04.06.2021 - 15:56 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Kommentar: Bürgerbegehren in Windischeschenbach ein Schildbürgerstreich

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Am 25. Juli soll in einem Bürgerbegehren abgestimmt werden, ob die Grund- und Mittelschule Windischeschenbach saniert werden soll oder ob sie einen Neubau bekommen. Ein Kommentar von Michaela Lowak.

In einem Bürgerbegehren soll abgestimmt werden, ob die Grund- und Mittelschule Windischeschenbach einen Neubau bekommt oder ob die bestehenden Gebäude saniert werden sollen.
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Kommentar

So manch einer stellt sich nun die Frage: Muss das sein? Da wird auf Antrag einer Interessensgemeinschaft ein Bürgerbegehren ins Leben gerufen, auf das man gut und gerne verzichten könnte. Die Windischeschenbacher sollen abstimmen, ob das komplette Schulgebäude erhalten werden soll oder nicht. Ein Erhalt klingt im ersten Moment logisch, doch wer sich mit der Materie einmal genauer auseinander setzt, merkt schnell, dass die Sanierung des 70er-Jahre-Baus ein Schildbürgerstreich wäre. Es gibt keinen offensichtlichen Grund, der dafür spricht, aber einige, die dagegen sprechen.

Da wären zum einen die Kosten. Die Sanierung des wenig ansehnlichen Flachbaus aus Beton würde Unsummen verschlingen. Eine Generalsanierung bedeutet Rückbau bis auf die Grundmauern. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an das Weidener Realschulhallenbad, von dem nur noch ein Gerippe stehen geblieben war, bevor es wieder aufgebaut wurde. Ebenfalls dagegen spricht die Tatsache, dass bei diesem Bau bereits jetzt vieles im Argen liegt. Das Dach ist marode, die Leitungen entsprechen nicht den modernen, digitalen Anforderungen und die Barrierefreiheit ist durch die verschiedenen Ebenen nicht gegeben.

Das größte Problem jedoch ist meiner Meinung nach die immense Lärmbelastung für die Schüler. Wir reden hier nicht von ein paar Monaten mit etwas Baulärm, sondern von einer Zeitspanne von mehreren Jahren. Stellen Sie sich einmal vor, in ihrem Vorgarten steht ein Kompressor und rattert die nächsten vier Jahre täglich vor sich hin. Vorbei wäre es mit dem gemütlichen Frühstück auf der Terrasse. Auch darüber sollte man sich Gedanke machen. Ich kann mir vorstellen, dass auch die Anschieber des Bürgerbegehrens ein ruhiges Leben schätzen. Doch Kindern, die sich auf den Unterricht konzentrieren sollen, kann man anscheinend Baulärm zumuten.

Interessengemeinschaft will altes Gebäude erhalten

Windischeschenbach

Natürlich ist ein Bürgerbegehren der Ausdruck von Demokratie. Wir leben zum Glück in einer Gesellschaft, in der jeder seine Meinung frei äußern kann. Deshalb ist absolut legitim, um so ein Vorgehen zu bitten. Was bleibt, ist der Appell an die Windischeschenbacher, am 25. Juli die Vernunft walten zu lassen und einem Neubau den Vorzug zu geben.

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