Winklarn
15.01.2019 - 12:33 Uhr

Gelübde von 1635 wird erfüllt

Über 200 Menschen sterben in Winklarn im 17. Jahrhundert an der Pest. In ihrer Not rufen die Menschen den heiligen Sebastian an. Ein Versprechen aus dieser Zeit wird Jahr für Jahr erneuert – am Sonntag, 20. Januar, ist es wieder soweit.

Die Statue des heiligen Sebastian in der Winklarner Pfarrkirche. Zum Namenstag des Heiligen rückt sie in den Mittelpunkt der Verehrung durch die Gläubigen. Bild: amö
Die Statue des heiligen Sebastian in der Winklarner Pfarrkirche. Zum Namenstag des Heiligen rückt sie in den Mittelpunkt der Verehrung durch die Gläubigen.

Zum Namenstag des heiligen Sebastian am 20. Januar verlässt seinen Statue wieder ihren angestammten Platz an der Südseite im Presbyterium der Winklarner Pfarrkirche. Sie wird auf einem Tragegestell platziert und mit Tannengrün, Blumen, alten Münzen und Rosenkränzen geschmückt. Vier junge Männer – einst durften nur gediente Bürgersoldaten diese Aufgabe übernehmen – tragen die Heiligefigur in der Kirche und nach dem feierlichen Gottesdienst in einer eucharistischen Prozession um den Marktplatz. Festprediger beim Sebastianifest ist heuer Pfarrer Markus Urban aus Schwarzhofen.

Der Winklarner Sebastiansbrauch geht auf ein Gelübde aus dem Jahr 1635 zurück. Damals raffte die Pest, der sogenannte schwarze Tod, innerhalb weniger Wochen 229 Menschen dahin. In ihrer Not wandten sich die Winklarner an den heiligen Sebastian und versprachen, alle Jahre seinen Namenstag (20. Januar) besonders mit Prozession zu feiern. Das Sebastianslied schließt auch heute noch die kirchliche Feier ab. Nach dem kirchlichen Akt setzten sich die Feierlichkeiten bis zum Abend fort. Besonders die Männer feierten früher in den zahlreichen Wirtshäusern bei Speis und Trank. Extra gebackene Sebastiansbrezen wurden von "Brezenbuben" in den Gaststätten angeboten.

Zum Kirchenzug (Beginn 9.45 Uhr) findet die Aufstellung an der Mariensäule statt, um 10 Uhr beginnt der Festgottesdienst, dem sich die eucharistische Prozession anschließt. Die kirchlichen Gremien und Vereine mit Fahnen sowie alle Gläubigen und Sebastian-Verehrer aus Nachbarorten und -pfarreien sind zur Teilnahme eingeladen.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.