der Firma Centerball.

Die Mädchen und Buben merkten schnell, dass es gar nicht so einfach war, Treffer zu erzielen. Obwohl sich der Bewegungsradius in der Centerball-Anlage nur auf ein paar Meter beschränkt, kann die neue Sportart ganz schön anstrengend sein. Wer sich durchsetzen will, muss nicht nur treffsicher, sondern auch flink und wendig sein. Nach den ersten Übungen ging's ans Eingemachte. Beim ersten kleinen Turnier auf dem Windischeschenbacher Gelände setzte sich der 14-jährige Dana durch. Freundstrahlend nahm der Jugendliche den Pokal von Klaus Augenthaler entgegen, den er soeben gewonnen hatte.

Der frühere Fußballprofi kümmerte sich an diesem Nachmittag nicht nur um die Mädchen und Buben, sondern wollte von Leiterin Hannelore Haberzett ganz genau wissen, wie viele Kinder im Haus St. Elisabeth und den dazugehörigen Einrichtungen leben. Er hörte aufmerksam zu, als Haberzett über das ein oder andere Schicksal berichtete. Zum Abschluss des Nachmittags gab's zur Stärkung Getränke und Fußballmuffins.

Zu verdanken ist die neue Spiel- und Sportmöglichkeit dem Social-Sponsoring-Experten der Katholischen Jugendfürsorge (KJF), Armin Wolf aus Regensburg, der sich gemeinsam mit Klaus Augenthaler auch als Botschafter für die Leukämiehilfe engagiert. Er hatte bei der Firma Centerball eine guten Preis ausgehandelt und Sponsoren für die Anlage gesucht.

Nun können die Spiele beginnen: Klaus Augenthaler und Hannelore Haberzett durchschneiden das rote Band.
Info:

Wie funktioniert Centerball?

  • Centerball ist eine neue Fußballsportart, für die es sogar schon einen Ligabetrieb gibt
  • Mehrere Vereine aus dem Regensburger Raum machen bereits mit
  • Gespielt wird in einem 10 x 4 Meter großen Squash-Fußball-Court, der vorwiegend im Freien steht
  • Die Anlage besteht aus einer Kunstrasenfläche, einer Torwand mit 5 Öffnungen und einem sehr robusten Gehäuse, das von Fangnetzen umgeben ist
  • Jeweils 2 Spieler treten gegeneinander an
  • Gefördert werden Konzentration, Technik, mentale Stärke, Ausdauer, Zielgenauigkeit und Schnelligkeit
  • Spieler können sich sogar eine App aufs Handy laden, in der sich ein Profil anlegen und sich vernetzen können

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.