20.03.2019 - 10:17 Uhr
WinklarnOberpfalz

Geleit in letzter Lebensphase

Schwerkranken die Lebensqualität erhalten und in vertrauter Umgebung versorgen – das hat sich das Palliative-Care-Team "Pallicura" zur Aufgabe gemacht. Die Mitglieder des Krankenpflegevereins lernen die Einrichtung aus erster Hand kennen.

Monika Kagerer vom "Pallicura"-Team stellt ihre Einrichtung vor und berichtet den Mitgliedern des Krankenpflegevereins Winklarn von ihrer Arbeit.
von Johanna BaierProfil

Patienten mit einer nicht heilbaren und weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden häufig unter Symptomen wie Schmerzen, Ängsten, Atemnot oder Übelkeit. Die "Spezialisierte ambulante Palliativversorgung" (SAPV) mit palliativmedizinisch ausgebildeten Ärzten und Pflegekräften möchte diese Beschwerden lindern und den Schwerkranken begleiten. SAPV ist ein zusätzliches Leistungsangebot zur ambulanten Versorgung, um die Betreuung durch Hausarzt und Pflegedienst zu ergänzen, aber nicht zu ersetzen. Ein Wechsel der bestehenden Behandlung durch Arzt und Pflegedienst erfolgt bei Inanspruchnahme von SAPV-Leistungen nicht.

Alfons Fuchs, Vorsitzender des Krankenpflegevereins Winklarn, hatte für die Jahreshauptversammlung Monika Kagerer als Referentin gewonnen. Sie ist sechs Jahren bei "Pallicura" tätig, und im Pfarrsaal Winklarn berichtete sie aus der täglichen Praxis und stellte die Aufgaben der Einrichtung vor. Der Sitz des aus vier Ärzten und fünf Pflegefachkräften bestehenden Teams ist in Schwandorf, die Versorgung erstreckt sich auf den Großlandkreis, die Betreuung erfolge zu Hause oder im Pflegeheim.

Kagerer berichtete von einer 24-Stunden-Rufbereitschaft mit Kriseninterventionsbereitschaft auch für die Angehörigen. Lebensqualität habe für Schwerstkranke und Sterbende eine völlig andere Bedeutung als für Gesunde, führte sie aus. Da könne der Besuch im eigenen Garten Glücksgefühle hervorrufen. "Pallicura" verstehe sich zum Ende des Lebens als „Zusatzteam“ zum Hausarzt, das den Patienten begleitet, insbesondere wenn kein Krankenhausaufenthalt mehr gewünscht ist. 180 bis 200 Begleitungen finden im Jahr statt.

Der individuelle Krankheitsverlauf werde überwacht, eine Schmerztherapie ausgearbeitet und belastende Symptome in Absprache mit dem Hausarzt behandelt. Behandlungs-, Notfall- und Medikamentenpläne würden individuell erstellt. Auch die Angehörigen spielten eine wichtige Rolle, hier werde Hand in Hand zusammengearbeitet. Auf Wunsch vermittle "Pallicura" ambulante Hospizdienste, Seelsorger oder andere Einrichtungen, außerdem erhielten Patienten und Angehörige psychosomatische Hilfe und Unterstützung. Unterstützung gebe es auch bei behördlichen Formalitäten. Für die Betroffenen entstünden keine Zusatzkosten.

Im Zusammenhang mit der Betreuung der oft Todkranken wies die Referentin auch auf die Notwendigkeit einer Patientenverfügung hin. Der „Drehtüreffekt“ mit Krankenhauseinweisungen solle vermieden werden. Wenn der Patient nicht zu Hause sterben möchte, könne die Einweisung auf eine Palliativstation veranlasst werden. Sehr wichtig sei auch die gute Vernetzung des Teams, so verlaufe die Betreuung reibungslos. „Ein Netzwerk, das mit allen Diensten gebündelt ist und jeder als Mosaikstein wirkt. So wird es gut für den Patienten und auch für die Angehörigen.“ Mit diesen Worten schloss sie ihre Ausführungen und beantwortete die Fragen der Zuhörer. Alfons Fuchs nannte Pallicura eine „segensreiche Einrichtung“ mit völlig anderen Möglichkeiten als die Krankenpflegevereine. Er dankte der Referentin für ihre Ausführungen.

Pfarrer Eugen Wismeth hatte dem Vorstandsteam für dessen Engagement und den Schwestern der Caritas-Sozialstation für die Besuche der Kranken gedankt. Gerade erinnere die Fastenzeit verstärkt an die Sorge um die kranken Mitmenschen und fordere Werke der Barmherzigkeit. Alfons Fuchs berichtete von fast 4000 Euro, die für zusätzliche Leistungen vom Verein erbracht und nicht von der Pflegekasse übernommen wurden. Sehr positiv sei auch die Arbeit der Caritas-Schwestern zu beurteilen, „hier kommt nur gutes Feedback zurück“ lobte der Vorsitzende. Die Mitgliederzahl ist erneut zurückgegangen, von 214 auf 208 Personen.Vorsitzender Fuchs dankte seinen Kollegen vom Vorstandsteam und wies darauf hin, dass diese bereits seit Jahrzehnten tätig seien.

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