28.08.2020 - 13:30 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Lehrende Mittlerin der Natur

Andrea Mack ist Umweltpädagogin am GEO-Zentrum an der Kontinentalen Tiefbohrung (KTB). Im Gespräch mit unserer Zeitung gibt sie einen Einblick in ihr Berufsfeld. Das ist in jeder Hinsicht vielschichtig.

Andrea Mack gewährt einen Blick in den neuen Schau-Bienenstock.
von Redaktion ONETZProfil

Andrea Mack führt Gruppen, Vorschulkinder, Schulklassen und nun – in Corona-Zeiten – Kinder mit ihren Eltern durch die Einrichtung. Dabei vermittelt die Umweltpädagogin Wissen über die Natur und über ökologische Zusammenhänge, wobei selbstständiges Erkunden, spielerisches Erfahren und der Spaß am Naturerlebnis im Vordergrund stehen. Dabei ist es wichtig, flexibel auf die jeweilige Situation sowie die Fragen und Wünsche der Gruppe zu reagieren, zu erfühlen, ob diese gerade eher etwas Ruhe oder mehr Informationen braucht.

Im GEO-Zentrum an der Kontinentalen Tiefbohrung (KTB) präsentiert sie mit Stolz ihr neues Projekt. Seit 14 Tagen können dort 3000 Bienen in einem Schau-Bienenstock beobachtet werden. Und aus zwei Ahornbäumen, die gefällt werden mussten, werden gerade zwei gut vier Meter lange, natürliche Bänke angefertigt, die auf die Wiese gestellt und künftig als Sitzgelegenheiten für Kindergruppen, Schulklassen und Teilnehmer am Ferienprogramm dienen werden.

Kinder experimentieren mit Umweltpädagogin

Windischeschenbach

Was ist das eigentlich, eine Umweltpädagogin? Welcher Ausbildung bedarf es und welche Arbeitsmöglichkeiten hat man? Mack gibt über diese Fragen und ihre persönliche Situation gerne Auskunft. Offiziell existiert der herkömmlichen Titel „Umweltpädagoge/-pädagogin“ nicht; Es ist kein anerkannter Beruf, nicht geschützt und gilt für jeden, der im Bereich Umwelt und Natur mit pädagogischen Aufgaben betraut ist. Die richtige Bezeichnung ist eigentlich „Pädagoge für Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Die meisten der Umweltpädagogen haben ein Studium absolviert, oft in Biologie. Eine weitere Gruppe bilden Lehrer und Diplompädagogen. Die Mehrzahl hat zusätzlich zur Ausbildung berufliche Qualifikationen erworben und vorher schon berufliche Erfahrungen gesammelt. Ansonsten gibt es zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten bei verschiedenen Institutionen, darunter Fernstudien oder Bachelor- und Master-Studiengänge an Fachhochschulen. Arbeitgeber können lokale oder überregionale Vereine und Verbände sowie Umweltzentren sein. Allerdings haben viele dieser hoch qualifizierten Arbeitskräfte ein unsicheres Beschäftigungsverhältnis wie einen befristeten Vertrag oder eine ABM-Stelle. Ein Teil ist freiberuflich tätig. Sie sind auch an den staatlich anerkannten und geförderten Umweltstationen tätig, Einrichtungen der außerschulischen Umweltbildung, von denen es aktuell 58 in Bayern gibt.

Umweltpädagogin Mack spricht mit Begeisterung von ihrem Beruf. Nach ihrem Hochschulabschluss in Biologie trat sie eine ABM-Stelle an der Ökologischen Bildungsstätte Burg Hohenberg/Eger an. Dann machte sie sich vorübergehend für drei Jahre zu neuen Ufern auf: als Gymnasiallehrerin für Biologie und Chemie. Seit 2009 ist sie im GEO-Zentrum beschäftigt, zunächst in einem zweieinhalbjährigen Projekt, und schließlich übernahm sie hier eine ausgeschriebene feste Stelle. Hauptthema ist nun die Geologie, die sie sich im Selbststudium und bei Lehrerfortbildungen angeeignet hat. Sie nennt es ein „spannendes Feld“ und findet es ganz gut, unbefangener und nicht nur fachspezifisch an diese Sache ranzugehen. Freiberuflich ist sie zudem in der Umweltstation Waldsassen aktiv, wo sie 2006 das Projekt „Alte Haustierrassen“ für die Landesgartenschau in Marktredwitz konzipierte.

Statt zu Brennholz verarbeitet zu werden, entstehen aus zwei Ahornbäumen zwei komfortable Sitzbänke.
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