07.06.2021 - 10:50 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Malen wie die Höhlenmenschen: Farbzauber im Geozentrum

von fsbProfil

Seit den Höhlenmalereien und bis ins 18. Jahrhundert hinein wurden für die bekanntesten Gemälde und Fresken der Welt, so beispielsweise auch in den Werken des Barockmalers Peter Paul Rubens, Erdfarben verwendet. Am Workshop "Malen mit Erdfarben", dem letzten dieser Ferien im GEO-Zentrum an der KTB, nahm auch der achtjährige "Nachwuchsgeologe" Anton aus Landshut mit seinen Eltern teil, die gerade Urlaub in der Nord-Oberpfalz machten.

Diesmal durften die Kinder unter Anleitung von Umweltpädagogin Andrea Mack wie die Künstler der Vergangenheit Farben aus gemahlener Erde und zerriebenen Mineralien und Gesteinen herstellen. Damit malten die Kinder dann Bilder. "Meines bringe ich nächste Woche meinen Klassenkameraden mit", verriet Anton. Als er im Farbenlabor die Dosen mit heller, brauner oder roter Tonfarbe als Pigmentspender sah, fiel ihm ein: "Ich hab schon mal mit Ton auf der Straße gemalt." Weil manche Farben Flecken auf der Kleidung verursachen oder die Haut schädigen können, zogen er und seine Eltern weiße Schutzkittel und Gummihandschuhe an. An zusätzlichen groben Mineralien standen graublaues Sodalith, das goldbraune Tigerauge, blaugrünes Chrysokoll und graugoldenes Pyrit zur Auswahl sowie tiefblaues Lapislazuli und transparenter Bergkristall.

Zunächst mussten deren kleine Steinchen oder Erdklümpchen mit Hilfe eines Mörsers grob zerkleinert und mit einem feinen Sieb zu Farbpulver zerrieben werden. Je kleiner die Teilchen werden, umso besser ist nämlich die Qualität der Farbpigmente. "Wenn wir sie mit Wasser verrühren, kann man zwar malen, doch später würde die Farbe wieder vom Untergrund abbröckeln", erklärte Frau Mack. "Was könnten wir denn zum Binden mit Papier nehmen?" Wieder wusste Anton Bescheid: "Nehmen wir doch ein Ei, das ist klebrig." So wurde ein frisches Ei aufgeschlagen, in ein Einmachglas gegeben, etwas Leinöl, das in eine Eihälfte passte, hinzugefügt und das Ganze fest geschüttelt. Dann vermischte man diese Flüssigkeit mit dem jeweiligen Farbpulver zu einem Brei.

Die so entstandenen unterschiedlichen Malfarben goss Anton schließlich vorsichtig in die Näpfe auf der Mischpalette. Nun konnte die künstlerische Arbeit im Seminarraum beginnen. Hier lagen weitere Hilfsmittel wie Tonpapierbögen in chamois und schwarz, Pinsel unterschiedlicher Größe, verschiedene Kleber, eine Heißklebepistole und diverse Naturmaterialien wie Holzscheibchen, bunte Federn oder Sande bereit. Wer wollte, konnte sich zusätzlich draußen mit Blättern und Blüten für eine Collage versorgen.

Anton entschied sich für einen exotischen Vogel mit echten grünen Federn. Seine Mutter zauberte einen herbstlichen Laubbaum aufs Papier und sein Vater die Nahrungskette im Meer mit einem das Maul aufreißenden Hai. Nicht nur für ihren Sohn war es eine spannende Sache, mit Gestein zu malen. In seinem schönen niederbayerischen Dialekt gab er seiner Begeisterung Ausdruck: "Mei Opa is jetzt aa an Stoina interessiert. I glaab, des hoda vo mia."

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