07.10.2019 - 09:41 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Schulsozialpädagogin Anita Nacke stellt "Pioniersarbeit" vor

Jugendsozialarbeiter arbeiten mittlerweile an fast allen Schulen. Oberpfalzweit nur zwei Mal gibt es an Mittelschulen bis lang das, was Anita Nacke in Windischeschenbach, Floß und Neustadt anbietet.

Sie freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit mit Anita Nacke (Dritte von links): Bürgermeister Karlheinz Budnik, Rektor Gerhard Steiner, Schulamtsdirektorin Elisabeth Junkawitsch, Rektorin Annette Spreitzer-Hochberger und Konrektor Karl Haubner (von links).
von Redaktion ONETZProfil

Prävention statt Intervention. Unter diesem Motto steht die Tätigkeit von Anita Nacke an den Mittelschulen Windischeschenbach, Floß und Neustadt. Sie ist Sozialpädagogin – nicht Jugendsozialarbeiterin – und seit Januar an den Schulen. Nun stellte die 42-Jährige ihr Programm für das laufende Schuljahr vor. Neben Umweltpädagogik gehören auch Erlebnispädagogik und Sozialkompetenztraining zu den zentralen Themen in den Klassen fünf bis neun.

Dabei ist wichtig: Nacke ist keine Jugendsozialarbeiterin. "Die sogenannten 'JaSler' bieten eher Einzelhilfe bei Problemen der Schüler an, während Schulsozialpädagogen wie ich mehr in Gruppen arbeiten, um Probleme gezielt vorzubeugen", erklärt die Neuhauserin ihr Berufsfeld. Im allgemeinen werde der Fokus auf die Stärkung der Persönlichkeits- und Sozialentwicklung gerichtet. Lediglich in Berching werde die Stelle an oberpfälzer Mittelschulen außerdem angeboten. Genau das mache die Arbeit von Nacke so besonders. Schulamtsdirektorin Elisabeth Junkawitsch, die ebenfalls den Unterschied zwischen Sozialarbeiter und Sozialpädagoge verdeutlichte, bezeichnete Nacke deswegen als "einen Pionier".

Annette Spreitzer-Hochberger, Rektorin der Grund- und Mittelschule Windischeschenbach, zeigte sich erfreut über die tatkräftige Unterstützung, und kündigte an: "In Zeiten, in denen Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle spielt, steht für uns die Umweltpädagogik im Mittelpunkt." Ziel sei es, ökologisch sinnvolle Aktionen in den Schulalltag einzugliedern und sich so für die bayerische Auszeichnung "Umweltschule in Europa/Internationale Nachhaltigkeitsschule" zu bewerben. Konkret vorgesehen sind zum Beispiel für die fünften Klassen Experimente am Lagerfeuer oder eine Fastenaktion der neunten Klasse. Die Projekte sollen dabei in Kooperation mit verschiedenen Umweltstationen, der Stiftung "Kultur- und Begegnungszentrum Abtei Waldsassen" und dem GEO-Zentrum an der Kontinentalen Tiefbohrung durchgeführt werden.

Erwartungsvoll blicken auch Gerhard Steiner, Rektor der Mittelschule Floß, und Karl Haubner, stellvertretender Schulleiter in Neustadt, auf die weitere Zusammenarbeit. Steiner setzte seinen Schwerpunkt auf das Sozialkompetenztraining, bei dem das sozial-emotionale Lernen und Kommunikationskompetenzen gefördert werden sollen. "Ich kann aus Erfahrung sagen, dass das vorgesehene Programm ,Lions Quest' bei den Schülern super ankommt und deshalb sehr wertvoll ist", so Steiner.

Haubner betonte, wie sehr Nacke auch die Arbeit der Lehrer erleichtere: "Oft sehen Lehrer die Probleme der Schüler nicht oder können aufgrund fehlender Zeit nicht auf diese eingehen." Ein Sozialpädagoge könne demnach den Erziehern helfen, Situationen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Für ihn sei es zudem wichtig, gegen das Klischee einzutreten, nur "Brennpunktschulen" würden Schulpsychologen, Schülerberater und Sozialpädagogen einstellen.

Die Neuhauserin Nacke, die bereits die Tagesstätte in Mitterteich leitete, wird die Schulen 20 Stunden pro Woche unterstützen. Nachdem das letzte halbe Jahr noch eine Einfindungsphase war, freut sich die Pädagogin darauf, mit dem Programm zu starten. Ihr Hauptstandort ist weiterhin die Mittelschule Windischeschenbach, von dem aus sie auch Büro- und Organisationsarbeiten tätigt. Die praktische Arbeit soll dann nach Absprache mit den Rektoren koordiniert und aufgeteilt werden.

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