12.11.2020 - 14:15 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Stadtrat will zum Wassersparen animieren

Ab 1. Januar ändert sich die Berechnung der Abwassergebühr. Bislang spielten große versiegelte Flächen keine Rolle, da das Niederschlagswasser nicht berücksichtigt wurde. Für die meisten bleibt alles beim Alten, aber es gibt Anreize.

Bis jetzt sind große versiegelte Fläche wie hier der Parkplatz vor den Verbrauchermärkten nicht in die Berechnung der Abwasserkosten eingeflossen. Ab 1. Januar soll sich dies ändern.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Wie kann die Abwassergebühr gerechter berechnet werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Stadtrat bereits in der Sitzung im April. Damals war ein Fachmann zu Gast, der dem Gremium verschiedene Möglichkeiten vorstellte. Letztendlich fiel die Wahl auf ein sogenanntes Stufenmodell, das bei der Berechnung der gesplitteten Abwassergebühr zum Einsatz kommt. Diese teilt sich nun in eine Niederschlagswassergebühr in Höhe von 0,14 Euro pro Quadratmeter und eine Schmutzwassergebühr von 2,64 Euro pro Kubikmeter. Die Bürger haben in den vergangenen Monaten bereits ein Schreiben bekommen, in dem die neue Methode vorgestellt wurde. Außerdem hatten Interessierte die Möglichkeit, sich an vier Terminen im Pfarrheim persönlich über die Thematik zu informieren.

Experte informiert über neue Abrechnungsmethode

Windischeschenbach

Das neue Verfahren entspricht nun den gesetzlichen Vorhaben und ist zudem auch noch gerechter. Bestes Beispiel dafür sind die großen versiegelten Fläche vor den Verbrauchermärkten. Ein Geschäft benötigt wenig Frischwasser, aber leitet durch den meist asphaltierten Parkplatz relativ viel Niederschlagswasser in die Kanalisation ein.

Die Verwaltung hatte eine neue Satzung ausgearbeitet, die dem Stadtrat zur Abstimmung vorlag. Dies wollte CSU-Sprecher Thomas Wilhelm nicht so stehen lassen und listete noch ein paar Verbesserungsvorschläge auf. Um auch die Bürger beim Wasserverbrauch zum Umdenken zu bewegen, schlug er vor, bei der Berechnung Zisternen in privaten Gärten zu berücksichtigen. Regenwasser, dass aufgefangen wird, muss nicht in die Kanalisation eingeleitet werden. Dies solle bereits ab drei Kubikmeter Fassungsvermögen in die Kalkulation mit einfließen. Außerdem solle es keine Rolle spielen, ob die Zisterne einen Notüberlauf hat oder nicht. Es wäre auch schön, wenn Versickerungseinrichtungen berücksichtigt werden könnten. Zusätzlich regte Wilhelm an, ein Förderprogramm für den Bau von Zisternen einzurichten, um den Bürgern einen Anreiz zu geben.

SPD, Freie Wähler und Grüne waren mit diesen Änderungen einverstanden. "Es ist zeitgemäß, diesen Weg zu gehen", befürwortete Werner Sauer (SPD) den Vorschlag.

Hintergrund:

Ein Rechenbeispiel

Für den Eigentümer eines Einfamilienhauses, in dem vier Personen leben, ändert sich wenig. Dies zeigt ein Rechenbeispiel. Grundstücksfläche 574 Quadratmeter, bebaute und befestigte Fläche 257 Quadratmeter (Stufe IV, Faktor 0,45 Euro), gebührenpflichtete Fläche 258 Quadratmeter (574 x 0,45), Schmutzwasser 138 Quadratmeter. Kostenberechnung bisher: 138 Quadratmeter x 2,96 Euro = 408,47 Euro. Kostenberechnung neu: 138 Quadratmeter x 2,64 Euro = 364,32 Euro; 258 Quadratmeter x 0,14 Euro = 36,12 Euro. Insgesamt: 400,44 Euro.

 

 

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