11.12.2020 - 12:05 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Können Luftreiniger das Lüften ersetzen?

Sind Luftreinigungsgeräte für die Klassenzimmer sinnvoll oder nicht? Diese Frage erörterte der Stadtrat Windischeschenbach in seiner Sitzung. Vorangegangen war ein Antrag der SPD-Fraktion.

Fenster auf und lüften: die beste Methode gegen Viren in den Klassenzimmer. Das gehört auch für die Windischeschenbacher Schüler zum Alltag.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Dem Stadtrat Windischeschenbach lag ein Antrag der SPD-Fraktion vor, in dem es um den Kauf von 13 Luftreinigern für die Grund- und Mittelschule ging. Die Fraktion begründete ihr Ansinnen mit der Befürchtung, dass durch die häufigen Lüftungspausen die Klassenzimmer zu sehr auskühlen, Heizenergie verloren geht und der ständige Wechsel zwischen warm und kalt für die Gesundheit nicht förderlich ist. Durch den Kauf von Geräten mit dem Mindeststandard Hepa 13, besser Hepa 14, könne auf einen Teil des Stoßlüftens verzichtet werden. Die Kosten pro Gerät würden rund 1300 Euro betragen. Zudem gebe es ein Förderprogramm des Freistaats, das Schulen bei der Umsetzung der technischen Maßnahmen zum infektionsschutzgerechtem Lüften finanziell unterstützt.

Für einen Laien hört sich der Vorschlag gut an. CSU-Sprecher Thomas Wilhelm, der aus beruflichen Gründen mit der Materie bestens vertraut ist, musste den Argumenten teilweise widersprechen. "Das ist ein großes Thema, das aber in der Öffentlichkeit falsch diskutiert wird", sagte er. Um dies zu erklären, holte er ein wenig aus. Auch vor Corona habe man regelmäßig lüften müssen, da mit einer steigenden CO2-Konzentration die Leistungsfähigkeit nachlässt. "Dies lässt sich 1:1 auf die Virenkonzentration übertragen", erklärte Wilhelm.

Generell sei Querlüften die beste Vorsorge gegen Viren im Klassenzimmer. "Mit 3 bis 5 Minuten Fenster und Türen öffnen, lassen sich die Aerosole raus bringen", sagt er. Die Befürchtung, dass die Räume zu schnell auskühlen, bestehe nicht. Auch seine Kinder, die in Neustadt zur Schulen gehen, hätten damit kein Problem.

Die von der SPD vorgeschlagenen Geräte seien außerdem für ein Klassenzimmer zu wenig leistungsstark und wären im Betrieb viel zu laut. Solche Geräte würden sich für ein kleines Büro, das mit 2 bis 3 Personen besetzt ist, bestens eignen, aber nicht für die Schule.

Natürlich gebe es Luftreininger, die für größere Räume ausgelegt sind. Aber die würden mehr kosten. Statt der angedachten 1300 Euro wären dann 3500 Euro pro Gerät fällig, Lieferzeit sechs bis acht Wochen. Wilhelm gab noch einen weiteren Aspekt zu bedenken. Das Förderprogramm des Freistaates unterstütze nur Schulen, deren Zimmer gar nicht oder nur schlecht gelüftet werden können. "Das ist bei uns ja nicht der Fall", gab er zu bedenken.

Stadt investiert auch 2020

Windischeschenbach

Ohne den Vorschlag der SPD schmälern zu wollen, schlug Wilhelm vor, das Thema im Frühjahr noch einmal aufzugreifen, wenn sich die Liefersituation ein wenig entspannt habe. Das Gremium war damit einverstanden.

Ebenfalls einstimmig fiel der Beschluss für die 13 Klassenräume CO2-Sensoren anzuschaffen. Dazu gibt es Fördermittel von der Regierung (pro Schüler 7,27 Euro), die Sensoren seien bereits bestellt worden, die Lieferung erfolgt voraussichtlich nach Weihnachten.

 

 

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