21.01.2021 - 10:30 Uhr
WinklarnOberpfalz

Weitere Bausteine für Winklarns Entwicklung

Von der künftigen Nutzung des Thammerhauses, über die Sanierung der Kläranlage in Muschenried bis zum Umbau des Feuerwehrhauses in Pondorf: Viele Weichen in Richtung Zukunft sind im Vorjahr im Markt Winklarn gestellt worden.

Auf dem Areal des Thammer-Anwesens in Winklarn rücken die Stallungen im rückwärtigen Teil in den Fokus. Eine Neunutzung soll angestrebt werden.
von Annemarie MösbauerProfil

Mit einem Bericht auf der Homepage des Marktes Winklarn informiert Bürgermeisterin Sonja Meier über die Schwerpunkte des Vorjahres. Dieser Weg wurde gewählt, nachdem die Corona-Pandemie eine Bürgerversammlung unmöglich machte. Auf 26 Seiten sind die vielfältigen Aufgaben der Gemeinde erfasst, es wird Resümee über verschiedene Projekte gezogen und ein Ausblick auf künftige Herausforderungen gegeben.

Für den Gemeinderat markierte 2020 einen Neubeginn: Nach der Kommunalwahl im März veränderte fast das komplette Gremium sein Gesicht. In elf Sitzungen wurden im abgelaufenen Jahr 145 Beschlüsse gefasst. Der Etat-Ansatz für 2020 sieht für Winklarn ein Gesamtvolumen von rund 4,3 Millionen Euro vor, das sind etwa 700 000 Euro weniger als noch 2019. Bei den Schulden, die zu Jahresbeginn bei rund 624 000 Euro lagen, ist ein Rückgang auf 544 000 Euro zum Jahresende verzeichnet.

Die Gemeinde unterhält in Winklarn, Schneeberg und Muschenried/Haag insgesamt drei Abwasseranlagen. Dort werden demnächst wohl Gebührenerhöhungen unvermeidlich sein, nachdem alle drei Defizite einfahren. In Winklarn stehen bei Einnahmen von 57 300 Euro Ausgaben von 69 250 Euro gegenüber, in Muschenried waren es 32 000 Euro Einnahmen und 64 450 Euro Ausgaben, in Schneeberg 27 000 Euro Einnahmen und 48 700 Euro Ausgaben. Bei der Wasserversorgung Winklarn läuft der Betrieb bei einem aktuellen Wasserpreis von 72 Cent pro Kubikmeter kostenddeckend. Bei der Wasserversorgung der Schneeberger Gruppe dagegen reicht der Preis von 70 Cent pro Kubikmeter Wasser nicht zur Kostendeckung aus.

Bericht über die Einweihung des Thammerhauses

Winklarn

In ihrem Ausblick führte die Bürgermeisterin als feste Ausgaben den Breitbandausbau, Straßensanierungen sowie das Förderprogramm zur Fassadengestaltung am Marktplatz auf. Weitere Investitionen kommen auf die Gemeinde mit der digitalen Alarmierung der Feuerwehren, dem Umbau des Gerätehauses in Pondorf und dem Kauf eines Ersatzfahrzeuges für die Winklarner Wehr zu.

Beim Thammerhaus rückt eine künftige Nutzung des Rückgebäudes (Hinterhof, Stallungen, Brauerei, Freiflächen) ins Blickfeld. Ein Ansatz ist laut Sonja Meier ein Kompetenzzentrum für Baukultur und Denkmalpflege, aber auch Nutzungen für die örtlichen Vereine sind angedacht. "Grundlegender Aspekt sollte die nachhaltige Belebung des Marktplatzes und der Ortsmitte sein", heißt es.

Um der anhaltenden Nachfrage nach Bauparzellen nachzukommen, wird daran gedacht, weitere Flächen für Häuslbauer auszuweisen. Leerstände sollen einer neuen Nutzung zugeführt werden. Ebenfalls wichtig für die Zukunft sei es, Gewerbeflächen auszuweisen. Zwei große Projekte stehen im Ortsteil Muschenried mit dem Bau eines Dorfgemeinschaftshauses und der Sanierung der Kläranlage an.

"Im Herzen von Winklarn, direkt am Marktplatz, ist ein Schmuckstück entstanden, das darauf wartet, mit Leben erfüllt zu werden."

Bürgermeisterin Sonja Meier über das Thammerhaus

Bürgermeisterin Sonja Meier über das Thammerhaus

Einen weiteren Schwerpunkt in der Gemeindepolitik nahm die Erziehung der Kinder ein. Kindergarten und Kinderkrippe werden jährlich mit rund 100 000 Euro unterstützt. Für die Thomas-Aquinus-Rott-Grundschule stellt der Schulverband Winklarn als Sachaufwandsträger mit die Weichen. Auf dem kulturellen Sektor erinnerte die Bürgermeisterin an die Ausstellung von Katharina Gierlach im Thammerhaus, die Ausschilderung der drei Marterlwege sowie den Kalender von Peter Turban mit Luftaufnahmen aus den 1960er Jahren. Ein herausragendes Ereignis sei die Einweihung des sanierten Thammerhauses am 25. Januar 2020 gewesen, bei der unter anderem Finanzminister Albert Füracker zu Gast war.

Abschließend rief Bürgermeisterin Sonja Meier die Bürger zum Zusammenhalt auf, "um die lebendige Gemeinschaft in unserer Marktgemeinde zu erhalten". Die coronabedingten Einschränkungen sollten dem gemeinsamen Bemühen um Winklarns Weiterentwicklung nicht im Wege stehen. Sie gab auch der Hoffnung Ausdruck, dass die örtlichen Vereine als Säule des gesellschaftlichen und sozialen Lebens gut durch die Pandemie kommen. An die Bürger appellierte sie, ihre Mitgliedschaften in den Gruppierungen aufrecht zu erhalten.

Hintergrund:

Zahlen und Daten aus der Marktgemeinde Winklarn

  • Einwohnerzahl: 1369 Bürger (703 Männer, 666 Frauen) hatte das Einwohnermeldeamt am 16. November 2020 registriert. Bei der letzten amtlichen Volkszählung im Jahr 1987 waren es 1417 Bewohner.
  • Einwohnerbewegung: 35 Zuzüge, 14 Umzüge und 42 Wegzüge sind erfasst. Außerdem weist die Statistik zehn Geburten, vier Eheschließungen und elf Todesfälle aus.
  • Gemeindegebiet: 20 Ortsteile, insgesamt 3375 Hektar Gemeindeflur.
  • Gemeindestraßen: 31,1 Kilometer.
  • Bauhof: Personell mit vier Stammarbeitern ausgerüstet
  • Grundschule: 52 Kinder
  • Kindergarten: 41 Kinder

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