20.09.2019 - 12:24 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Peter Hofmann fasziniert mit Höhlenfotos

Die Faszination von Höhlen ist eine uralte menschliche Erfahrung. Das Geo-Zentrum an der KTB zeigt bis 7. November eine Sonderausstellung „Unterwelten-Höhlen-Panorama-Fotografie“.

Peter Hofmann vor seinem prämierten Lieblingsfoto, der kroatischen Höhle „Zarečki krov“ mit Wasserfall.
von Redaktion ONETZProfil

Zur Vernissage mit Eröffnungsvortrag begrüßte wissenschaftlicher Leiter, Dr. Frank Holzförster, im Dieter-Betz-Saal ´des Geo-Zentrums neben vielen interessierten Gästen vor allem den passionierten Höhlenforscher und Foto-Enthusiasten Peter R. Hofmann.

Hofmann, geboren 1959 und von Beruf Diplom-Kaufmann, lebt in Brannenburg im Inntal und beschäftigt sich seit seiner Jugend mit Fotografie und Höhlenkunde. Er ist nicht nur in seiner Heimat aktiv, sondern bereiste viele Länder, insbesondere in Osteuropa und im Nahen Osten. Sein Hauptinteresse gilt der Anthropo-Speläologie, dem Bezug von Mensch und Höhle. Als Autor veröffentlichte er viele Fachartikel sowie sechs eigene Gebietsführer.

Seit mehreren Jahren konzentriert er sich auf die HDR-Panorama-Fotografie (High Dynamic Range). Bei dieser Technik werden drei bis fünf unterschiedlich belichtete Aufnahmen übereinander gelegt, um starke Hell-Dunkel-Kontraste auszugleichen und die bis zu 30 Einzelbilder zu einem Panorama zusammengefügt. Das Ergebnis sind unter teils extremen Bedingungen und überwiegend ohne künstliches Licht entstandene Kunstwerke von großem Detailreichtum und ungeheuerer Intensität, mit denen ein völlig neues Seherlebnis ermöglicht werden soll.

Die etwa 40 für diese Ausstellung ausgewählten Fotos entstanden gut zur Hälfte in Bayern. Sie stehen unter den Aspekten Höhlen als Archive der Vergangenheit mit herausragender archäologischer Bedeutung, als Inbegriff der Romantik, als touristisch genutzte Schauhöhlen oder mit Bezug zu den Religionen. Dabei handelt es sich einerseits nicht nur um Höhlen im Kalkgestein, sondern auch um Eis-, Salz- und Lavahöhlen, um Schaubergwerke, Felsenkeller, künstliche Grotten und um vom Menschen geschaffenes Künstlerisches unter der Erde. Zu jedem seiner Bilder erzählte der Höhlenforscher eine interessante kurze Geschichte.

Sein Lieblingsfoto ist jenes von der Halbhöhle „Zarečki krov“ bei Pazib (Istrien), die sich unter einem Wasserfall gebildet hat. Es wurde 2013 beim Internationalen Höhlenkongress in Brünn mit dem „Photo-Salon-Award“ ausgezeichnet. In der Fränkischen Schweiz sind unter anderem die Sophienhöhle mit prachtvollem Sinterschmuck und einem 2,4 Meter hohen Stalagmiten, die bekannte Teufelshöhle, die Riesenburg bei Pottenstein als romantische Höhlenruine und die Ludwigshöhle, in der 1830 zu Ehren des Königs Ludwig I. ein Festmahl abgehalten wurde, abgelichtet.

Die Eiskapelle bei St. Bartholomä am Königssee verändert fortwährend ihre Gestalt und verliert derzeit rasant an Länge. Im Felsenlabyrinth Luisenburg bilden die Blöcke im Granit-Felsenmeer beachtliche Höhlen. In der biblischen Grotte des Propheten Elija im Berg Carmel in Haifa (Israel) hielten sich der Prophet und Jesus auf. Zur 8,2 Kilometer langen Wasserhöhle „Krizna Jama“ (Slowenien), die 22 Seen besitzt, gelangt man nach einer dreistündigen Bootstour. Die meisten Teile der Höhle „Kulpi Mutitjulu“ im Ayers Rock (Australien), die Felszeichnungen der Ureinwohner enthält, dürfen nicht betreten und fotografiert werden.

Besonders liebt Hofmann skurrile Höhlen. Der Künstler Wo Sarazen gestaltete in einem alten Felsenkeller in Bayreuth ein „Verrottungsmuseum“, in dem alle Kunstwerke als „esoterische Rätsel“ dem Verfall überlassen werden. Der Gastwirt Michael Altmann aus Leonding bei Linz grub 50 Jahre lang Stollen, die er dann ohne praktischen Nutzen ausmalte und in denen er sich einen Tag nach der Beerdigung seiner Frau das Leben nahm.

Hofmanns neues Projekt ist das „Unterirdische Bayern“. In seinem Bildvortrag zeigte er dabei die Vielfalt unserer Heimat mit ihren 14 Schauhöhlen, 13 Schaubergwerken, zwölf Felsenkellern, darunter jene in Parkstein, Furth im Wald und Schwandorf sowie Höhlenkirchen und -burgen und künstlichen Grotten auf.

Info:

Öffnungszeiten

Die Foto-Ausstellung ist bis 7. November täglich von 10 bis 18 Uhr (ab dem 27. Oktober außer montags täglich von 10 bis 16 Uhr) bei der kostenpflichtigen Besichtigung der Umweltstation Geo-Zentrum zu sehen.

Viele Besucher kommen zur Vernissage der Sonderausstellung mit Peter Hofmann (rechts) ins Geo-Zentrum.
Peter Hofmann erklärt Fotos des Schaubergwerks Werra in Weißenstadt und des Salzbergwerks Berchtesgaden.
Peter Hofmann vor einigen seiner Werke.
Eröffnungsvortrag „Unterirdisches Bayern“ von Peter Hofmann.
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