14.02.2019 - 11:30 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Lohn und Rente müssen zum Leben reichen

Sozialpolitische Informationen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung des DGB-Ortskartells im Sportheim.

von Externer BeitragProfil

Peter Hofmann, DGB-Regionssekretär und Mitglied im Vorstand der DRV-Süd (Deutsche Rentenversicherung), zeigte die Bedeutung der Versicherung für geringfügig Beschäftigte auf.Lange Schul- und Berufsausbildungszeiten führten zu einem späteren Berufseinstieg. Vielfach seien Schüler und Studenten in dieser Zeit geringfügig beschäftigt und würden denken nicht an die mögliche soziale Absicherung. Bereits bei einem monatlichen Einkommen von 175 Euro kann mit einem Eigenbeitrag von etwa sieben Euro erreicht werden, dass diese Zeiten für die Anwartschaft zählen. Damit wird das Tor zu umfangreichen Leistungen geöffnet. Wie Hofmann aus der Praxis weiß, informieren sich nur wenige geringfügig Beschäftigte und nehmen damit wichtige Leistungen nicht wahr und schenken Zeiten her, die später mal gebraucht werden, wenn es um die Möglichkeiten zum Renteneintritt geht.

Peter Hofmann zog in der Veranstaltung eine positive Bilanz zu den Tarifrunden. Überall wo Tarifverträge gelten, hat sich die Lohnentwicklung über der Inflationsrate bewegt. Damit profitieren in der Folge auch die Rentenbezieher vom Ergebnis. "Leider bildet Bayern in Bezug auf die Tarifbindung das Schlusslicht, sodass nicht alle Arbeitnehmer erfasst sind." Aufgrund von internationalen Unwägbarkeiten bei der wirtschaftlichen Entwicklung komme der Binnenkonjunktur verstärkte Bedeutung zu. Bei über 20 Millionen Rentenzahlungen sei es wichtig, dass auch die Rente nach langjähriger Arbeit zum Leben reiche. Hier sieht er Handlungsbedarf in Richtung Mindest- oder Grundrente. Einen Widerspruch sieht Hofmann, wenn die Finanzierung in Frage gestellt, aber gleichzeitig die Abschaffung des Soli gefordert wird.

Die Diskussion drehte sich besonders um die politischen Anforderungen, aber auch um die eigenen Handlungsmöglichkeiten, wenn es um Arbeitsbedingungen geht. Beispiele aus Windischeschenbach zeigten, dass vielfach Entlohnungen die Arbeitsleistung und ihre Bedeutung für die Gesellschaft nicht wiederspiegelten. "Die Möglichkeiten Tarifverträge zu erkämpfen, werden zu wenig genützt", so das Fazit der Diskussion.

Maikundgebung:

Traditionell findet die Maikundgebung von DGB-Ortskartell und Sozialbündnis wieder am Vorabend zum 1. Mai im Sportheim der SpVgg statt. Die Sportgruppe "Fit mit 60" stellt den Freiheitsbaum auf. Gemeinsam soll zur Europawahl das Thema "Mauern in Köpfen und an Grenzen" sowie die europäische Sozialcharta im Mittelpunkt stehen. Als Referent steht aus dem örtlichen Sozialbündnis der KAB Sekretär Markus Nickl zur Verfügung. Auch für musikalische Umrahmung sowie eine kleine Brotzeit wird Sorge getragen. Finanzielles Fundament bildet dabei der Maiabzeichenverkauf.

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