Zum Namenstag des heiligen Sebastian am 20. Januar verlässt seinen Statue wieder ihren angestammten Platz an der Südseite im Presbyterium der Winklarner Pfarrkirche. Sie wird auf einem Tragegestell platziert und mit Tannengrün, Blumen, alten Münzen und Rosenkränzen geschmückt. Vier junge Männer – einst durften nur gediente Bürgersoldaten diese Aufgabe übernehmen – tragen die Heiligefigur in der Kirche und nach dem feierlichen Gottesdienst in einer eucharistischen Prozession um den Marktplatz. Festprediger beim Sebastianifest ist heuer Pfarrer Markus Urban aus Schwarzhofen.
Der Winklarner Sebastiansbrauch geht auf ein Gelübde aus dem Jahr 1635 zurück. Damals raffte die Pest, der sogenannte schwarze Tod, innerhalb weniger Wochen 229 Menschen dahin. In ihrer Not wandten sich die Winklarner an den heiligen Sebastian und versprachen, alle Jahre seinen Namenstag (20. Januar) besonders mit Prozession zu feiern. Das Sebastianslied schließt auch heute noch die kirchliche Feier ab. Nach dem kirchlichen Akt setzten sich die Feierlichkeiten bis zum Abend fort. Besonders die Männer feierten früher in den zahlreichen Wirtshäusern bei Speis und Trank. Extra gebackene Sebastiansbrezen wurden von "Brezenbuben" in den Gaststätten angeboten.
Zum Kirchenzug (Beginn 9.45 Uhr) findet die Aufstellung an der Mariensäule statt, um 10 Uhr beginnt der Festgottesdienst, dem sich die eucharistische Prozession anschließt. Die kirchlichen Gremien und Vereine mit Fahnen sowie alle Gläubigen und Sebastian-Verehrer aus Nachbarorten und -pfarreien sind zur Teilnahme eingeladen.













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