Markus Söder besucht blutige Rettungsübung in Windischeschenbach

Windischeschenbach
24.09.2022 - 20:23 Uhr

Bayerns Ministerpräsident kommt am Freitagnachmittag überraschend nach Neuhaus. Dort erwartet ihn im BayZBE ein Spektakel, das leider allzu realistisch ist, aber zum Glück doch nur eine Inszenierung.

Schaurig, aber leider realitätsnah stellten Rettungskräfte in Neuhaus für Ministerpräsident Markus Söder (rechts) ein Katastrophenszenario nach.

Vielleicht hat sich der bekennende Star-Trek-Fan Markus Söder zwischendurch gewünscht, er sei lieber im Kino. Wenn es dort um Leben und Tod geht, dann mit Laserschwertern, unblutig und schnell. Was ihm am Freitagnachmittag im Rettungszentrum im Gewerbegebiet Neuhaus als lebensnahe Schauspiel-Inszenierung geboten wurde, war um einige Spuren gruseliger.

Etliche Blaulicht-Organisationen hatten folgendes Szenario aufgebaut: Ein Amokläufer rast mit dem Auto in ein Straßencafé, steigt aus und sticht mit dem Messer um sich, bevor er türmt. Zurück bleiben ein Mann mit abgerissenem Unterschenkel, zwei am Boden liegende Frauen und eine Dritte, die stark blutend unter Schock steht. Statt Jedi-Ritter eilen Sanitäter, Polizisten und Notärzte an den Einsatzort, im Hintergrund funkt die Leitstelle, aus den Lautsprechern dröhnen Kommandos und das Wimmern der Verletzten.

Fünf bis zehn Minuten dauert das alles, danach wird der Einsatz per Video analysiert und auf Fehler, die keinem Laien auffallen, untersucht. Zum ersten Mal ist der Ministerpräsident im BayZBE, dem Bayerischen Zentrum für besondere Einsatzlagen, wo Rettungsszenarien vom Terrorangriff bis zum Amoklauf und vom Busunfall bis zur Geiselnahme geübt werden. Söder hat für seinen Besuch den Freitag gewählt, davor hat er zwei Termine in Fürth, danach zwei in Nürnberg.

Warum kommt er dann mittendrin in der Oberpfalz vorbei? Bürgermeister Karlheinz Budnik, Landrat Andreas Meier und BRK-Geschäftsführer Sandro Gallitzdörfer wissen es nicht, sagen sie. Söder selbst sagt, dass er es erstens toll findet, was im BayZBE geleistet wird, zweitens, dass er Sanitätern, Polizisten oder Soldaten auch dann Rückdeckung gibt, wenn mal ein Fehler passiert und drittens, dass man sich in diesen Zeiten auf das Undenkbare vorbereiten muss, wie eine Amokfahrt und eine Messerattacke in einem Café. Also: dickes Dankeschön. Danach geht's unter Ausschluss der Öffentlichkeit in einen Konferenzraum. Dort dürfte es für Budnik oder Meier fast spannender zugegangen sein als bei der gerade zu Ende gegangenen Rettungsübung. Denn am Dienstag tagt der bayerische Ministerrat.

Der könnte darüber entscheiden, dass das BayZBE erweitert wird. Und wann. Davon hängen auch Investitionen in Windischeschenbach ab. Unter anderem spekuliert das Hotel "Oberpfälzer Hof" auf Retter-Gruppen aus ganz Bayern, die in Neuhaus üben. Vielleicht hat Söder angedeutet, dass es bald so weit ist. Entschieden ist es wohl noch nicht. Dann hätte es der Gast bestimmt den versammelten Zaungästen der Medien verkündet. Denn wer Investitionen mitbringt, ist abseits der Leinwand mindestens so gut angesehen wie ein Jedi-Ritter.

 
 

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