26.11.2019 - 15:37 Uhr
WinklarnOberpfalz

Gemeinderat will Kläranlage auf Vordermann bringen

Eine Antriebswelle ist demoliert, das Wasserrecht läuft aus, hinzu kommt ein hoher Anteil Fremdwasser: An der Kläranlage Muschenried besteht Handlungsbedarf. Mögliche Lösungsansätze bekommen die Winklarner Gemeinderäte zu hören.

Nicht mehr reibungslos läuft der Betrieb in der Kläranlage Muschenried. Die biologische Reinigungsstufe (im Vordergrund) ist ausgefallen. Außerdem entspricht die Anlage nicht mehr den gültigen Richtlinien und muss nachgebessert werden.
von Johanna BaierProfil

Die Gemeinde hatte das Planungsbüro Zwick aus Weiden beauftragt, den Zustand der Anlage zu prüfen und Lösungsansätze auszuarbeiten. Bürgermeisterin Sonja Meier hieß im öffentlichen Teil der Marktratssitzung Ingenieur Günter Schwab und Mitarbeiter Umut Begen willkommen. Der Ingenieur erläuterte den Planungsstand zur Ertüchtigung der Kläranlage und zur sogenannten Überrechnung der Mischwasserbehandlung.

Demnächst läuft das Wasserrecht für die Anlage aus. Diese müsse künftig den neuen und gestiegenen Anforderungen gerecht werden. Außerdem sei die biologische Reinigungsstufe komplett ausgefallen. Ein Bruch der Antriebswelle des Rotationstauchkörpers habe dies verursacht.

Nachsteuern heißt es auch beim Fremdwasser: Dessen Anteil in der Kläranlage Muschenried liege bei 80 bis 90 Prozent, zukünftig dürften es lediglich 25 Prozent, maximal 50 Prozent, sein. Nur mit diesen Werten könne die Reinigung effizient erfolgen, führte der Fachmann aus. Je mehr Fremdwasser, umso höher die Verdünnung, umso schlechter arbeite die Kläranlage. Als Hauptursache für das viele Fremdwasser hatte das Planungsbüro einen defekten Schacht in der Ortsmitte ermittelt. „Die Behebung dieses Problems hat oberste Priorität", so Günter Schwab. Mit fast 90 Prozent Fremdwasseranteil könne keine Kläranlage arbeiten.

Ein weiteres Problem besteht im Mischwasserabfluss. Dieser beläuft sich im Moment auf 10 Liter pro Sekunde, nach neuem Recht gefordert sind sechs Liter pro Sekunde. Um diesen Wert zu erreichen, ist eine Rückhaltung an den Einleitungsstellen notwendig, die insbesondere bei Starkregen regulieren soll. Für den Bedarf der Muschenrieder Anlage geht die Berechnung von einem Rückhaltevolumen von 1000 Kubikmeter aus. Als mögliche Lösungen präsentierte Ingenieur Schwab eine Rückhaltung in einem bestehenden Weiher oder über eine Renaturierung des Pointbaches. Damit könne die Geschwindigkeit des Wasserflusses ebenfalls verringert werden. Für den Ortsteil Haag könne das Rückhalte-Volumen über einen vorhandene Teich um den zusätzlichen Bedarf von etwa 200 Kubikmetern erweitert werden.

Im Anschluss erläuterte Günter Schwab dem Gremium seine Lösungsansätze zur Sanierung der Anlage im Hinblick auf die defekte biologische Reinigungsstufe und den neuen wasserrechtlichen Forderungen. In einer demnächst stattfindenden Versammlung werden die Bürger Einzelheiten erfahren und können Fragen stellen.

Eindeutig ist das Ergebnis einer Elternbefragung der Marktgemeinde im August ausgefallen. Danach werden keine zusätzlichen Plätze in Krippe, Kindergarten, Schule und in Ferienbetreuung benötigt. Entsprechend fiel die Bedarfsplanung des Marktes aus. Im Moment und auch für die nächsten Jahre sei ausreichend Platz vorhanden. Dem stimmte auch das Gremium zu.

Die gemeindliche Aufgabe „Erwachsenenbildung“ soll zukünftig dem Landkreis Schwandorf übertragen werden. Detailfragen werden mit dem Landratsamt abgeklärt werden, ehe ein endgültiger Beschluss gefasst wird. Einstimmigkeit herrschte im Gremium über eine Bauvoranfrage zur Nutzungsänderung für das Anwesen Lettenstraße 36 in Muschenried in ein Wohnhaus mit Neuerrichtung eines Anbaus, zwei Holzblock-Ferienhäusern und eines Reitplatzes mit Pony-Unterstand.

Schließlich gab Bürgermeisterin Sonja Meier noch nichtöffentliche Beschlüsse bekannt: Für das ehemalige Anwesen Thammer wurde folgender Name festgelegt: „Thammer Haus – Begegnung. Kultur. Tradition.“ Beim Gehweg in der Straße „Schanz“ in Winklarn wird das Gefälle des Gehweges baulich beseitigt. Der Auftrag für die Baugrunduntersuchung bei der Erneuerung der Bahnhofstraße wurde der IFB Eigenschenk GmbH für 5976 Euro erteilt.

Ingenieur Günter Schwab (rechts) und Umut Begen vom Planungsbüro Zwick aus Weiden erläuterten den Planungsstand zur Ertüchtigung der Kläranlage Muschenried.
Zuschüsse und Hebesätze:

Auch heuer lagen dem Gemeinderat wieder einige Zuschussanträge vor. Folgende Gelder bewilligte der Rat: Blaskapelle Kunschir (Ausbildung der Jungmusiker) 2 187 Euro; Caritas (Zuschuss für Hospizinitiative) 75 Euro; städtische Musikschule Neunburg (Gastschulbeitrag) 200 Euro; Gebietsverkehrswacht Oberviechtach (Spende für Schülerlotsen) 75 Euro; Festival Junge Künstler Bayreuth (Spende) 250 Euro.

Unverändert bleibt die Höhe der Hebesätze für Realsteuern im Haushaltsjahr 2020. Wie in den Vorjahren betragen diese für die Grundsteuern A und B und für die Gewerbesteuer 320 Prozent. (bej)

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