18.01.2019 - 10:35 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Löwenstarke Kulturbrauer

Die Zoiglbrauer haben eine Einladung auf die Kaiserburg in Nürnberg bekommen. Nach dem Festakt besitzen sie einen weißen Löwen, den ihnen Heimatminister Albert Füracker überreicht.

Bis der Zoigl im Glas in gemütlicher Runde genossen wird, ist im Bierkeller nicht nur beim Aufziehen der Hefe viel Handarbeit nötig. Umso mehr freut sich Reinhard Fütterer, der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft "Echter Zoigl vom Kommunbrauer" über die Nachricht von der bevorstehenden Verleihung des Heimatpreises Bayern.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

"Die Verleihung des 'Heimatpreis Bayern' ist ein ebenso schöner wie wirksamer Weg, den Blick auf Verdienste zu lenken, die für unser Land von großer Bedeutung sind", schreibt das Heimatministerium über die von ihm vergebene Auszeichnung. Offenbar hat die Schutzgemeinschaft "Echter Zoigl vom Kommunbrauer" für die Zoiglkultur in der nördlichen Oberpfalz genau das getan. Das Heimatministerium hat gegenüber Oberpfalz-Medien bestätigt, dass der Zusammenschluss am Montag, 8 April, in Nürnberg den von Professor Ottmar Hörl gestalteten weißen Porzellanlöwen sowie eine Urkunde entgegennehmen darf.

Preisträger aus der Region waren bereits "D' Altbaierischen Weiden" und die "Altneihauser Feierwehrkapell'n". Bisher wurde die Auszeichnung in den vergangenen Jahren in den sieben Regierungsbezirken vergeben. Das Ministerium hat sie nun aufgewertet. Sie wird seit diesem Jahr vergeben als "Heimatpreis Bayern" Nord und Süd. Mit Reinhard Fütterer, dem Vorsitzenden der Schutzgemeinschaft, sprach Redakteur Uwe Ibl.

ONETZ: Wer ist für die Bewerbung der Schutzgemeinschaft beim Heimatministerium verantwortlich?

Reinhard Fütterer: Keine Ahnung. Ich wusste nicht einmal, dass man sich bewerben muss. Es ist der Wahnsinn, die Mitteilung über den Preis war eine positive Überraschung. Ich kam wie die Jungfrau zum Kind.

ONETZ: Welche Bedeutung hat der Heimatpreis?

Reinhard Fütterer: Er ist eine Bestätigung, dass wir alles richtig gemacht haben. Alles vielleicht nicht, aber das Meiste. Wir setzen uns schon seit langen Jahren für die Zoigltradition ein.Wir haben versucht, etwas zu bewegen und bleiben dran, damit diese Kultur für die Öffentlichkeit erkennbar und erhalten bleibt.

ONETZ: Kommen die Zoiglwirte angesichts der vielen Festakte wie zuletzt für die Goldene Bieridee und die Auszeichnung als immaterielles Kulturerbe noch zum Brauen und Schenken?

Reinhard Fütterer: So narrisch ist es jetzt auch wieder nicht. Aber es ist schön, wenn man so etwas bekommt, bekannt und anerkannt wird.

ONETZ: Welche Reaktionen gab es auf die bisherigen Auszeichnungen?

Reinhard Fütterer: Wenn, dann nur positive von den Brauern und den Gästen. So soll es auch sein. Eigentlich freuen sich alle. Natürlich gibt es auch ein paar Neider.

ONETZ: Wie wichtig ist so ein Preis? Oder sind immer noch die "Altneihauser" und der "Frankenfasching" die wichtigeren Werbeformen?

Reinhard Fütterer: Wir haben so eine große Nachfrage beim Zoigl. Die Gäste derrennen uns. Wir haben unsere Werbung stark zurückgefahren. Es muss auch mal wieder etwas staader werden, sonst derrennen wir uns auch selbst.

ONETZ: Welche Auszeichnungen hättet Ihr gerne noch?

Reinhard Fütterer: An so etwas denke ich gar nicht. Ich bin froh über jede, die wir haben. Wir machen einfach unser Ding und wenn es jemand anerkennt, ist es gut und wenn nicht, machen wir trotzdem nichts anders.

ONETZ: Gab es auch Enttäuschungen beim Einsatz für den Zoigl?

Reinhard Fütterer: Gescheitert sind wir leider mit dem Patent. Der Versuch hat uns in den vergangenen Jahren die meisten grauen Haare gekostet. Herausgekommen ist leider am Ende nichts. Vielleicht kann man das nochmal bewegen. Aber das muss ein neuer Akteur angehen, einer mit besseren Nerven. Oder man macht es anders, eventuell zusammen mit den Kleinbrauereien um uns herum. Ich weiß aber nicht, inwieweit der Zug bei dieser Sache schon abgefahren ist.

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