18.04.2019 - 13:03 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Statt Gestein dicke Bretter bohren

Das Geo-Zentrum an der KTB stellt sich personell neu auf. Im Mai gibt es sowohl bei der Stiftung als auch beim Träger- und Förderverein Wechsel an der Spitze.

Sechzehn Jahre an der Spitze des KTB-Trägervereins haben einige Aktenordner anschwellen lassen. Die stellt Georg Stahl (links) nun Stephan Oetzinger zur Verfügung.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Das Geo-Zentrum an der KTB stellt sich personell neu auf. Im Mai gibt es sowohl bei der Stiftung als auch beim Träger- und Förderverein Wechsel an der Spitze.

Bei der Stiftung macht Gert Wölfel für Christina von Seckendorff, die Geologie-Referatsleiterin im bayerischen Umweltministerium, den Platz frei. Beide gehören zu den - hier ist die Metapher noch nicht abgegriffen - Urgesteinen der Tiefenbohrung. Einige Tage vorher bietet Georg Stahl beim Förderverein den Chefsessel seinem Wunschnachfolger an. Der wiederum ist ein Neuling auf diesem Gebiet: Stephan Oetzinger.

Oetzinger ist wie einst Stahl CSU-Landtagsabgeordneter. "Er ist jung, dynamisch und kann noch was werden", sagt der Pirker über seinen Nachfolger aus Mantel. Ein weiteres Plus: Oetzinger ist Mitglied im Wissenschaftsausschuss des Landtags und damit an einer Schnittstelle, wo über den Einsatz von Förder- und Forschungsgeld beraten wird.

Dass Windischeschenbach inzwischen zum Stimmkreis des Tirschenreuthers Tobias Reiß gehört, sei kein Problem."Das sieht man bei der Anfinanzierung des Projekts für Künstliche Intelligenz in Halmesricht. Da klappt das Spiel über Bande mit dem Tobias auch gut", sagt Oetzinger. Das Geo-Zentrum hält Oetzinger nicht nur wegen der 25 000 Besucher pro Jahr und wegen der nächtlichen Illuminierung für einen "Leuchtturm". "Es ist eine wichtige Bildungseinrichtung für die Region, auch weil Umweltbildung eine immer größere Rolle spielen wird." Deshalb hält Stahl es für einen seiner größten Erfolge, dass er mitgewirkt hat, dass das Geo-Zentrum vor Jahren staatlich anerkannte Umweltstation geworden ist.

16 Jahre hat der Pirker den Verein geleitet. Stolz ist er unter anderem darauf, dass es gelungen ist, nach dem Aus für die WAA viele der in Wackersdorf lagernden Bohrkerne nach Windischeschenbach zu holen. Sie bildeten die Grundlage der heutigen Dauerausstellung. Für das Bohrkernlager fließt jeden Monat Miete vom Freistaat.

Der Förderverein hat einen Jahresetat von 600 000 bis 650 000 Euro. Er hat 20 institutionelle Mitglieder, darunter einige Kommunen und Landkreise, sowie 59 Einzelmitglieder. Zudem ist er verantwortlich für das 16-köpfige Personal vom wissenschaftlichen Leiter Dr. Frank Holzförster bis zur Reinigungskraft. Der KTB-Stiftung gehören dagegen die Immobilien in Naabdemenreuth. Für deren Nutzung muss der Verein der Stiftung Miete zahlen. Dafür muss er Erträge erwirtschaften, etwa über Eintrittsgeld oder Projekte.

Das geht nicht ohne Zuschüsse. Allein der Landkreis Neustadt buttert 50 000 Euro pro Jahr zu. Stahl: "Das waren schon mal 60 000, aber irgendwann wollen wir mal autark werden." Diese Bretter muss nun Stephan Oetzinger bohren. Das Geo-Zentrum ist organisatorisch beim Umweltministerium angesiedelt. Stahl hatte es als Abgeordneter und im Förderverein mit insgesamt fünf Ressortchefs zu tun. "Am besten lief es mit Otmar Bernhard und Marcel Huber." Auch ein anderer ist ihm noch gut im Gedächtnis. "Mit Markus Söder war es am Anfang am schwierigsten. Wir haben das dann aber gut hingekriegt."

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